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01.05.2005

Cascading Stylesheets als Wissenschaft

Die jüngste Schule des Webdesigns predigt Schlichtheit und Struktur im (X)HTML-Code und verlagert alles, was das Auge erfreuen soll, in Cascading Stylesheets (CSS). Als Meister dieser Vorgehensweise tut sich Eric A. Meyer hervor: Das zeigt unter anderem sein verblüffendes CSS-Kunststück "complexspiral distorted", das unter http://www.meyerweb.com/eric/css/edge/complexspiral/glassy.html zu bewundern ist.

Als Autor des O'Reilly-Handbuchs "Cascading Style Sheets", das seit kurzem in deutscher Sprache verfügbar ist, widmet sich Meyer seinem Fachgebiet nun mit wissenschaftlichem Ernst. Das Buch behandelt die CSS-Versionen 2.0 und 2.1. Es zeigt dem Leser, wie er Formatierungen auf die Elemente eines HTML-Dokuments anwendet und erklärt die komplexen Regeln, nach denen Eigenschaften vererbt werden.

Ein Kapitel widmet sich absoluten und relativen Größenangaben, ein anderes leitet zum sinnvollen Umgang mit Schriftfamilien und -arten an. Die Rahmen und Abstände einzelner Elemente, ein wichtiges und umfangreiches Thema, behandelt der Autor mit viel Liebe zum Detail. Ein Kapitel über anspruchsvolles Layout durch Positionierung und Gestaltung des Textflusses (Floating) zeigt, dass das Buch auf der Höhe der Zeit ist. Daneben geht das Handbuch auch auf Randgebiete wie CSS-Befehle für die Sprach- oder Druckausgabe kurz ein. Eine CSS-Referenz zum Nachschlagen rundet die 550 Seiten ab.

Als Einführung eignet sich dieser Titel allerdings nicht – erste praktische Erfahrungen mit CSS sollte der Leser bereits mitbringen. Meyer schreitet schnell voran und geht in den Beispielen bereits von komplexen Anwendungsszenarien aus. Erfahrene Webdesigner finden sicher Lösungen, nach denen sie schon oft händeringend gesucht haben. Anfänger dürften allerdings rasch auf der Strecke bleiben. Außerdem schreibt Meyer sehr analytisch und abstrakt, oft geradezu akademisch: Wer Begriffe wie "universeller Selektor" und "Spezifität" abstoßend findet, sollte nicht zu diesem Titel greifen.

Ambitionierte Web-Programmierer mit ausreichend Geduld belohnt das Werk jedoch mit einem umfassenden Einblick in die Regeln hinter CSS. Es macht verständlich, wie die Anzeige im Browser-Fenster zustande kommt. So erklärt sich auch mancher unerwünschte Effekt, den man aus der Praxis kennt. (Mathias Huber)

Infos

Titel: Cascading Style Sheets Autor: Eric A. Meyer Verlag: O'Reilly Verlag ISBN: 3-89721-386-9 Preis: 39 Euro URL: http://www.oreilly.de

Pflichtlektüre für Gimp-Einsteiger

Ein Jahr nach der Veröffentlichung von Gimp 2.0 ist auch das bekannte Gimp-Buch von Jürgen Osterberg in einer aktualisierten Ausgabe erschienen. Das Buch "Gimp 2 – Anspruchsvolle Bildbearbeitung unter Linux, Windows und Mac OS X" behandelt alle Features der Version 2.0 sowie einer Preview des aktuellen Gimp 2.2.

Das Buch gliedert sich in sieben Kapitel, die den Leser detailliert durch Installation und Benutzung des mächtigen Grafikprogramms führen. Passend zum Untertitel geht der Autor dabei auf die Eigenheiten der einzelnen Betriebssysteme ein, die sich allerdings größtenteils auf die Installation und Druckereinrichtung beschränken.

Sehr schön ist die übersichtliche Gestaltung der Kapitel. Dank vieler informativer Screenshots lassen sich die Anleitungen schnell nachvollziehen. Das Gimp-Maskottchen Wilber weist auf Tipps und spezielle Anleitungen hin. Diese helfen vor allem Power-Usern, das Programm effizient einzusetzen.

Alle Gimp-Werkzeuge stellt der Autor anhand kleiner Beispiele vor. Der Leser erfährt dabei immer auch Wissenswertes über grundlegende Grafikfunktionen wie Pfade, Ebenen, Grafikformate und Farbmodelle. Eine ansprechende Zugabe ist der 14-seitige farbige Zusatzteil in der Buchmitte, der gängige Farbmanipulationen anschaulich macht. Allerdings würden mehr bunte Bilder auch dem Rest des Buchs gut tun, denn Farbseparationen in Rot, Grün und Blau lassen sich an drei schwarzweißen Fotos kaum nachvollziehen.

Nachdem der Leser alle Werkzeuge kennengelernt hat, stellt Osterberg in Kapitel 5 Gimps mächtige Filter vor. Mit mehreren Abschnitten über animierte Webgrafiken kommen auch Liebhaber bewegter Bilder auf ihre Kosten.

Wer regelmäßig Bilder bearbeitet, weiß die mächtige Skripting-Schnittstelle zu schätzen. "Gimp 2" widmet ihr zwar ein eigenes Kapitel, doch leider geht der Autor lediglich auf die vorhandenen Skripte ein und verweist für das Erstellen eigener Filter auf umfangreiche Ressourcen im Web.

Dieses Buch ist jedem Einsteiger zu empfehlen, der über einfache Manipulationen hinaus mit Gimp arbeiten will. Der Preis von knapp 40 Euro ist dabei für ein solches Werk nicht zu hoch. (Max Werner/mhu)

Infos

Titel: Gimp 2 Autor: Jürgen Osterberg Verlag: dpunkt Verlag ISBN: 3-89864-295-X Preis: 40 Euro URL: http://www.dpunkt.de

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LinuxUser 03/2012

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