Bücherwurm

Das Programm psbook ordnet Seiten zum Drucken von Büchern oder Booklets mit Hilfe so genannter Signaturen an. Bevor ein gerade durchnummeriertes Dokument (1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8) als Buch gedruckt werden kann, muss die Reihenfolge der Seiten richtig zu 1, 8, 2, 7, 3, 6, 4, 5 montiert werden. Am leichtesten kann man sich das vor Augen führen, indem man vier DIN-A4-Seiten übereinander legt und in der Mitte faltet (also zu einem DIN-A5-Booklet zusammenlegt). Nummerieren Sie jetzt die Seiten von 1 bis 16 durch und nehmen die Blätter wieder auseinander, trägt das erste A4-Blatt jetzt auf der Vorderseite (im Querformat) links eine "16" und links eine "1"; auf der Rückseite steht links die "2" und rechts die "15".

Um ein solches DIN-A5-Booklet auf der Kommandozeile zu erstellen, verwenden Sie zunächst psbook, um die Seiten richtig anzuordnen, und danach psnup, um zwei Seiten auf eine zu bringen:

$ psbook text.ps text_buch.ps
[16] [1] [2] [15] [14] [3] [4] [13] [12] [5] [6] [11] [10] [7] [8] [9]
Wrote 16 pages, 1630199 bytes
$ psnup -2 -d text_buch.ps text_buch_a5.ps
[1] [2] [3] [4] [5] [6] [7] [8] Wrote 8 pages, 1638216 bytes

Geschickt kombiniert

Das Schöne an Kommandozeilenprogrammen ist, dass Sie Befehle miteinander verketten können. So lässt sich das letzte Beispiel zum Erstellen eines A5-Booklets ganz einfach in einer Zeile schreiben:

psbook text.ps | psnup -2 -d > text_buch_a5.ps

Das Pipe-Zeichen reicht die Ausgabe des ersten Kommandos direkt an den psnup-Aufruf weiter; anschließend leitet der Operator > die Standardausgabe statt auf die Konsole in eine Datei um. Dabei legt er die Datei entweder an, oder überschreibt sie, falls sie schon existiert. Alternativ verwenden Sie den Operator >>. Er legt die Datei an, falls sie noch nicht existiert, oder hängt anderenfalls den Output an das File an.

Auch für den Einsatz in Shell-Skripten eignen sich alle hier vorgestellten Programme hervorragend. Selbst KDE-Benutzer, die lieber direkt aus den grafischen Programmen heraus drucken oder PostScript-Dateien generieren, müssen nicht in die Röhre schauen: Der KDE-Druckdialog bietet alle nötigen PSUtils-Kommandos als Filter an. Wer sich also mit den Kommandozeilen-Tools auskennt, hat leichtes Spiel bei der Konfiguration der Filter (Abbildung 6).

Abbildung 6: Die PSUtils werkeln auch bei KDE-Programmen unter der Haube und sorgen für ordentlichen Druck.

Infos

[1] Die GNU-a2ps-Homepage: http://www.infres.enst.fr/~demaille/a2ps/

[2] Die PSUtils auf freshmeat.net: http://freshmeat.net/projects/psutils/

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