Konqueror 3.4 effizient nutzen

HERRSCHER VIELER WELTEN

Nach dem Navigator und dem Internet Explorer schickte sich der Konqueror an, die Welt des Internets zu erobern. Die Version aus KDE 3.4 fühlt sich nicht nur im Netz zu Hause, sondern ist ein wahrer Alleskönner.

Ein wenig verwunderlich ist es schon: Im Umfeld von Microsofts Betriebssystemen kritisieren viele, dass der Internet Explorer untrennbar zu einem Windows-System dazugehört. Ganz so beherrschend ist die Stellung des Konqueror unter Linux zwar nicht, doch wenn Sie sich für den KDE-Desktop entscheiden, geht der Dateimanager und Webbrowser in Personalunion in Sachen Funktionsvielfalt sogar noch einen Schritt weiter als der Internet Explorer. Wir haben uns den Konqueror des KDE-3.4-Desktops angesehen und verraten wenig bekannte und praktische Features.

Familienbande

Haben Sie KDE installiert, befindet sich auch der Konqueror auf Ihrer Festplatte. Die Kommandozentrale des KDE-Desktops gehört zum Paket kdebase, seine Versionsnummer entspricht der der eingesetzten KDE-Version. Die großen Distributionen bringen alle passende, wenn auch meistens keine aktuellen Pakete mit. Möchten Sie schon jetzt einen Blick auf das brandneue KDE 3.4 werfen, gilt es, selbst Hand anzulegen.

Während dieser Artikel entstand, lagen auf dem FTP-Server des KDE-Projekts [1] Binärpakete für Fedora Core3 und Connectiva bereit. Erfahrene Anwender, die gut einen Tag Zeit zum Kompilieren der Pakete erübrigen können, finden dort ebenfalls den KDE-Quellcode. Suse Linux stellt inzwischen KDE-3.4-Pakete für die Distribution ab Version 8.2 bereit [2]. Nutzer von Gentoo-Linux kommen nach dem Freischalten der als noch nicht stabil gekennzeichneten KDE-Version mit einem emerge-Befehl in den Genuss der aktuellen Desktop-Umgebung.

Stilsicherer Weltenbummler

Sie können den Konqueror auf mehrere Arten starten. Hinter dem Icon und dem Eintrag im KDE-Startmenü Persönlicher Ordner verbirgt sich der Konqueror in Form des Dateisystem-Browsers. Tippen Sie in ein Schnellstartfenster ([Alt+F2]) eine Internetadresse ein, startet der Konqueror im Webbrowser-Modus. Über den Eintrag InternetWeb-Broser (Konqueror) im Startmenü oder mit dem Befehl konqueror auf der Kommandozeile bekommen Sie den neuen Startbildschirm des Programms zu Gesicht (Abbildung 1). Dort bietet der Konqueror Links zu den wichtigsten Orten und Aufgaben. Sie gelangen von dort sowohl in Ihr Home-Verzeichnis als auch zu den einzelnen Modulen des KDE-Kontrollzentrums.

Abbildung 1: Konqueror nach dem Start ohne Ansichtsprofil.

Besonders praktisch ist die Option, mehrere Ansichtsprofile zu nutzen. Im Menü Einstellungen finden Sie die drei Menüpunkte Ansichtsprofil laden, Ansichtsprofil "xyz" speichern und Ansichtsprofile verwalten. xyz steht dabei als Platzhalter für den Namen des aktuell genutzten Profils. In der Standardkonfiguration von KDE 3.4 existieren sechs vorkonfigurierte Ansichtsprofile. So startet Browsing mit Unterfenstern (Abbildung 2) eine Konqueror-Sitzung zum Websurfen mit so genannten Tabs.

Abbildung 2: Konqueror als Webbrowser mit Unterfenstern.

Entscheiden Sie sich für das Ansichtsprofil Dateiverwaltung, erhalten Sie ein klassisches Dateisystem-Browser-Fenster. Zusätzlich können Sie in diesem Modus über FensterTerminal-Emulator einblenden ein eingebettetes Kommandozeilenfenster in die Ansicht integrieren (Abbildung 3).

Abbildung 3: Konqueror als Dateiverwalter mit eingebettetem Terminal-Emulator.

Die Ansicht KDE-Entwicklung bietet eine Variante des Browsers mit Tabs, die automatisch die Dokumentation zur Entwicklung von KDE-Anwendungen öffnet. Sind Sie ein Liebhaber des klassischen Norton-Commander-Looks, starten Sie über EinstellungenAnsichtsprofil ladenMidnight Commander eine Koqueror-Sitzung mit zweigeteilter Verzeichnisansicht (Abbildung 4).

Abbildung 4: Konqueror im Midnight-Commander-Look.

Etwas unintuitiv ist die Voreinstellung, dass beide Teilfenster sich im selben Verzeichnis befinden und ein Wechsel des Ordners für beide Fensterhälften gilt. Um das zu ändern, klicken Sie auf eine der Checkboxen rechts unter den beiden Verzeichnisansichten.

Sagen Ihnen die vordefinierten Profile nicht zu, speichern Sie einfach Ihre Wunschansicht als zusätzliches Profil: Passen Sie dazu die Ansicht an Ihre Bedürfnisse an, etwa durch Einblenden des Terminal-Unterfensters. Über den Menüpunkt Ansichtsprofile verwalten geben Sie dem Profil einen Namen. Unter diesem taucht es direkt nach dem Speichern im Untermenü des Eintrags Ansichtsprofil laden auf. Um den Konqueror über ein Desktop-Icon gleich mit dem richtigen Profil zu starten, kennt der Dateimanager den Aufrufparameter --profile. Tragen Sie also in die Befehlszeile konqueror --profile meine_Ansicht ein, damit ein Klick auf das Desktop-Icon den Konqueror direkt im richtigen Modus startet.

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