Distribits

01.05.2005

Kurz notiert

Mandrake Linux http://www.mandrakelinux.com erscheint in Zukunft nur noch einmal pro Jahr. Mandrakesoft möchte so Zeit zur Integration neuer Technologien gewinnen. Zugleich ändert sich die Versionsnummerierung. Die nächste Version, die Ende 2005 erscheinen soll, trägt die Bezeichnung Mandrake 2006. Neben den Kaufversionen gibt es weiterhin eine kostenlose Download-Variante der Distribution.

Debian http://www.debian.org wird in Zukunft auf dem asiatischen Markt stärker präsent sein. Die Firmen Sun Wah Linux aus Peking und VA Linux Systems aus Tokio passen die Distribution auf japanische und chinesische Benutzerführung an. Zu diesem Zweck stellten die beteiligten Unternehmen acht Debian-Entwickler ein.

Die neue Distribution Foresight Linux http://foresightlinux.com ermöglicht das Ausprobieren der allerneuesten Techniken im Linux-Bereich. Das Software-Angebot orientiert sich an Programmen für den Desktop, doch auch an die Unterstützung neuester Hardware dachten die Entwickler. Als Desktop findet Gnome in der brandneuen Version 2.10 Verwendung. Zur Hardware-Erkennung benutzt Foresight Linux die neueste Version von HAL. Mit Beagle ist eine Desktop-Suche an Bord, die auf Mono basiert. Das Programm Howl kümmert sich um das Managment von Netzwerkverbindungen und -protokollen.

Das Programm m23 http://m23.sourceforge.net vereinfacht die Verteilung und Installation von Grundsystem und Anwendungen. Dabei erlaubt es die Masseninstallation von gleich konfigurierten Clients in einem Rutsch. Client und Server kommunizieren über einen sicheren SSH-Tunnel. Das Programm installiert das komplette Debian-System auf leeren oder bereits eingerichteten Clients. Zur Konfiguration bietet es ein Web-Interface an.

Mit ZENworks 7 http://www.novell.com/products/zenworks stellt Novell ein Programm zur zentralen Verwaltung von Linux Desktops und -Servern vor. Das Programm läuft unter Novell Desktop Linux und Suse Linux Enterprise Server. Es ist dafür gedacht, Programme und andere Ressourcen im Netzwerk zentral zu verwalten, unabhängig davon, wo diese sich befinden. Über Virtual Network Computing besteht ein Fernzugriff auf die einzelnen Systeme. Die Software wird über ein web-basiertes Kontrollzentrum verwaltet. ZENWorks 7 Linux Management steht voraussichtlich ab dem zweiten Quartal 2005 zur Verfügung.

Die neueste Version von Suse Linux Professional http://www.suse.de steht ab Mitte April 2005 zur Verfügung. Die Distribution beinhaltet die Desktops KDE 3.4 und Gnome 2.10. Unter der Haube werkelt Kernel 2.6.11. Die Entwickler brachten insbesondere die Büro-Software auf den neuesten Stand: Neben Firefox 1.0 enthält das Paket Evolution und Kontakt in aktuellen Versionen. Für experimentierfreudige Anwender liegt eine OpenOffice 2.0 Pre-Release-Edition auf den CDs. Suse Linux Professional 9.3 kostet 89,95 Euro, Benutzer früherer Versionen erhalten ein Update für 59,95 Euro. Die Studentenversion kostet ebenfalls 59,95 Euro.

Das Debian-Projekt http://www.debian.org, das derzeit elf Hardware-Plattformen unterstützt, beschränkt sich wahrscheinlich in Zukunft auf vier Architekturen, um die Zeit zwischen zwei Versionen zu verkürzen. Die vier zentralen Plattformen für die Zukunft heißen i386, PowerPC, IA64 und AMD64. Andere Archtikturen pflegen die Entwickler als sogenannte second-class citizen architecture (SCC) weiter.

Die Firma Sernet hat die Seite EnterpriseSamba.com http://enterprisesamba.com gestartet, auf der Samba-Pakete für die wichtigsten Unternehmens-Distributionen zum Herunterladen bereit stehen. Die stets auf dem neusten stand befindlichen Pakete werden um nützliche Extrafunktionen ergänzt. Zusätzlich finden sich weitere Informationen und ein Newsletter zu Samba auf der Web-Seite.

Fedora Core 4

Die Entwickler von Fedora http://fedora.redhat.com haben die erste Testversion von Fedora Core 4 zum Download bereit gestellt. Erstmals steht die Distribution für die PowerPC-Plattform zur Verfügung, hier gibt es sowohl eine 32-Bit- als auch eine 64-Bit-Version. Als Compiler verwendet Fedora Core 4 den noch nicht fertigen GCC 4, als bevorzugte Oberfläche dient Gnome in Version 2.10.

Auch die Java-Entwicklungsumgebung Eclipse samt der für die Programmierung von Java-Anwendungen nötigen Java-Pakete fand Eingang in die Distribution. Auf den Download-Servern finden Sie ein DVD-Image oder, je nach Architektur, vier oder fünf CD-Images. Der Download ist via FTP, HTTP oder Bittorrent möglich. Mit der Fertigstellung von Fedora Core 4 rechnen die Entwickler gegen Anfang Juni 2005.

Die Workstation in der Westentasche

Mit Pocket Workstation http://www.pocketworkstation.org steht ein Debian-System für Handhelds zur Verfügung, das das riesige Software-Angebot des Projektes für die Mini-Rechner verfügbar macht.

Pocket Workstation läuft von einer mindestens 128 MByte große Ext2-formatierten Speicherkarte im Chroot-Modus des auf dem Handheld installierten Linux-Systems. Daher beschränkt sich die Geräteauswahl auch auf Compaq iPAQs mit Familiar Linux sowie die Geräte aus der Zaurus-Reihe von Sharp.

Als GUI steht neben Xf4vnc und dem Fbvnc-Framebuffer-Betrachter ein veritabler X-Server zur Verfügung, so dass auch Programme laufen, die zwingend ein X-Window-System voraussetzen. Neue Software lässt sich einfach mit Apt über das Netz installieren.

Linspire zum Fünften

Linspire http://www.linspire.com hat die neueste Version der hauseigenen Distribution unter dem Namen Linspire Five-0 herausgebracht. Die Entwickler legten besonderes Augenmerk auf eine bessere Unterstützung von Laptop-Hardware. Sie verbesserten speziell die Unterstützung der Centrino-Chipsätze von Intel, die Erkennung von drahtlosen Netzwerkkarten und die Verwaltung und das Auffinden von Hotspots.

In den USA sind mittlerweile Laptops mit vorinstalliertem Linspire erhältlich. Auch an der Hardware-Erkennung arbeiteten die Entwickler, sodass diese jetzt noch mehr Geräte erkennt. Die Distribution basiert auf Debian und bringt neben Kernel 2.6.10 X.org in der Version 6.8.2 ein angepasstes KDE 3.3 als Oberfläche mit. Als Dateisystem setzt Linspire auf ReiserFS 4. Das System unterstützt den Benutzer durch multimedial aufgearbeitete Anleitungen, die es auf Wunsch vorliest.

Wie bei Linspire üblich, erhält der Kunde auf der CD nur ein Basissystem, das sich nach der Installation und der Registrierung im "Click'n'Run-Warehouse" durch teilweise kostenpflichtige Software für alle Lebenslagen ergänzen lässt. Darunter befindet sich unter anderem der neue HTML-Editor Nvu, der Musikmanager LSongs und der Fotomanager LPhoto sowie Spiele wie Marbleblast Gold. OpenOffice fand in Version 1.1.3 Eingang in Linspire.

Linspire kostet als Download 49,95 US-Dollar, für die verpackte Version wandern zehn US-Dollar mehr über den Ladentisch. In den nächsten Monaten plant Linspire auch Versionen in den Sprachen Italienisch, Französisch, Deutsch, Niederländisch und Spanisch sowie die Unterstützung für weitere Sprachen.

Ubuntu meets KDE

Bisher unterstützte Ubuntu Linux nur Gnome als Desktop und integrierte KDE nicht richtig in die Distribution. Jetzt steht mit Kubuntu http://www.kubuntu.org.uk eine Variante bereit, die anstelle von Gnome den neuesten KDE-Desktop mitbringt.

Kubuntu basiert auf der aktuellen Beta-Version von Ubuntu 5.04 "Hoary Hedgehog", das im April 2005 fertig sein soll. Für diejenigen, die das System nicht installieren wollen, steht eine Live-CD zum Herunterladen auf der Homepage bereit.

Die Entwickler verbesserten das zugrundeliegende Ubuntu in der aktuellen Version besonders in Hinblick auf die Hardware-Unterstützung und Internationalisierung. Auch in die Beschleunigung des Boot-Vorgangs steckten die Entwickler viel Arbeit. Eine weitere wichtige Neuerung stellt die Kickstart-Kompatibilität des Systems dar, die eine automatische Installation ermöglicht. Weiterhin feilten die Entwickler an der Unterstützung spezieller Notebook-Hardware.

Wie von Ubuntu gewohnt, startet das System nach Auswahl von Sprache und Tastaturbelegung problemlos. Kubuntu verwendet das nagelneue KDE 3.4 inklusive der Programme Amarok 1.2 und Kaffeine 1.5. Diese schafften es nicht in das offizielle KDE-Release. Kubuntu läuft auf Rechnern mit Architekturen i386, PowerPC, AMD64 und IA-64.

Im Gegensatz zu Ubuntu, das einen halbjährigen Release-Zyklus anstrebt, wird Kubuntu immer zusammen mit einer neuen KDE-Version erscheinen. Wer sich das neue KDE einmal anschauen mag, ohne die eigene Konfiguration zu gefährden, bekommt so einen Einblick in die schöne neue KDE-Welt.

Kubuntu kombiniert die aktuellste KDE-Version mit Ubuntu Linux.

Ark Linux fast am Ziel

Nach drei Jahren Entwicklungsarbeit präsentieren die Macher von Ark Linux http://www.arklinux.org mit der Version 2005.1 die erste stabile Variante. Ark Linux hat das Ziel, Umsteigern die Installation und Benutzung von Linux zu erleichtern. Die Installations-CD umfasst ein Basis-System, das nur die notwendigsten Komponenten enthält. Es lässt sich mit zusätzlich erhältlichen CDs um weitere Funktionen ergänzen.

Die Ark Development Suite enthält Compiler, Bibliotheken und Editoren zur Software-Erstellung, die CD Ark Server Software bringt Mail- Web- und Datei-Server mit. Ark Extra Languages bietet Unterstützung für weitere Sprachen und Hilfedateien. Diese und weitere Programme finden Sie auch im Online-Software-Archiv von Ark und installieren diese von dort mit dem Apt-Frontent Kynaptic.

Ark Linux wird seinem selbst gesteckten hohen Ziel nur zum Teil gerecht: Das Setup installiert Ark Linux ohne Nachfrage auf ein Festplatte. Eine benutzerdefinierte Partitionierung oder auch nur die Übernahme einer vorhandenen Partitionierung ist nicht möglich. Zudem kommt das System mit USB-Mäusen nicht zurecht. Diese gilt es nach dem Systemstart manuell zu aktivieren. Auch die Erkennung von Netzwerk-Hardware funktioniert nicht immer zuverlässig, hier fällt dann ebenfalls Handarbeit an.

Auf der anderen Seite enthält die Distribution einige sehr gute Ansätze: Kynaptic stellt ein hervorragendes Programm zur Pflege von Software-Installationen dar, und das Projekt hält die Software durchweg auf dem neuesten Stand. Die sehr gut gestaltete Oberfläche und das übersichtliche Programmstartmenü helfen bei der Orientierung. Wenn die Entwickler noch etwas Arbeit in die Installation stecken und die Probleme mit der Hardware-Erkennung ausräumen, steht mit Ark Linux eine absolut anfängertaugliche, aktuelle Distribution zur Verfügung.

Linux auf Türkisch

Das junge Projekt Turkix hat sich zum Ziel gesetzt, eine Linux-Distribution zu entwickeln, die vollständig in türkischer Sprache benutzbar ist. Als Basis dient Mandrake Linux 10.1. Die Ausstattung entspricht Mandrake 10.1, ist also nicht mehr auf dem allerneuesten Stand. Nichtsdestotrotz lässt es sich mit Turkix flott arbeiten.

Auf der CD findet sich ein Live-System, das sich auch auf der Festplatte installieren lässt. Die Hardware-Erkennung klappt gut, nach dem Start landet der Benutzer in einem komplett eingerichteten KDE-3.2-Desktop. Die Benutzeroberfläche erscheint derzeit noch zum größten Teil mit englischen Beschriftungen und im KDE-Kontrollzentrum lässt sich türkisch noch nicht als Sprache auswählen.

Die Installation des Betriebssytems auf der Festplatte geht mit wenigen Mausklicks leicht von der Hand. Turkix nistet sich problemlos neben einem bestehenden Windows ein, auch das Verkleinern von Partitionen klappt bestens. Nun suchen die Entwickler Helfer für die Übersetzung der Programme in die türkische Sprache.

Die türkischsprachige Mandrake-Variante Turkix weist bei der Übersetzung noch einige Lücken auf.

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