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mkisofs, mount, md5sum
Gut kombiniert
Kommandozeilenprogramme haben den Vorteil, dass man sie miteinander verketten kann. So ist es beispielsweise durch eine geschickte Kombination des mkisofs-Aufrufs mit direkt folgendem cdrecord-Befehl [2] möglich, CDs "on the fly" zu brennen – den Plattenplatz für das ISO-Image benötigen Sie dann nicht mehr. Die Option -o ausgabedatei lassen Sie im mkisofs-Aufruf einfach weg und geben die Ausgabe über ein Pipe-Zeichen direkt an cdrecord weiter. Einziger Haken an der Sache: Sie sollten durch einen Puffer sicherstellen, dass es zu keinem Buffer Underrun und somit zum Verlust des Rohlings kommt. Auch wenn Linux gute Multitasking-Fähigkeiten besitzt, gehen Sie einfach auf Nummer sicher und fügen dem cdrecord-Aufruf einen Puffer von 6 MByte hinzu:
mkisofs -V "LinuxUser Backup 02/2005" -J -R /home/linux-user | cdrecord -v fs=6m speed=4 dev=0,0,0 -
Vergessen Sie nicht das Minuszeichen am Ende des langen Befehls; über dieses teilen Sie cdrecord mit, dass es nicht eine Datei, sondern die Standardeingabe lesen soll – so wandern die Daten in einem Rutsch von der Festplatte auf die Silberscheibe.
Glossar
ISO
Die International Organization for Standardization (ISO) erarbeitet technische Standards für verschiedene Bereiche. Für die Verwaltung von Dateien auf CD-ROMs hat sich der ISO-9660-Standard durchgesetzt: Dank ihm können CDs auf verschiedenen Betriebssystemen gelesen werden. Ursprünglich wurden nur kurze Dateinamen unterstützt; die Rock-Ridge- und Joliet-Erweiterungen heben diese Grenzen aber schon seit einiger Zeit auf.
MD5-Prüfsumme
Mit Prüfsummen stellt man sicher, dass eine Nachricht korrekt übertragen wurde – Sender und Empfänger berechnen die Prüfsumme, und wenn es bei der Übertragung keine Fehler gab, erhalten beide das gleiche Ergebnis. MD5 ist ein 1991 von Ron Rivest entwickelter Algorithmus [1], der aus einer Datei einen 128 Bit großen Hash-Wert berechnet, welcher in der Regel in Hexadezimalschreibweise (mit 32 Stellen) dargestellt wird. Man nennt den Hash-Wert auch Fingerabdruck (englisch: "fingerprint").
Buffer Underrun
Während des eigentlichen Brennvorgangs werden die Daten in einen Pufferspeicher geschrieben, um einen gleichbleibenden Datenstrom zu erhalten. Wird dieser leer und kommen neue Daten zu langsam nach, bricht das Brennen auf älteren Geräten mit einem "Buffer-Underrun"-Fehler ab – der Rohling ist dann unbenutzbar. Neuere Geräte mit "BurnProof"-Technik verhindern solche Buffer Underruns: Wenn der Datenstrom abreißt, wartet der Brenner auf neue Daten und setzt den Brennvorgang an der letzten Position fort.
Infos
[1] RFC 1321 "The MD5 Message-Digest Algorithm": http://www.ietf.org/rfc/rfc1321.txt
[2] cdrecord-Artikel: Hans-Georg Eßer, "Die Konsole brennt – CDs auf der Kommandozeile schnell geschrieben", LinuxUser 05/2001, S. 15 ff., http://www.linux-user.de/ausgabe/2001/05/015-cdrecord/cdrecord.html



