Grafische Arbeitsumgebung jenseits von KDE und Gnome

Neuer Stern

Es muss nicht immer KDE oder Gnome sein: Mit Xfce steht den Liebhabern der grafischen Arbeitsumgebungen eine vielversprechende Desktop-Umgebung zur Verfügung, die nicht nur schlank und schnell ist, sondern auch über zahlreiche Tools verfügt. Dieser Artikel nimmt den Neuling unter den Desktop Environments genauer unter die Lupe.

Xfce ist eine Benutzeroberfläche für Unix-ähnliche Betriebssysteme, die sich zum Ziel setzt, klein, schnell und trotzdem ansprechend gestaltet zu sein. Im Januar dieses Jahres hat das Xfce-Projekt nun Version 4.2 freigegeben (siehe Abbildung 1). Sie besteht aus einer Vielzahl von Komponenten, die zusammen die volle Funktionalität der Desktop-Umgebung ermöglichen.

Installation von Xfce 4

Xfce basiert wie Gnome auf dem GIMP Multi Platform Toolkit. GTK+ ist daher eines der Pakete, die Sie für die Installation von Xfce 4 benötigen. Darüber hinaus sind erforderlich: pkgconfig, libxml2, libdbh und deren jeweilige devel-Pakete, dbh [1] sowie a2ps [2]. Detaillierte Informationen über die Funktionen der einzelnen Pakete bietet die Xfce-Homepage [3].

Einige Distributionen, darunter auch Suse Linux und Fedora Core 3, bringen die grafische Arbeitsumgebung und die benötigten Pakete bereits mit. Bei Suse installieren Sie Xfce bequem über YaST. Aktuelle Pakete finden Sie auch bei [4]. Unter Fedora Core 3 starten Sie das Paket-Management über den Menüpunkt Systemeinstellungen | Hinzufügen/Entfernen von Applikationen aus dem Hauptmenü. Hier steht Xfce 4 zur Installation zur Verfügung. Alternativ wechseln Sie auf der Kommandozeile in das Verzeichnis, das die Fedora-Pakete enthält (zum Beispiel /media/cdrom/Fedora/RPMS/) und geben anschließend den Befehl system-install-packages xfce4* ein. Verfolgen Sie diesen Weg, müssen Sie anschließend auch den Datei-Manager Xffm nachinstallieren.

Bei anderen Distributionen – oder wenn Sie die neueste Version von Xfce ausprobieren möchten – müssen Sie Xfce über Binär- oder Quellpakete nachinstallieren. Unter Ubuntu Linux starten Sie dazu entweder die grafische Paketverwaltung Synaptics oder führen auf der Kommandozeile den Befehl apt-get install xfce4 aus. In beiden Fällen muss dazu eine aktive Internetverbindung eingestellt und als Paketquelle Universe angegeben sein. Der Start von Xfce geschieht anschließend über den Befehl startxfce4. Für Mandrake Linux gibt es unter [5] fertige Pakete. Über den Befehl

urpmi.addmedia eslrahc http://w↩
ww.eslrahc.com/10.1/ with hdlis↩
t.cz

fügen Sie die URL zu den bestehenden Installationsquellen hinzu. Nun starten Sie Rpmdrake, suchen nach Xfce und wählen das Paket xfce-4.2.1 aus. Rpmdrake löst dann die bestehenden Paketabhängigkeiten automatisch auf. Beachten Sie auch die zahlreichen Tools für Xfce 4.2.1, die Rpmdrake standardmäßig nicht auf die Festplatte packt.

Abbildung 1: Icons können auf dem Desktop noch nicht abgelegt werden.

Installation via Assistent

Eine Besonderheit von Xfce ist es, dass das Desktop Environment über einen grafischen Installer verfügt (siehe Abbildung 2). Laden Sie dazu die rund 15 MByte große Datei xfce4-4.2.1.1-installer.bin von [6] herunter und machen Sie sie mit chmod +x xfce4-4.2.1.1-installer.bin ausführbar. Öffnen Sie dann im aktiven Windowmanager einen Terminal und geben den Befehl xhost +localhost ein. Wichtig ist, dass Sie diesen Befehl als normaler Benutzer – nicht als root – ausführen. Mit su wechseln Sie zum Benutzer root und starten die Installation mit dem Aufruf von ./xfce4-4.2.1.1-installer.bin.

Der Xfce-Installer überprüft nun die vorhandenen Software-Komponenten, lädt benötigte Programme aus dem Internet herunter und Installiert eine vollständige Xfce-Umgebung. Auf Software-Abhängigkeiten, die es selbst nicht lösen kann, weist das Programm noch vor der eigentlichen Installation hin.

In einem nächsten Schritt wählen Sie die zu installierenden Komponenten aus. Hier sollten Sie sich vor der Option Debugging-Support hüten. Ist sie aktiviert, tritt am Ende der Installation ein Fehler auf. Nach Angaben eines Xfce-Entwicklers handelt es sich hier um einen Bug im Programm xf-calendar, wodurch die Installation mit Debugging-Support nicht funktioniert.

Trotz deaktiviertem Debugging-Support erschien im Test am Ende der Installation noch eine Fehlermeldung: Software Uninstaller: Registering failed. Sie ist ebenfalls auf einen Bug zurückzuführen, hat jedoch keine negativen Auswirkungen auf Xfce selbst. Die mit dem grafischen Installer eingerichtete Arbeitsumgebung funktionierte einwandfrei.

Abbildung 2: Der Installations-Wizard von Os-Cillation.com.

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Kommentare
Debian Stable etwa bleeding edge?
Maximilian Gerhard, Donnerstag, 09. September 2010 04:10:29
Ein/Ausklappen

Also das muss wohl ein Scherz sein oder?
Der Sinn, einen mehr als 5 Jahre alten Artikel auszugraben, erschließt sich mir auf Anhieb nicht unbedingt. Für sowas wird man in vielen Foren gegrillt :D

So und nun wieder back to the future ;)


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