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Gnome 2.10 im Überblick

Ausblick

Ein derzeit brandaktuelles Thema ist der teilweise recht hohe Speicherverbrauch Gtk+-basierender Anwendungen. Die Entwickler arbeiten fieberhaft daran, das Problem in den Griff zu bekommen. Unter [5] können Sie sich über die Fortschritte informieren.

Parallel dazu entsteht bereits Gnome 2.12, das Mitte September erscheinen soll. Zurzeit steht noch nicht genau fest, welche Neuerungen in 2.12 Einzug halten, zwei Beispiele sollen aber schon einmal einen kleinen Vorgeschmack geben.

Vielen Anwendern wünschen sich seit längerem einen Menü-Editor. Zwar folgt Gnome 2.10 der Freedesktop-Spezifikation für Menüs [6], bietet aber keine Möglichkeit zur komfortablen Bearbeitung. Dies soll sich mit Gnome 2.12 ändern. Abbildung 9 gibt einen kleinen Vorgeschmack auf das entsprechende Werkzeug.

Abbildung 9: Der für Gnome 2.12 geplante Menü-Editor – hier in einer sehr frühen Version.

Daneben tut sich einiges in Sachen 3D-Desktop. Dass es sich dabei nicht nur um Spielerei handelt, demonstrierte Sun mit "Looking Glass" [7]. Zur Basis eines 3D-Gnome könnte Luminocity werden, ein Hybrid aus Window- und Composition-Manager. Um sich einen Eindruck der Oberfläche zu verschaffen, sollten Sie sich die beeindruckenden Luminocity-Videos [8] ansehen.

Sollten einzelne Luminocity-Merkmale bis zum Release von Gnome 2.12 stabil sein, so fließen sie in Metacity ein, Gnomes Standard-Window-Manager. Bislang ist Luminocity aber mehr als Testumgebung anzusehen und nicht zum produktiven Arbeiten gedacht. Unter [9] steht für Interessierte eine Anleitung zum Bauen von Luminocity bereit.

Fazit

Gnome folgt weiter dem mit Version 2.0 eingeschlagenen Pfad hin zu intuitiver Bedienung, einfacher Konfiguration und einer produktiven Arbeitsumgebung. Viele in früheren Versionen fehlende Features wurden in den letzten Monaten hinzugefügt worden und vervollständigen.

Gnome 2.12 wird dieses Ziel weiterverfolgen und bestehende Ungereimtheiten beheben. Die Gtk+-2.8-Bibliothek wird enorm zur Steigerung der Geschwindigkeit beitragen; ein derzeitiges Manko aller Gtk+-basierenden Programme. Ob allerdings diese Version die Grundlage für das nächste Gnome sein wird, steht noch nicht fest.

Gnome zum Anfassen

Die Ende Mai in Stuttgart stattfindende Gnome_Entwicklerkonferenz GUADEC [10] verspricht tiefe Ein- und weite Ausblicke in Sachen Gnome – auch für interessierte Gnome-Anwender oder solche, die es werden wollen. Auf der VIP-Liste der GUADEC finden sich unter anderem Mark Shuttleworth (Canonical/Ubuntu Linux) und Miguel de Icaza (Novell/Gnome-Initiator). Die Konferenz wird wieder mehr Farbe in das sonst sehr KDE-dominierte Deutschland bringen. Einen Vorbericht zur GUADEC finden Sie in der nächsten Ausgabe des LinuxUser geben.

Der Autor

Christian Meyer beschäftigt sich seit fünf Jahren mit Gnome und ist der Vorsitzende des im Oktober 2004 gegründeten Gnome Deutschland e.V.. Sie erreichen Christian per E-Mail unter chrisime@gnome.org.

Infos

[1] GStreamer: http://www.gstreamer.net

[2] Scalix: http://www.scalix.com

[3] Hula-Projekt: http://hula-project.org

[4] Zeroconf: http://zeroconf.sourceforge.net

[5] Informationen zum Speicherverbrauch von Gtk+: http://live.gnome.org/MemoryReduction

[6] Menüspezifikation von Freedesktop: http://freedesktop.org/wiki/Standards_2fmenu_2dspec

[7] Looking Glass von Sun: http://de.sun.com/homepage/feature/2004/looking-glass

[8] Luminocity Videos: http://www.gnome.org/~seth/blog/xshots

[9] Anleitung zum Bauen von Luminocity: http://live.gnome.org/Luminocity

[10] GUADEC 2005: http://2005.guadec.org

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Infos zum Autor

Christian Meyer

Linux-Nutzer seit 1996, aktiv bei Gnome zwischen 2000 und 2006.


Infos zur Publikation

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LinuxUser 06/2012

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