Home / LinuxUser / 2005 / 04 / Schriften in Gnome

Newsletter abonnieren

Lies uns auf...

Folge LinuxCommunity auf Twitter

Top-Beiträge

Mandriva gibt Distribution in die Hände der Community
(268 Punkte bei 24 Stimmen)
Neues vom Systemd
(161 Punkte bei 4 Stimmen)
Mandriva in Nöten
(161 Punkte bei 4 Stimmen)

Heftarchiv

LinuxUser Heftarchiv

EasyLinux Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Partner-Links:

Shopping
Topsuche
 
Yatego Deutschlands größte Shoppingmall. 10000 Shops,
3.5 Mio Artikel. Alle Bestseller, Servertechnik und Technik Themenwelten.

Notebooks und Netzwerkhardware bei Mercateo günstig kaufen.
Internet Telefonie mit VoIP Telefonen von Gigaset
Das B2B Portal www.Linx.de informiert über Produkte und Dienstleistungen.
Günstige Digitalkameras finden Sie im Preisvergleich.
typen.jpg

© photocase.de

Fontschritt

Schriften in Gnome

01.04.2005 Computer setzen trotz grafischer Benutzeroberflächen auf Schrift. Linux leidet bei der Textanzeige noch an historischen Krankheiten, befindet sich aber auf dem Weg der Besserung. Dieser Artikel erklärt, wie Fontconfig, X und Gnome dafür zusammenarbeiten.

Trotz großer Fortschritte in den letzten Jahren beschweren sich noch immer viele User über hässliche Schriften auf dem Linux-Desktop. Die Ursachen sind nicht immer leicht zu bestimmen, denn viele Softwarekomponenten sind daran beteiligt, Buchstaben auf den Monitor zu bringen.

Welches Programm sich dabei um welchen Aspekt kümmert, bis ein Zeichen auf dem Bildschirm erscheint, variiert von Fall zu Fall. So zeichnen für die Anzeige von Schriften auf der Textkonsole ganz andere Software-Komponenten verantwortlich, als auf der X-Oberfläche. Aber auch dort gibt es wieder verschiedene Möglichkeiten.

Applikationen können sich zum Beispiel selbst um ihre Schriften kümmern, vom Einlesen der Font-Dateien über das Absatz-Layout bis zum Rendern der Zeichen. Andere Programme verwenden althergebrachte (und bewährte) X-Bibliotheken, neueste Anwendungen greifen auf Gnome-Bibliotheken zurück. Deshalb geschieht es häufig, dass Linux-Programme nebeneinander auf einem Desktop laufen, aber Schriften höchst unterschiedlich anzeigen. Dass die Schriftunterstützung sich vor allem wegen der Bemühungen um Internationalisierung in aktiver Entwicklung befindet, verkompliziert die Sache zusätzlich.

Erbe von X

Auf dem Desktop kümmert sich üblicherweise das X-Window-System um die Verwaltung und die Anzeige von Schriften, KDE und Gnome bauen darauf auf. Das aktuelle XFree86 und das alternative X.org beherrschen die gängigsten Schriftformate, denn Sie verwenden das Fontconfig-System des Freedesktop-Projekts [1]. Fontconfig liest Schriftdateien ein und liefert dem X-Window-System nach Bedarf gerasterte Zeichen. Es greift dabei auf Freetype [2] zurück, um die verbreiteten TrueType-Schriften zu rendern (siehe Kasten "Rendern und Rastern"). Die Xft-Font-Bibliothek reicht diese Daten praktisch nur noch weiter – vor der Einführung von Fontconfig war sie alleine für das Font-Renderung zuständig.

Rendern und Rastern

Die Umsetzung von Daten in eine auf einem Bildschirm darstellbare Form heißt im Computerbereich häufig Rendern – unabhängig von der konkreten Anwendung. Zum Beispiel rendern Web-Browser HTML-Quellcode, indem sie daraus eine angezeigte Seite machen. Grafikprogramme rendern aus der Beschreibung einer 3D-Szene ein Bild. Wenn Schriftprogramme Fonts rendern, rechnen sie aus der mathematischen Beschreibung eines Zeichens einzelne Punkte aus, die sie auf dem Bildschirm setzen. Da die Punkte, die ein Zeichen ausmachen, wie in einer Tabelle oder einem Raster angeordnet sind, spricht man auch von Rastern.

Gnome bedient sich im Wesentlichen dieser Komponenten, um in Anwendungen mit Schriften umzugehen. Zusätzlich bringt es die Pango-Bibliothek mit, die sich vor allem um das Layout von Textblöcken in Unicode-Zeichensätzen kümmert.

Die Einführung von Fontconfig hat viele Schriftenprobleme von Linux gelöst. Wenn Applikationen die Bibliothek nutzen, steht ihnen automatisch die ganze Vielfalt aller auf dem System installierten Schriften zur Verfügung. So kann das aktuelle Gimp seit der Einbindung von Fontconfig endlich direkt Truetype-Schriften nutzen. Auch Mozilla zeigt Schriften besser an, seit die Entwickler auf Fontconfig setzen.

Fontconfig einstellen

Nutzen Gnome-Programme die beschriebenen Bibliotheken, fällt ihnen das Font-Handling leicht: Über einen einheitlichen Mechanismus greifen sie auf alle installierten Schriften zu.

Auch für Benutzer und Administratoren bringt Fontconfig viele Vorteile. Die Konfigurationsdateien finden sich in /etc/fonts. Die dort befindliche Datei fonts.conf definiert im XML-Format die Pfade zu den Font-Dateien sowie verbreitete Alias-Namen, also zum Beispiel den Namen Sans für eine Reihe von serifenlosen Schriften. Meistens liegen die Schriften in den Verzeichnissen /usr/share/fonts und /usr/X11R6/lib/X11/fonts. Den entsprechenden Ausschnitt aus der Konfigurationsdatei zeigt Listing 1.

Listing 1

/etc/fonts/fonts.conf

<dir>/usr/share/fonts</dir>
<dir>/usr/X11R6/lib/X11/fonts/Type1</dir>
<dir>/usr/local/share/fonts</dir>
<dir>~/.fonts</dir>

Der letzte Eintrag fügt das Directory .fonts im Home-Verzeichnis jedes Benutzers hinzu. Legt man hier Schriftdateien ab, stehen sie in allen Anwendungen zur Verfügung, die Fontconfig benutzen.

Um nicht für jede Anwendung, die Schriften auflistet, aufs Neue alle Verzeichnisse durchsuchen zu müssen, speichert Fontconfig Informationen über die Fonts in Cache-Dateien zwischen. Eine neue Truetype-Schrift ACID.TTF installieren Sie in im privaten Font-Verzeichnis folgendermaßen:

cd
cp ACID.TTF .fonts
cd .fonts
fc-cache

Der Befehl fc-cache, im Font-Verzeichnis ausgeführt. aktualisiert bei laufender X-Oberfläche die Cache-Datei im aktuellen Verzeichnis. Nun können Sie die Schrift AcidBath in alle Gnome-Anwendungen nutzen.

Einem Freund empfehlen    Druckansicht Bookmark and Share
Kommentare

846 Hits
Wertung: 0 Punkte (1 Stimme)

Schlecht Gut

Infos zur Publikation

Infos zur Publikation

LinuxUser 06/2012

Aktuelle Ausgabe kaufen:

Heft bestellen Heft als PDF kaufen

LinuxUser erscheint monatlich und kostet in der Nomedia-Ausgabe EUR 5,50 und mit DVD EUR 8,50. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der LinuxUser-Homepage.

Im LinuxUser-Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben für 3 Euro. Das Jahresabo (ab EUR 56,10) können Sie im LNM-Shop bestellen.

Tipp der Woche

Adobe AIR
Adobe-AIR-Programme installieren und (manuell) starten
Tim Schürmann, 14.05.2012 13:09, 0 Kommentare

Es gibt sie noch: neue Anwendungen, die Adobes Integrated Runtime voraussetzen. Aktuellstes und vermutlich auch größtes Beispiel ist das Adventure Botanicula

Aktuelle Fragen

gibt es ein Kommandozeilen Tool, um ein X11-Fenster in ein Anderes einzubetten?
GoaSkin , 21.05.2012 16:44, 0 Antworten
Das XEmbed-Protokoll ist u.A. dazu gedacht, dass man eine X11-Anwendung in eine andere wie ein Wi...
Apache2, Options -Indexes geht nicht
no no, 12.05.2012 19:01, 8 Antworten
Habe in apache2.conf folgendes stehen: Options -Indexes ...
LInux auf Dell LS H500
Andreas Endresl, 09.05.2012 08:54, 2 Antworten
Habe einen alten Dell Latitude LS H500 nur mit ext. Floppy und CD es geht nur immer eines von den...
Datenwiederherstellung unter Ubuntu 12.04 mit "Simple Backup" nach Umzug von Linux Mint
Christian Lottmann, 07.05.2012 13:33, 0 Antworten
Vor dem Umzug auf Ubuntu 12.04 habe ich unter Linux MInt mit "Simple Backup" voll (15.4.2012) und...
DKMS für den propritären NVIDIA-Treiber
Commander Data, 26.04.2012 22:02, 2 Antworten
Hallo an die Gemeinde. Ich habe hier ein interessantes Stück openSuSE gefunden. http://forums.op...