NEUE LEISTEN BRAUCHT DAS LAND

Zusatz-Panel für KDE

01.04.2005
Eine Desktop-Umgebung, die etwas auf sich hält, bringt von Haus aus eine Leiste mit Menü und weiteren Goodies mit. Wenn Ihnen der KDE-Kicker grafisch nicht spektakulär genug erscheint, polieren Sie KDE doch einfach mit KoolDock oder KXDocker auf.

Der Kicker bildet die Kommandozentrale von KDE. Aus dieser Leiste heraus starten Sie Programme, wechseln den Desktop oder integrieren Minianwendungen in den Systembereich. Neben diesen Funktionen wartet das Programm auch mit grafischen Reizen auf: Es erscheint auf Wunsch transparent und animiert die Icons für den Programmstart mit einem Lupeneffekt, sobald man die Maus über eines der Symbole bewegt. Dabei kann die KDE-Standardleiste jedoch nicht mit der grafischen Eleganz des Docks von MacOS X mithalten. Solch ein Augenschmaus fehlte auch Matias Fernandez, Francisco Guidi und Stefano. Die ersten beiden entwickelten ebenso wie Stefano eine zusätzliche KDE-Leiste, die sich grafisch an das MacOS-X-Dock anlehnt. In diesem Artikel nehmen wir KoolDock [1] und KXDocker [2] unter die Lupe und verraten, wie Sie KDE mit einer der beiden Leisten nicht nur optisch aufwerten.

Echt cool

Bei KoolDock [2] handelt es sich um ein Projekt, dessen Entwickler sich Coolness auf die Fahnen geschrieben haben. Zum Compiler müssen Sie nicht greifen, um den Coolness-Faktor der Leiste zu überprüfen: Auf unserer Heft-CD finden sie Pakete für Mandrake, Debian und Suse Linux. Die erstgenannten stammen von der Projekt-Homepage, die RPM-Pakete für Suse Linux gibt es im Netz unter [3]. Wer aus Überzeugung lieber den Quellcode verwendet, übersetzt und installiert KoolDock mit dem bekannten Dreisatz ./configure && make && su -c "make install". Vor dem ersten Start empfiehlt es sich, den Kicker mit der Maus an den oberen oder einen der seitlichen Bildschirmränder zu ziehen, da KoolDock sein Lager am unteren Desktop-Rand aufschlägt. Nach dem Aufruf von kooldock öffnet die Leiste ein Hinweisfenster. Es verrät, dass Sie KoolDock erst zu Gesicht bekommen, wenn Sie die Maus an den unteren Bildschirmrand bewegen. Dort erwartet Sie eine optisch stark an MacOS X angelehnte Applikation (Abbildung 1).

Abbildung 1: KoolDock zeigt sich, sobald Sie mit der Maus an den unteren Bildschirmrand fahren.

In der Standardeinstellung offeriert KoolDock sechs Icons zum Programmstart. Fahren Sie mit der Maus über die Leiste, hebt das Programm das jeweils aktive Icon mit einem Zoom-Effekt hervor. Oberhalb des Docks blendet die Anwendung die Aktion ein, die es bei einem Linksklick ausführt, beim links in der Leiste liegenden Symbol etwa den Start des Konqueror.

Mit einem Rechtsklick auf KoolDock öffnen Sie das Kontextmenü. Die wichtigsten Einträge finden Sie im Untermenü KoolDock. So wechseln Sie beispielsweise über Go to Desktop auf eine andere Arbeitsfläche. Die Task List zeigt eine Liste der geöffneten Fenster an. Um KoolDock an Ihre Wünsche anzupassen, rufen Sie den Einstellungsdialog über den Menüpunkt Edit Preferences auf (Abbildung 2).

Abbildung 2: In diesem Dialog legen Sie fest, ob KoolDock das KDE-Menü integriert.

Wollen Sie die Liste der geöffneten Programme nicht umständlich über das Kontextmenü einblenden, integrieren Sie Symbole für die laufenden Programme direkt in das Dock. Setzen Sie dazu auf dem Registerreiter Visual ein Häkchen vor Enable Taskbar. Das KDE-Menü binden Sie durch Aktivieren von Show K Menu in KoolDock ein. Nach einem Klick auf OK zeigt die Leiste auf der linken Seite ein entsprechendes Symbol an. Experimentierfreudige Naturen schalten zusätzlich über Enable System Tray die Anzeige des Kicker-Systembereichs in KoolDock ein. Sobald Sie danach ein Systembereichs-Applet starten, taucht es in der Leiste auf. Allerdings funktionieren noch nicht alle Applets:Ein Klick auf kamix, mit dem Sie unter Suse Linux die Lautstärke einstellen, bewirkte auf unserem Testsystem nichts.

Neue Anwendungs-Icons integrieren Sie auf dem Registerreiter Application List in KoolDock. Am einfachsten gelingt das, indem Sie einen Programmstarter aus dem K-Menü in das Einstellungsfenster ziehen und dort fallen lassen. Ein Klick auf Add im folgenden Dialog nimmt den Programmstarter in die KoolDock-Auswahl auf. Arbeiten Sie mit vielen geöffneten Kommandozeilenfenstern, die zuviel Platz in der Leiste benötigen, tragen Sie das Terminal-Programm auf dem Reiter Ignore list in die Tabu-Liste ein. Klicken Sie zunächst auf Grab Window und danach auf eines der Anwendungsfenster, das Sie nicht in Liste der aktiven Programme sehen wollen. Jetzt fehlt nur noch ein Klick auf Add im Konfiguraionsdialog von KoolDock: Es trägt das soeben markierte Programm in die Liste ein und zeigt es künftig in der Fensterliste nicht mehr an.

Ein Hauch von MacOS X

Mit KXDocker existiert eine weitere KDE-Leiste, die sich optisch an Mac OS X anlehnt. Auf unserer Heft-CD und der Projekt-Homepage liegen Pakete für Mandrake und Suse Linux bereit. Die RPM-Dateien für Mandrake Linux lassen sich auch unter Fedora Core 2 problemlos einspielen. Um KXDocker aus den Quellen zu übersetzen, kompilieren Sie zunächst das Paket kxdocker-0.27 und danach kxdocker-resources-0.9, das Daten und Icons der Leiste enthält.

Sie starten Ihre Neuerwerbung mit dem Kommando kxdocker, woraufhin sich die Leiste am unteren Bildschirmrand einnistet. Sie offeriert nicht nur Icons zum Programmstart, sondern bietet darüber hinaus das KDE-Startmenü und diverse Applets (Abbildung 3). Das Spektrum der Minianwendungen umfasst einen Kalender, eine Uhr, Anzeigen für die aktuelle Netz- und CPU-Last sowie eine Batteriestandsanzeige. Zusätzlich zu der Leiste platziert KXDocker ein Mini-Icon im Systembereich des Kicker. Über einen Klick darauf blenden Sie KXDocker ein und aus.

Abbildung 3: KXDocker startet mit einem Button für das K-Menü, sowie Anwendungsstartern und Applets.

Um die für Desktop-Rechner überflüssige Batteriestandsanzeige zu entfernen und weitere Programmstarter in die Leiste zu integrieren, öffnen Sie über Configurator des KXDocker-Kontextmenüs den Einrichtungsdialog (Abbildung 4). Anwendungsstarter und Applets entfernen Sie auf der Registerkarte Objects des unübersichtlichen Optionsdialogs. Markieren Sie dort den Eintrag, den Sie loswerden wollen, und klicken Sie in der rechten Fensterhälfte auf das Symbol, das einen schwarzen Kreis mit weißem Kreuz zeigt.

Neue Programmstarter erzeugen Sie mit dem Zauberstab-Icon: Ein Klick darauf legt einen neuen Eintrag an, dessen Eigenschaften Sie auf den Registerreitern der rechten Fensterhälfte bearbeiten. Den Text hinter Name dürfen Sie frei wählen. Das Feld Over Text showed nimmt die Zeichenkette auf, die KXDocker einblendet, sobald Sie die Maus über das neue Symbol bewegen. Auf dem Register Images wählen Sie das Icon für den neuen Eintrag aus. Damit ein Klick auf das neue Icon ein Programm startet, legen Sie auf dem Reiter Actions hinter onClickExec die gewünschte Aktion fest, also etwa thunderbird, wenn Sie einen Eintrag für das Mail-Programm anlegen wollen. Die beiden Pfeil-Buttons dienen zum Positionieren des neuen Symbols. Je weiter Sie es in der Liste nach oben verschieben, desto weiter links taucht es in der Leiste auf. Mit einem Klick auf das Disketten-Symbol speichern Sie Ihre Anpassungen. Nach Eingabe eines Dateinamens fragt KXDocker nach, ob er diese Konfiguration beim nächsten Start automatisch laden soll.

Abbildung 4: In diesem unübersichtlichen Dialogfenster passen Sie das Verhalten von KXDocker an.

Weitere Hilfe zum Anpassen des Docks finden Sie im Anwendungshandbuch [5], das einige Konfigurationsbeispiele enthält.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

  • Angedockt
    Mehrere Projekte bieten inzwischen Programme an, die den Desktop wie bei Mac OS X um eine Schnellstartleiste erweitern. Sowohl optisch als auch technisch ist Cairo-Dock derzeit der Favorit.
  • Gnome und KDE mit AWN und Cairo Dock ausbauen
    Dank OpenGL-Effekten und Transparenz verleihen der Avant Window Manager und GLX-Dock dem Desktop eine brillante Note.
  • Apple-Feeling auf dem Linux-Desktop mit Docky
    Wer auf Designer-Chic beim Panel steht, der greift zu Docky und holt sich so das Look & Feel aus der Apple-Welt auf den digitalen Schreibtisch.
  • Angedockt
    Nach schwabbelnden Fenstern und rotierenden Desktops sickert der 3D-Support nun in andere Bereiche des Desktops: Mit dem Avant Window Navigator erscheint am Horizont eine modernisierte Neuauflage des Panels.
  • deskTOPia: wmdrawer
    Programmstarter gibt es wie Sand am Meer. Um nicht nur einer von vielen zu sein, muss eine solche Anwendung schon besondere Features bieten: so wie wmdrawer.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 11/2014: VIDEOS BEARBEITEN

Digitale Ausgabe: Preis € 4,95
(inkl. 19% MwSt.)

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Tipp der Woche

Schnell Multi-Boot-Medien mit MultiCD erstellen
Schnell Multi-Boot-Medien mit MultiCD erstellen
Tim Schürmann, 24.06.2014 12:40, 0 Kommentare

Wer mehrere nützliche Live-Systeme auf eine DVD brennen möchte, kommt mit den Startmedienerstellern der Distributionen nicht besonders weit: Diese ...

Aktuelle Fragen

WLAN-Signalqualität vom Treiber abhängig
GoaSkin , 29.10.2014 14:16, 0 Antworten
Hallo, für einen WLAN-Stick mit Ralink 2870 Chipsatz gibt es einen Treiber von Ralink sowie (m...
Artikelsuche
Erwin Ruitenberg, 09.10.2014 07:51, 1 Antworten
Ich habe seit einige Jahre ein Dugisub LinuxUser. Dann weiß ich das irgendwann ein bestimmtes Art...
Windows 8 startet nur mit externer Festplatte
Anne La, 10.09.2014 17:25, 6 Antworten
Hallo Leute, also, ich bin auf folgendes Problem gestoßen: Ich habe Ubuntu 14.04 auf meiner...
Videoüberwachung mit Zoneminder
Heinz Becker, 10.08.2014 17:57, 0 Antworten
Hallo, ich habe den ZONEMINDER erfolgreich installiert. Das Bild erscheint jedoch nicht,...
internes Wlan und USB-Wlan-Srick
Gerhard Blobner, 04.08.2014 15:20, 2 Antworten
Hallo Linux-Forum: ich bin ein neuer Linux-User (ca. 25 Jahre Windows) und bin von WIN 8 auf Mint...