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Zugang erlaubt!

Benutzerverwaltung

01.05.2005 Linux ist ein Multiuser-System: Mehrere Benutzer nutzen gleichzeitig den selben Rechner, und für verschiedene Aufgaben richtet man separate Accounts ein. Diese Zu-Befehl-Folge stellt die Kommandos für die Zugangsverwaltung vor.

Zu Befehl

Auch wenn sich viele Dinge bequem über grafische Oberflächen wie KDE oder Gnome regeln lassen – wer sein Linux-System richtig ausreizen möchte, kommt um die Kommandozeile nicht herum. Abgesehen davon gibt es auch sonst viele Situationen, in denen es gut ist, sich im Befehlszeilendschungel ein wenig auszukennen.

Multiuser-Systeme trennen die Arbeitsbereiche einzelner Benutzer sauber: So sichern Sie eigene Daten, indem Sie Zugriffsrechte passend setzen. Auch die Unix-/Linux-typische Angewohnheit, einen eigenen Zugang für Administrationsaufgaben (root) zu haben, ist vorteilhaft: Fehler, die das gesamte System lahmlegen können, werden so weitestgehend vermieden.

Der Systemverwalter Root ist Herr im Haus – alle hier vorgestellten Kommandos zur Einrichtung und Verwaltung von Benutzerzugängen können Sie nur mit Administratorrechten durchführen. Nach der Vorstellung der wichtigsten Konfigurationsdateien geht es ans Eingemachte: Mit den Programmen useradd, usermod und userdel erstellen, bearbeiten und löschen Sie Accounts.

Viele Benutzer

Welche Benutzerzugänge es auf Ihrem System gibt, verrät ein Blick in die Datei /etc/passwd (Abbildung 1). Neben den "echten" Accounts sehen Sie hier auch Einträge für Benutzer wie lp oder mail: Das sind so genannte Pseudo-User, die das System angelegt hat, um bestimmten Systemdienstprozessen gezielt Rechte an bestimmten Dateien und Verzeichnissen zu geben. Generell haben die Einträge in /etc/passwd die Form:

petronella:x:1002:1002:Petronella Huhn,,,,Test-Account:/home/petronella:/bin/bash

In den Feldern, die durch Doppelpunkte voneinander abgetrennt sind, finden Sie die folgenden Angaben:

  • User-Name: Der Name, mit dem sich der Benutzer am System anmeldet.
  • Passwort: Auf den meisten Systemen finden Sie hier ein x – ein Hinweis, dass das Kennwort in die Datei /etc/shadow ausgelagert wurde. (Früher stand an dieser Stelle das verschlüsselte Passwort.) Ist das Feld leer, ist die Anmeldung ohne Passwortabfrage möglich.
  • UID: Jeder Benutzer ist unter Linux eindeutig über eine Nummer, die UID ("User Identification"), identifizierbar; der Administrator Root hat die 0; 1 bis 99 sind typischerweise für System-Accounts reserviert.
  • GID: Jeder Benutzer ist Mitglied einer oder mehrerer Gruppen, die über so genannte GIDs ("Group Identification") identifiziert werden.
  • Zusätzliche Information: Eine genauere Beschreibung des Benutzers, die aus mehreren Worten bestehen darf (oft steht hier der Vor- und Zuname, die Telefon- oder Zimmernummer).
  • Home-Verzeichnis: Bei "normalen" Benutzern meistens /home/username, bei Pseudo-Usern steht hier oft ein Arbeitsverzeichnis (z. B. für den Drucker-Daemon – Benutzer lp – das Verzeichnis /var/spool/lpd).
  • Shell: Der zu startende Kommandozeileninterpreter, wenn der Benutzer sich am System anmeldet (meistens /bin/bash).

Abbildung 1: In der Datei "/etc/passwd" finden Sie Angaben zu den Benutzern des Systems.

Passwort im Schatten

Wie schon erwähnt, setzen moderne Systeme meist Shadow-Passwörter ein. Dies erhöht die Sicherheit u. a. dadurch, dass die verschlüsselten Einträge nicht mehr in der für alle Anwender lesbaren Datei /etc/passwd, sondern in der Datei /etc/shadow stehen, die nur der Administrator lesen kann. Ein weiterer Vorteil von Shadow-Passwörtern ist, dass sie Informationen über die letzte Änderung des Kennwortes und einen Kontrollmechanismus zur Passwort-Änderung bieten.

Auch die Zeilen in /etc/shadow enthalten durch Doppelpunkte getrennte Felder. Im Einzelnen kann man dort die folgenden Angaben unterbringen:

  • User-Name: Der Benutzername (wie bei /etc/passwd).
  • Passwort: Hier steht das verschlüsselte Passwort. Dieses Feld darf nicht leer bleiben, daher steht für die Pseudo-Benutzer wie lp an dieser Stelle ein Sternchen "*". Um einen Zugang vorübergehend zu sperren, kann ein Ausrufezeichen vorangestellt werden.
  • Letzte Änderung: Hier steht Datum der letzten Passwortänderung – gemessen in Tagen seit dem 01.01.1970.
  • Mindestalter / Maximalalter: Wie alt das Passwort werden muss und darf, bevor der Benutzer es ändern kann bzw. muss.
  • Warnung: Wieviele Tage vor Ablauf des Passworts wird der User gewarnt?
  • Puffer: Wieviel Spielraum nach Ablauf des Passworts bleibt, bis der Account wirklich gesperrt wird.
  • Gültigkeit: Datum, an dem das Passwort abläuft (angegeben in Tagen ab dem 01.01.1970).
  • Frei: Das letzte Feld ist reserviert.

Beachten Sie, dass lediglich die ersten beiden Einträge zum Benutzernamen und zum Kennwort vorhanden sein müssen; die restlichen Felder sind optional. Ein Beispieleintrag könnte also so aussehen:

petronella:$1$RXbNLkU8$XULLOGFVs6LTxmSRqCS.P/:12872:0:99999:7:::
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