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HERRSCHER VIELER WELTEN

Konqueror 3.4 effizient nutzen

Die Sklaven des Herrschers

Der Konqueror gibt sich jedoch nicht damit zufrieden, nur als Datei- und Webbrowser zu fungieren. Über Kioslaves greifen Sie mit dem Programm sowohl auf das Netzwerk als auch auf gepackte Archive, Audio-CDs und von gphoto2 unterstützte Kameras zu. Bei den Kioslaves handelt es sich um Ein- und Ausgabemodule der kio-Bibliothek. Jeder Kioslave zeichnet für ein Protokoll verantwortlich, wobei es sich nicht zwingend um ein Netzwerkprotokoll handeln muss. Die Kio-Bibliothek bietet den Vorteil, dass alle KDE-Programme Zugriff auf die einzelnen Module haben. So müssen sich die Entwickler nicht mit den Details der unterschiedlichen Protokolle beschäftigen und diese in ihre Anwendungen integrieren, sondern können stattdessen auf die passenden Kioslaves zugreifen.

Um zu erfahren, welche dieser Helferlein der Konqueror kennt, geben Sie help:kioslave in die Adresszeile des Programms ein. Es zeigt daraufhin eine Liste aller Kioslaves an. Einen davon benutzen Sie gerade – help: bietet direkten Zugriff auf das KDE-Hilfesystem. So zeigt help:ksnapshot die Hilfe des KDE-Screenshot-Programms an. Suchen Sie keine Hilfe zu KDE-Applikationen, sondern möchten die Manpage oder Infoseite zu einem Unix-Befehl einsehen, existieren auch für diesen Zweck zwei passende Kioslaves. Ein man:/su in der Konqueror-Adresszeile ruft die in HTML umgewandelte Manpage des su-Befehles auf (Abbildung 5). Existieren zu einem Stichwort mehrere Handbuchseiten, erhalten Sie zuerst eine Liste der möglichen Alternativen. Tabelle 1 listet weitere Kioslaves auf, die Zugriff auf allgemeine Informationen bieten.

Abbildung 5: Der Konqueror als Hilfezentrum.

Tabelle 1: Kioslaves zur Informationsanzeige

kioslave

Aufgabe

finger Anzeige von Informationen zu einzelnen Nutzern, dazu muss das Programm finger installiert sein und der fingerd gestartet sein
help Aufruf des KDE-Hilfesystems
info Zugriff auf die Infoseiten des Systems, etwa mit Eingabe von info:find in die Konqueror-Adresszeile
man Anzeige der Manpage zu einem Befehl

Rund ums Dateisystem

Neben dem Aufbereiten von Informationen, die Linux sonst mit den entsprechenden Kommandozeilenaufrufen (z.B. man su) zu entlocken sind, zeigt der Konqueror auch Inhalte von Medien wie Partitionen, Audio-CDs und Kameras an. Beispielsweise greift der kioslave namens mac auf Datenträger zu, die mit Apples Dateisystem HFS+ formatiert wurden, etwa auf einen iPod. Damit das gelingt, müssen sich allerdings die hfsplus tools auf Ihrem System befinden, deren Funktionen der Kioslave im Hintergrund nutzt.

Sogar vor Medien, die eigentlich kein Dateisystem enthalten, macht der Konqueror nicht Halt: Die Musikstücke einer Audio-CDs zeigen Sie mit der Eingabe von audiocd:/ in die Adresszeile an. Abhängig davon, welche Codecs und Programme Sie installiert haben, finden Sie dort mehrere Ordner, die virtuelle Dateien in den Formaten flac, mp3 oder ogg enthalten. Die Dateien in diesen Unterordnern liegen nicht wirklich auf der Audio-CD. Sobald Sie jedoch eine Datei aus dem MP3-Verzeichnis auf die Festplatte ziehen, erzeugt der Konqueror die MP3-Datei on-the-fly. Er liest zuerst den Titel aus und konvertiert ihn in das komprimierte Format. In der Standardeinstellung greift der Dateimanager dabei auf die freedb zu (Abbildung 6), eine Internetdatenbank, die Informationen über Interpreten und Titelnamen von Audio-CDs sammelt und bereitstellt. So gelingt es ihm, automatisch aussagekräftige ID3-Tags zu setzen. Weitere Infos zum Audio-CD-Sklaven finden Sie online unter [3]. Da Fedora keine MP3-Unterstützung mitbringt, müssen Sie bei den Paketen dieser Distribution auf den MP3-Ordner verzichten.

Abbildung 6: Mit Hilfe des "audiocd"-kioslave rippt der Konqueror Audio-CDs und konvertiert die Titel in ein Platz sparendes Format.

Tabelle 2 listet weitere Kioslaves auf, die Dateisysteme emulieren. Unter anderem finden Sie dort einen, der den bequemen Zugriff auf alle von gphoto2 [4] unterstützten Digitalkameras ermöglicht. Die Eingabe von camera:/ in die Konqueror-Adresszeile startet zunächst die Autoerkennung des Geräts und zeigt danach die Ordner und die darin liegenden Bilder an (Abbildung 7).

Abbildung 7: Konqueror nutzt den "camera"-kioslave, um auf von "gphoto2" unterstützte Digitalkameras zuzugreifen.

Tabelle 2: Kioslaves zum Umgang mit echten und virtuellen Dateisystemen

kioslave

Aufgabe

audiocd Titel einer Audio-CD anzeigen
camera Zugriff auf die Bilder einer von gphoto2 unterstützten Digitalkamera, dazu muss gphoto2 installiert sein
floppy Zugriff auf Disketten mit Hilfe der mtools
mac Zugriff auf mit HFS formatierte Partitionen mit Hilfe der hfsplus tools
tar In Tar-Archiven navigieren wie in normalen Verzeichnissen; dieser kioslave benutzt bei Bedarf automatisch die in Tabelle 4 aufgelisteten Kompessions-Sklaven

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