Home / LinuxUser / 2005 / 04 / Schriften bearbeiten mit Fontforge

Newsletter abonnieren

Lies uns auf...

Folge LinuxCommunity auf Twitter

Top-Beiträge

„Klickbunt auf dem Server? Warum nicht, wenn's hilft!"
(208 Punkte bei 7 Stimmen)

Heftarchiv

LinuxUser Heftarchiv

EasyLinux Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Partner-Links:

Das B2B Portal www.Linx.de informiert über Produkte und Dienstleistungen.

blau.jpg

© photocase.de

Schöne Buchstaben

Schriften bearbeiten mit Fontforge

01.04.2005 Im Internet freie Schriften zu finden, ist kein Problem. Oft fehlen allerdings die deutschen Umlaute. Mit Fontforge bearbeiten Sie Schriftsätze und fügen die gewünschten Zeichen hinzu.

Eigene Schriften zu entwerfen, ist nicht gerade alltäglich, denn nur Spezialisten beherrschen diese Kunst wirklich. Kleine Veränderungen einzelner Zeichen oder die Erweiterung existierender Schriftsätze sind jedoch auch ohne tiefe Typografiekenntnisse möglich. Mit dem freien Programm Fontforge [1] steht angehenden Schriftendesignern ein mächtiges Werkzeug zur Verfügung.

Der Schriftexperte

Die Software beherrscht die gängigsten Schriftformate: TrueType, Postscript Type 1 bis 3, OpenType und einige andere. Sie alle beschreiben die Umrisse von Schriften als mathematische Kurven. Das bringt den Vorteil, dass solche Fonts ohne Qualitätsverlust vergrößert und verkleinert werden können. Tatsächlich bieten diese Schriftformate buchstäblich hunderte von Einstellmöglichkeiten, bis hin zur eingebauten Programmiersprache – dementsprechend komplex gibt sich Fontforge.

Jede Font-Datei ordnet einem Zeichen ein bestimmtes Schriftbild (Glyph) zu. Das Zeichen "A" kann je nach Font zum Beispiel oben dreieckig, rechteckig oder auch rund abgeschlossen sein. Grundsätzlich unterscheidet man bei Schriften zwei Klassen: mit so genannten Serifen und ohne. Damit sind die zumeist spitzen Schnörkel an den Enden eines Buchstabens gemeint (Abbildung 1). Der Legende nach haben die Römer bei Inschriften solche Kerben angebracht, um das Absplittern des Steins zu verhindern.

Abbildung 1: Die linke Schrift enthält Serifen, die rechte gilt als Sans Serif.

Serifenschriften kommen meist bei längeren Texten zum Einsatz, wie etwa in Büchern. Auch LinuxUser benutzt eine Serifenschrift, die Garamond. Bekanntestes Mitglied der Familie ist die Times – Word-Benutzern als Times New Roman bekannt.

Serifenlose Schriften wirken, sehr allgemein gesprochen, moderner – auf Kosten der Lesbarkeit. Die Kunst der Schriftdesigner hat aber auch Mischformen hervorgebracht, die modern wirken und gut lesbar sind.

Die zweite wichtige Unterscheidung bezieht sich auf die Zeichenbreite. In nichtproportionalen Schriften nehmen alle Zeichen dieselbe Breite ein, egal ob es sich um ein breites m oder ein schmales i handelt. Der freie Raum links und rechts vom sichtbaren Teil zählt typografisch zum Zeichen dazu. Solche Schriftarten werden vor allem am Bildschirm verwendet, vorzugsweise beim Programmieren. Die Listings in LinuxUser sind in serifenlosen Font gesetzt.

Bei proportionalen Schriften nimmt dagegen jedes Zeichen nur den Raum ein, den es auch braucht. Bei gedruckten Texten kommen praktisch ausschließlich solche Fonts zum Einsatz.

Aufs Aussehen kommt es an

Hochwertige Schriften legen nicht nur das Aussehen jedes einzelnen Zeichens fest, sondern verbessern auch das Erscheinungsbild für einzelne Zeichenpaare: folgt dem P ein o, rückt die Anzeigesoftware das o etwas näher an das P heran. Durch den freien Raum unter dem Bogen des P entstünde sonst der Eindruck eines zu großen Abstands. Folgt nach dem P zum Beispiel ein l, ist diese Korrektur nicht nötig. Font-Dateien legen für viele Buchstabenpaare solche Sonderregeln fest, das so genannte Kerning (Anpassung der Laufweite).

Letztlich entscheidet also der subjektive Eindruck darüber, was eine gute Schrift ausmacht, nicht der mathematische Abstand. So verhält es sich auch mit der Schriftgröße: Üblicherweise ist das o etwa drei Prozent größer als das i, denn das Auge würde das i kleiner wahrnehmen, wäre es genauso groß wie das o.

Das sind nur einige von vielen Regeln, die man beachten muss, um hochwertige Schriften zu entwerfen. In anderen Bereichen genügt es, seiner Fantasie freien Lauf zu lassen, zum Beispiel bei Schmuckschriften fürs Web. Obwohl es empfehlenswert ist, auf Papier zu entwerfen, geht es bei der konkreten Umsetzung nicht ohne Software-Unterstützung.

Einem Freund empfehlen    Druckansicht Bookmark and Share
Kommentare

1622 Hits
Wertung: 110 Punkte (2 Stimmen)

Schlecht Gut

Infos zur Publikation

Infos zur Publikation

title_2013_06

Aktuelle Ausgabe kaufen:

Heft bestellen Heft als PDF kaufen

LinuxUser erscheint monatlich und kostet in der Nomedia-Ausgabe EUR 5,95 und mit DVD EUR 8,50. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der LinuxUser-Homepage.

Im LinuxUser-Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben für 3 Euro. Das Jahresabo (ab EUR 60,60) können Sie im Medialinx-Shop bestellen.

Tipp der Woche

Emacs als Psychologe
Emacs als Psychologe
Tim Schürmann, 21.05.2013 11:49, 0 Kommentare

Wer beim Schreiben in Emacs nicht mehr weiter weiß oder schier an einer Programmieraufgabe verzweifelt, der kann den eingebauten Psychologen um Rat fragen.

1966 entwickelte der Infor...

Aktuelle Fragen

Kontakt via QR code hinzufügen
Herman Sproesser, 17.05.2013 17:46, 3 Antworten
Hi hab in der aktuellen ausgabe 06.2013 den artikel über QR Codes gelesen. Ich hab nartürlich...
Dateimanager Dolphin, wo legt er die Datei Kommentare ab?
Uwe Heine, 16.05.2013 15:19, 1 Antworten
Suse Linux 12.1 - KDE 4.7.2 / Dolphin 1.7. Ich habe bei vielen Dateien über Dolphin Kommentare...
wie baut man Kernel Module so, dass sie mit jedem Kernel laden?
GoaSkin , 22.04.2013 10:22, 1 Antworten
Hallo, baut man anhand eines Kernel-Sources Module, nutzt Linux im Normalfall eine strikte V...
Problem beim Installieren von SuSe 12.3
Georg Prokert, 14.04.2013 00:04, 16 Antworten
Hallo, auf meinem neuem Laptop (Acer Aspire V3-771, Intel Core i5-3230 M, Intel HD Graphics 4...
lvm wieder loswerden
Peter Dibbern, 11.04.2013 16:28, 4 Antworten
Ich habe sämtliche alten Kisten ausgeschlachtet und aus der Teilen einen Rechner zusammengeschrau...