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PDF statt TeX-DVI

Mit pdflatex bessere PDF-Dateien erzeugen

01.04.2005 Profi-Textsatz ist und bleibt eine Domäne von LaTeX. Soll das Ausgabeformat PDF sein, liefert pdflatex die besten Ergebnisse.

Kleinere Textdokumente erstellt man bequem mit OpenOffice, doch für umfangreichere Arbeiten greifen viele Linux-Anwender bevorzugt auf LaTeX zurück, weil sie damit viele Probleme leichter lösen und Aufgaben automatisieren können, die mit einem traditionellen Office-Programm manuelles Nacharbeiten verlangen.

Speziell für das Dateiformat PDF gibt es mit pdflatex eine LaTeX-Ergänzung, welche die Eigenheiten dieses Formats ausnutzt. So unterstützt pdflatex unter anderem Querverweise innerhalb des Dokuments (z. B. zu Literaturangaben oder in andere Kapitel), das ist besonders beim Inhaltsverzeichnis nützlich, aus dem man im Acrobat Reader direkt zu allen Kapiteln springen kann. Auch die PDF-typische Gliederung, die im Acrobat Reader schnellen Zugriff auf Textstellen erlaubt, und Thumbnails, die kleine Vorschaubilder der Seiten darstellen, erzeugt pdflatex (mehr oder weniger) selbständig.

Dieser Artikel geht nur auf die Besonderheiten von pdflatex ein – eine allgemeine LaTeX-Einführung finden Sie in zwei älteren Artikeln, die bereits online sind [1,2], und im letzten Monat hat LinuxUser den komfortablen TeX-Editor Kile vorgestellt [3].

Von LaTeX zu pdflatex

Wer LaTeX bereits kennt, hat beim Umstieg auf pdflatex keine Probleme. Installiert ist das Programm eh, weil es Teil der LaTeX-Pakete ist. In vielen Fällen können Sie einfach den normalen Aufruf

latex datei.tex

durch die PDF-Variante

pdflatex datei.tex

ersetzen, um eine PDF-Datei datei.pdf zu erzeugen. Damit verzichten Sie aber auf die Besonderheiten, die pdflatex bietet. Will man es richtig machen, sind einige Änderungen notwendig.

Binden Sie Bilder mit \includegraphics ein, dann sollten Sie das Paket graphicx (das diesen Befehl zur Verfügung stellt) mit der Option pdftex laden: Aus

\usepackage{graphicx}

wird also

\usepackage[pdftex]{graphicx}

Außerdem sollten Sie das Paket times verwenden, wenn die erzeugte PDF-Datei später am Bildschirm betrachtet wird: Die Standard-TeX-Schriften sind zwar ästhetischer, aber nur für den Ausdruck optimal.

Schließlich laden Sie noch das Paket thumbpdf, um später die Möglichkeit zu haben, Ihre PDF-Datei mit kleinen Thumbnails auszustatten, die beim Navigieren in größeren Dokumenten sehr hilfreich sind.

Wollen Sie Links auf Web-Seiten integrieren, ergänzen Sie das Paket hyperref mit dem Befehl

\usepackage[pdftex]{hyperref}

Ein typischer Vorspann der TeX-Datei sieht danach aus wie in Listing 1.

Bilder einbinden

Auch mit pdflatex binden Sie Grafiken über

\includegraphics{bild
}

ein, aber der Befehl zeigt sich hier flexibler als im Standard-LaTeX: Neben PDF-Grafiken akzeptiert er auch Bilder in gängigen Formaten wie JPG und PNG. Verzichten Sie auf die Angabe einer Dateiendung, sucht pdflatex selbst nach passenden Dateien. Das EPS-Format mag die PDF-Version allerdings nicht: Eingebundene EPS-Grafiken müssen Sie daher ins PDF-Format konvertieren. Bei sehr großen Projekten lohnt es sich, diesen Schritt zu automatisieren, zum Beispiel mit dem Skript in Kasten 1.

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Infos zum Autor

Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer

Hans-Georg Eßer ist Chefredakteur der Zeitschrift EasyLinux, Doktorand an der Uni Erlangen-Nürnberg und seit Mitte der 90er begeisterter Linux-Anwender.


Infos zur Publikation

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