Die richtige Größe

Der Name verrät es: psresize wandelt Ihre PostScript-Dokumente in eine andere Größe um. Als Parameter übergeben Sie beim Aufruf die ursprüngliche Größe hinter der Option -P, die neue Größe mit -p und den Namen der originalen und neuen Datei an. Um ein DIN-A4-Dokument ins A5-Format zu bringen, tippen Sie also

$ psresize -Pa4 -pa5 datei.ps datei_a5.ps
[1] [2] [3] [4] Wrote 4 pages, 428049 bytes

Auch hier gilt wieder: Wenn Sie die Ausgabe stört, schaltet Sie diese einfach mit -q ab. psresize kennt, genau wie seine Kollegen, jede Menge Ausgabeformate. Daher eignet sich dieser Befehl hervorragend dazu, Dokumente mit internationalem Format anzupassen.

Darüber hinaus dürfen Sie psresize mit den Parametern -w ("width" = "Breite") und -h ("height" = "Höhe") eine genaue Größe in Zentimetern oder Inches (Zoll) vorgeben. Gerade für das Skalieren von EPS-Grafiken eignet sich psresize daher perfekt. Es erkennt selbständig, ob es das Bild vor dem Rendern drehen muss oder nicht.

Was kompliziert klingt, kann man sich an einem einfachen Beispiel schnell vor Augen führen. Zusammen mit der Ghostscript-Installation richten die meisten Distributionen eine Sammlung von PostScript-Grafiken ein, mit denen Sie herum experimentieren können. Bei Debian GNU/Linux finden sich die Beispiele im Verzeichnis /usr/share/doc/gs-esp/examples/); unter Suse Linux 9.2 liegen die Bilder in /usr/share/ghostscript/7.07/examples/.

Kopieren Sie die Datei tiger.ps (unter Debian GNU/Linux tiger.ps.gz) in Ihr Home-Verzeichnis. Unter Debian GNU/Linux entpacken Sie die komprimierte Datei dazu mit dem Aufruf gunzip tiger.ps.gz. Nun verändern Sie mit psresize die Größe; so führt der Aufruf

psresize -w6.0cm -h5.0cm tiger.ps tiger-neu.ps

dazu, dass psresize das neue Bild vor dem Rendern dreht. Wählen Sie stattdessen eine neue Höhe von 20 cm, nimmt psresize die Breite als begrenzenden Faktor und rendert den Hintergrund über die ganze Seite. Abbildung 5 zeigt den Original-Tiger und die beiden mit psresize veränderten Dateien nebeneinander.

Abbildung 5: Erst drehen, dann rendern.

Die richtige Wahl

Um einzelne Seiten aus einem PostScript-Dokument herauszulösen, setzen Sie das Programm psselect ein. Nur die geraden Seitenzahlen erwischen Sie, wenn Sie die Option -e ("even" = "gerade") einsetzen:

$ psselect -e datei.ps datei_e.ps
[2] [4] Wrote 2 pages, 184984 bytes

Alternativ fassen Sie nur die ungeraden Seiten eines Dokumentes mit dem Parameter -o ("odd" = "ungerade") zusammen. Noch genauer klappt das Selektieren zusammen mit der Option -p. Dahinter hängen Sie die genaue Bezeichnung der Seiten: Sie können entweder Einzelseiten mit Nummern durch Kommata oder ganze Bereiche spezifizieren. So löst der Aufruf psselect -p1-4,6 datei.ps datei_select.ps die Seiten 1 bis 4 und 6 aus dem Dokument und fasst das Ergebnis in der Datei datei_select.ps zusammen.

Ein weiteres praktisches Feature ist das Umkehren der Seitenreihenfolge: Der Parameter -r sorgt dafür, dass die Seiten der angegebenen PostScript-Datei rückwärts sortiert werden:

$ psselect -r datei.ps datei_r.ps
[4] [3] [2] [1] Wrote 4 pages, 425183 bytes

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