Software News

01.04.2005

Kurz notiert

Die Firma Firetrust Limited hat ihre Anti-Spam-Lösung jetzt als Mailwasher Server Open Source Version 2.01 unter der GPL und einer abgewandelten Mozilla Public License freigegeben. Sie verspricht sich von der Freigabe einen Entwicklungsschub durch die Open-Source-Gemeinschaft. Selbstverständlich nimmt Firetrust an der Entwicklung weiterhin aktiv teil und plant bereits für den Oktober die Version 3.0, die unter anderem über eine LDAP-Anbindung verfügen soll.

Mit Sunbird 0.2 steht ein weiterer Spin-Off der Mozilla-Suite bereit, der den Mozilla-Kalender beerben soll. Das Programm bietet verschiedene Ansichtsmodi und ermöglicht die Verwaltung von Ereignissen und Aufgaben. Eine Alarmierungsfunktion darf natürlich nicht fehlen. Neben Linux existiert Sunbird für Windows und Mac OS-X. Sogar eine deutsche Version ist schon erhältlich.

Wie bereits im letzten Jahr angekündigt, gab IBM jetzt in Zusammenarbeit mit der Rexx Language Association die Programmiersprache Object Rexx unter der Common Public License frei. In einem eigens eingerichteten Projekt auf dem Sourceforge-Server finden ambitionierte Entwickler den Quellcode der Version 3.0 sowie die entsprechende Dokumentation, die jedoch nicht ganz vollständig ist. IBM entwickelte Rexx Ende der 70er speziell für den Einsatz auf Großrechnern. Heute existieren Versionen für eine Reihe von PC-Betriebssystemen wie OS/2. Das freigegebene Object Rexx erlaubt darüber hinaus objektorientierte Programmierung mit Rexx.

Um bei Gehaltsverhandlungen abzuschätzen, wie hoch das Nettogehalt sein wird, blieb Linux-Anwendern bis dato nur der Einsatz von Online-Kalkulatoren. Mit dem Python-Programm Lohnrechner kann der Anwender jetzt seine Berechnungen offline durchführen. Das Programm basiert auf den aktuellen Berechnungsgrundlagen für 2005 und ist dank modularem Aufbau in eigene Anwendungen integrierbar. Es liegt auf dem FTP-Server der Intevation GmbH.

Wer sich gerade auf die LPI-Zertifizierung vorbereitet, sollte einen Blick auf das Anfang Februar gestartete LPI-Forum (http://www.lpi-forum.de) werfen. Die neue deutschsprachige Anlaufstelle für Fragen rund um Linux sieht sich aber nicht als reine Lernhilfe, sondern möchte eine zentrale Kommunikations- und Informationsquelle sein. LPI-Absolventen, Dozenten, LPI-Anwärter, aber auch normale Linux-Benutzer sollen wechselseitig Erfahrungen austauschen und Hilfestellungen geben.

Seit Mitte Februar ist die Version X11R6.8.2 des X-Servers von X.org erhältlich. Wie schon das vorangegangene Release enthält es hauptsächlich Fehlerkorrekturen und nur wenige neue Funktionen. Zu den Neuerungen zählt unter anderem die Anbindung an Freetype 2.1.8 und die Überarbeitung der DMX-Bibliotheken. Außerdem besitzt X11R6.8.2 eine neue Mesa-Bibliothek und verfügt über aktualisierte Treiber für die Chipsätze von ATI, Nvidia und Intel.

Die soeben erschienene Version 1.0 der VoIP-Software Skype für Linux setzt sich von der bereits seit einiger Zeit erhältlichen Beta-Version durch einen erweiterten Funktionsumfang ab. So verfügt die neue Version über ein globales Telefonverzeichnis aller Skype-Nutzer, bietet eine Instant-Messaging-Option, ermöglicht Konferenzschaltungen und Dateitransfers. Die aktuelle Version steht auf der Web-Seite http://www.skype.com zum kostenlosen Download bereit.

Das Unternehmen Motorola plant, ein Viertel seiner neuen Produktpalette mit Linux auszustatten. Diese acht bis zehn Modelle treten die Nachfolge der ebenfalls Linux-basierten Geräte E680, A768i und A780 an. Für seine restlichen Produkte setzt Motorola jedoch weiter Symbian als Betriebssystem ein. Ungeachtet dessen sieht das Unternehmen eine große Zukunft für Linux-basierte Handys und will sein Engagement in diesem Segment weiter ausbauen.

Ein Netzwerk-Tool für alle Fälle

An Programmen zur Netzwerkanalyse mangelt es Linux nicht. Mit den Java-basierten JNet-Tools (http://www.ventruba.com/www/jnettools) steht dem Administrator jetzt aber ein Werkzeugset zur Verfügung, das er auf jeder Plattform sofort ohne große Installation einsetzen kann, eine vorhandene Java-Unterstützung natürlich vorausgesetzt.

Der Funktionsumfang reicht vom schlichten Ping auf einen Rechner über Traceroutes bis hin zu DNS- und Whois-Abfragen. Aber auch einfache Portscans kann der Anwender bei Bedarf mit JNet-Tools durchführen. Für die Netzwerkplanung leistet besonders der Netzwerkkalkulator Netcalc gute Dienste: Basierend auf einer Start-IP-Adresse, der Netzwerkklasse und der Netzwerkmaske berechnet die Routine alle möglichen Teilnetzbereiche.

In der aktuellen Verion 0.3.3 korrigierten die Entwickler einen Fehler, der beim Wechseln der Sprache auftrat. Augenblicklich unterstützt das Programm nur Deutsch und Englisch.

Die JNet-Tools machen eine Whois-Abfrage sehr komfortabel.

Infektionsprophylaxe mit Clam Antivirus

Obwohl für Linux-Anwender zur Zeit keine akute Bedrohung durch Viren besteht, erscheint es dennoch ratsam, die virtuellen Schädlinge mittels geeigneter Programme in Schach zu halten. Hier bietet sich zum Beispiel Clam AV (http://www.clamav.net) an, das mehr als 30000 verschiedene Viren, Würmer und Trojaner identifiziert. Selbstverständlich erkennt das Programm nicht nur die verbreiteten Windows-Viren, sondern auch die noch geringe Anzahl an Linux- und Unix-Schädlingen.

Das Antiviren-Toolkit kommt hauptsächlich interaktiv mit Mailservern zum Einsatz. Ein Interface für Sendmail existiert bereits. Es ermöglicht der Software, sämtliche Mail-Anhänge auf Viren zu prüfen. Komprimierte Anhänge stellen dabei kein Problem dar: Das Programm verfügt über Schnittstellen zu allen gängigen Kompressions-Tools und entpackt so neben Microsofts Cab-Format beispielsweise die bekannten Archivformate Rar und Zip.

Selbstverständlich lässt sich Clam AV auch als Virenscanner auf der Kommandozeile nutzen. Die Parameter erlauben rekursives Scannen durch Verzeichnisstrukturen, den Ausschluss von Dateien, das Verfolgen und Scannen von URLs, sowie das Setzen einer maximalen Rekursionstiefe oder der maximalen Anzahl zu prüfender Dateien.

In der aktuellen Version 0.82 wurden die Scan-Routinen nochmals überarbeitet. Das Überprüfen von Multipart-Nachrichten ist jetzt ebenso möglich wie die Kontrolle nicht standardisierter Mail-Archive.

Mit Clam AV prüfen Sie Ihre Dateien auf Viren.

Einfach texten mit Ted

Für die tägliche private Korrespondenz muss es nicht immer eine Office-Suite sein. Eine einfache Textverarbeitung wie Ted (http://www.nllgg.nl/Ted/) reicht für Briefe an die Verwandten oder Anschreiben an die Behörden oder einfach nur das Erledigen der Schulaufgaben in der Regel völlig aus.

Besonders auf älteren Rechnern mit geringen Systemressourcen erweist sich das Programm als eine echte Alternative zu den gängigen Boliden. Dabei braucht der Anwender weder auf Tabellen noch auf Fußnoten oder Grafiken zu verzichten. Das Programm beherrscht alle wesentlichen Funktionen wie das Festlegen von Rändern oder der Dicke eines Rahmens. Mathematische Operationen in Tabellen bietet die Software dagegen nicht. An Schriftarten lassen sich nur Adobe-Schriften verwenden.

Als Dateiformat setzt Ted auf das altbewährte Rich Text Format (RTF). Bei Bedarf lassen sich die Texte jedoch auch im HTML- oder reinem ASCII-Format abspeichern. Weitere Formate unterstützt das Programm nicht. Die Oberfläche stellt eine Schwäche dar: Sie liegt nur in englischer Sprache vor, setzt allerdings keine umfangreichen Kenntnisse voraus. Zur Rechtschreibkontrolle existiert ein Erweiterungspaket, das ein deutsches Wörterbuch einbindet.

Die aktuelle Version 2.1.7 korrigiert eine Reihe von Fehlern und unterstützt nun das Euro-Symbol, sofern dies in der jeweiligen Schriftart vorhanden ist. Außerdem nahmen die Programmierer Verbesserungen an der HTML-Unterstützung vor.

Selbst komplexere Dokumente lassen sich in der aktuellen Version mit dem Editor Ted leicht erstellen.

Volle Synchronisation mit Fullsync

Geht es um die Synchronisation von Dateien und Verzeichnissen zwischen verschiedenen Datenträgern oder Rechnern, ist für die meisten Anwender das Konsolenprogramm Rsync das Maß aller Dinge. Dass es bei nahezu gleichem Leistungspotenzial auch komfortabler geht, zeigt das Programm Fullsync (http://fullsync.sourceforge.net).

Dank der grafischen Oberfläche erstellen Sie in kürzester Zeit ein Synchronisations-Profil. Neben dem Quell- und Zielverzeichnis legen Sie den Synchronisationstyp und ein Regelwerk für die zu bearbeitenden Dateien fest. Derzeit beherrscht Fullsync vier Sychronisationstypen, von denen eine einen bidirektionalen Abgleich durchführt. Zur Vermeidung von Übertragungsfehlern puffert die Software die Verbindung standardmäßig. Dies erweist sich als besonders vorteilhaft, wenn die Sychronisation über eine FTP-, SFTP- oder Samba-Verbindung erfolgt.

Mit Hilfe eines von Ihnen vorgegebenen Regelwerks ermittelt die Software, welche Dateien Sie synchronisieren wollen. In einfachen Fällen reicht ein regulärer Ausdruck, der alle zulässigen Dateien erfasst. Für komplexere Anforderungen steht Ihnen die Möglichkeit offen, das Regelwerk in einer XML-Datei zu definieren und nachzuladen.

Augenblicklich liegt Fullsync in der Version 0.9 vor, die erstmals den bidirektionalen Abgleich und den Zugriff auf Samba-Freigaben unterstützt. Deutschsprachige Anwender dürften sich über eine ensprechende Lokalisierung der Oberfläche freuen.

Mit einem Sychronisationsprofil lässt sich der Abgleich zwischen zwei Rechnern komfortabel konfigurieren.

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