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01.04.2005

Kurz notiert

Wie alle Jahre wieder ließ auch in diesem Jahr KDE beim jährlichen Members Choice Awards der Seite http://www.linuxquestions.org seine Konkurrenten hinter sich und gewann die Auszeichnung als Desktop-Umgebung des Jahres. Und das sogar mit noch mehr Zuspruch als im vergangenen Jahr: Stimmten 2003 55,93 Prozent der Website-Besucher für KDE, waren es 2004 bereits 58,25 Prozent. Ebenfalls über erste Plätze durften sich Quanta als Webentwicklungs-Editor des Jahres, KDevelop als IDE des Jahres und der Konqueror als Dateimanager des Jahres freuen.

Endlich wieder online und voll funktionstüchtig sind nach längerer Downzeit das KDE-Forum (http://www.kde-forum.org) und das KDE-Wiki (http://wiki.kde.org). Beide befinden sich jetzt in den fähigen Händen Christian Kienles vom QtForum.org. Dieser hat netterweise die Organisation der Informationsplattformen übernommen, nachdem sich der bisherige Verwalter anderen Interessen zugewandt hat.

Malaga in Süd-Spanien wird nach dem Willen des KDE e.V. Ausrichter der nächsten KDE-Konferenz. Als Projektmanager bestimmten die Vereinsmitglieder Antonio Larosa Jimenez, dem nun die Ehre gebührt, der KDE Konferenz 2005 den passenden Namen zu geben. Diese wird alljährlich vom Verein (http://www.kde.org/areas/kde-ev/) in Zusammenarbeit mit verschiedenen Sponsoren veranstaltet und bildet stets den Höhepunkt der KDE-Treffen eines Jahres.

Wie immer berichten wir auch über kleinere Änderungen an bekannten Programmen: So bietet Digikam jetzt beispielsweise ein neues Bilderrandwerkzeug, zum anderen ermöglicht die Software nun eine Schwarz-Weiss-Tonwertkonvertierung. Nette neue Gimmicks bauten auch die Konqueror-Entwickler in den Dateimanager ein: Das Programm zeigt künftig den Dokumenttitel an, dazu das Favicon und unterstützt eine Autovervollständigung bei der URL-Eingabe.

Wer derzeit noch vor der Installation der Beta-Version von KDE 3.4 zurückschreckt, dem erlauben Macher von Eudpytule Minor (http://eminor.antrix.net) trotzdem einen kurzen Blick auf die Oberfläche der neuen Release. Sie haben für alle neugierigen KDE-Nutzer ein paar Bilder der ersten Beta bereitgestellt (http://eminor.antrix.net/gallery/folder/kde_3.4_beta1/).

Sicherheitslücken

Unerwünschte Nebeneffekte treten derzeit beim Chat mit dem KDE-IRC-Client Konversation auf: Eine Schwachstelle im Programm ermöglicht es Angreifern, auf dem System des Anwenders eigene Befehle auszuführen. Ein fehlerhafter Filter für bestimmter Zeichenketten in Perl-Skripten trägt die Schuld an diesem Umstand. Zudem lässt sich ein Fehler bei der Expansion einiger Variablen zur Übergabe von Befehlen ausnutzen.

Betritt ein Nutzer, dessen Name Shell-Kommandos enthält, einen Channel, und führt er zusätzlich dort ein Skript aus, lassen sich anschließend willkürliche Befehle auf dessen Rechner absetzen. Darüber hinaus vertauscht der Client bei einem Quick Connect den Nickname mit dem Passwort. Unter bestimmten Umständen offenbart der Anwender so sein Kennwort gegenüber anderen Benutzern. Betroffen sind alle Versionen bis einschließlich 0.15. Abhilfe schafft ein Update auf die Version 0.15.1 oder der Patch unter ftp://ftp.kde.org/pub/kde/security_patches/

Sicherheitstechnisch in Mitleidenschaft gezogen sind auch die KOffice-Versionen 1.3 bis einschließlich 1.3.5. Für diese hat das KDE-Team einen Patch für den PDF-Importfilter veröffentlicht. Dieser schließt eine Sicherheitslücke, mit der Angreifer Code über präparierte PDF-Dokumente einschleusen und starten können. Entdeckt wurde der Fehler in dem Programm Xpdf. Aufgrund der gleichen Code-Basis betrifft das Problem aber auch KOffice. Sicherheits-Updates für die anfälligen Versionen finden sich auf dem FTP-Server von KDE (ftp://ftp.kde.org/pub/kde/security_patches/).

Release von QT 4 verschiebt sich

Eigentlich sollte der jüngst veröffentlichten Beta-Version von QT 4 (siehe LinuxUser 04/05) schnell die Freigabe der endgültigen Version folgen. Nun kommt die nächste Generation von Trolltechs plattformunabhängiger GUI-Bibliothek doch später als zunächst geplant. Als Grund dafür nennen die QT-Entwickler die Zeit, die sie brauchen, um auf die zahlreichen Wünsche der Nutzer nach Veröffentlichung der ersten Beta adäquat zu reagieren und diese mit hoher Qualität umzusetzen. Allerdings verschiebt sich der Zeitplan für QT 4 nur leicht nach hinten. Mit einer fertigen Version rechnen die Developer nun Ende des zweiten Quartals 2005. Zuvor sollen zwei weitere Beta-Versionen erscheinen.

Unterdessen erschien ein weiteres Bugfix-Update der aktuellen QT-Generation: QT 3.3.4 soll zahlreiche Fehler beseitigen und verspricht zudem einige Optimierungen. Trolltech kündigte zugleich an, dass QT 3.3 auch nach Erscheinen von QT 4 noch eine Zeit lang weiter zu pflegen.

Freie QT-Version für Windows

Gute Neuigkeiten aus dem Hause Trolltech: Nachdem das Unternehmen die QT-Bibliothek für Linux und Mac OS X bereits unter einer freien Lizenz bereitstellt, dehnt das Unternehmen diese Lizenz künftig auf Windows aus. Genau wie auf den anderen Plattformen gibt es bei Windows zwei Varianten: Eine freie Variante sowie eine Kaufversion mit einer kommerziellen Lizenz. Die freie Version von QT für Windows soll bereits ab der kommenden Version 4.0 verfügbar sein.

Mit der dualen Lizenz verfolgt die Firma laut Eirik Chambe-Eng, Gründer und Präsident von Trolltech, das Ziel, QT auch unter Windows zu einer führenden Stellung bei den Entwicklungsumgebungen zu verhelfen. Bereits jetzt verkauft die Firma nach eigenen Angaben die meisten kommerziellen Lizenzen für Windows. Mit der freien Version von QT will das Unternehmen nun endgültig den Durchbruch in der Windows-Welt schaffen.

KStars und Kig räumen ab

Die Gewinner stehen fest: KStars und Kig stellten sich als die großen Abräumer des Programmierwettbewerbs der Website QtForum.org heraus. Bei dem von Trolltech gesponsorten Contest suchten die Juroren die beste mit QT-Bibliotheken entwickelte Lern-Software. Den ersten Platz sicherte sich dabei das beliebte Desktop-Planetarium KStars (Abbildung 1), Platz zwei belegte die interaktive Geometrie-Anwendung Kig.

Lead-Developer Jason Harris verkündete sofort nach der Bekanntgabe des Preises, dass sein Team die Siegesprämie von 1 500 Dollar komplett dem KDE e.V. spendet. Schließlich sei es KDE zu verdanken, dass KStars überhaupt existiere. Den dritten Platz teilen sich mit Keymaster, einem Schreibmaschinen-Lernprogramm, und dem Vokabeltrainer KSalomon zwei weitere KDE-Anwendungen.

Abbildung 1: KStars bringt Sie selbst zum Jupiter.

Wie aus dem Bilderbuch

Ende vergangenen Jahres rief das KDE-Department für den schönen Schein, kde.look.org, zum großen Wallpaper-Wettbewerb auf. Den Gewinnern winkte neben anderen attraktiven Preisen vor allem die Aussicht auf Integration in den Standard-Lieferumfang der neuen KDE-Generation 3.4. Den eingereichten Hintergrundbildern sollte vor allem eines gemeinsam sein: Das Bild musste KDE oder das Zahnrad von KDE zum Thema haben. Außerdem sollten sie im Format SVG vorliegen, da KDE dieses ab der Version 3.4 für Hintergrundbilder unterstützt.

Kein leichter Job für die Jury, denn sie hatte die Qual der Wahl zwischen 86 Eingaben. Doch nun stehen die Gewinner fest: Das Rennen machte die Grafik "We are Gear" von gg3po (Abbildung 2). Über den zweiten Platz darf sich Tetromino mit "Gear Flowers" freuen und punktgleich auf den dritten Platz kamen "Geared Globe" von Tschaeck und "Andes Venezolanos" von Rendergraf.

Alle ausgezeichneten Hintergrundgrafiken finden Sie auf den Seiten von kde.look.org http://www.kde-look.org/news/index.php?id=153. Zusätzlich werden übrigens die vier Siegermotive demnächst auf http://www.cafepress.com/revelinux/480348 als T-Shirts zum Kauf angeboten. Die Verkaufserlöse kommen den Seiten kde.look.org und kde.apps.org zu Gute.

Abbildung 2: "We are gear" ist der große Abräumer im SVG-Contest.

BSI setzt auf KMail

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) verlässt sich in Hinblick auf sichere Kommunikation ganz auf den freien Mail-Client KMail. Die Behörde beteiligt sich sogar an der Weiterentwicklung der Software. So entstand zuletzt im Rahmen des Projekts "Ägypten-2" der Zertifikatmanager Kleopatra, der die Nutzung des Verschlüsselungsstandards S/MIME vereinfacht. Kleopatra ist seit KDE 3.3 ein Teil von KDE, ursprünglich unter dem Namen KGpgcertmanager.

Kleopatra stellt jedoch nur das letzte – sehr erfolgreiche – Glied in der Kette gemeinsamer Aktivitäten dar: Bereits vor drei Jahren beauftragte das BSI verschiedene Unternehmen wie Kalle Dahlheimers "Klaraelvdalens Datakonsult" im Rahmen des Projekts "Ägypten-1", den vom BSI geforderten Verschlüsselungsstandard S/MIME für die freien E-Mail-Programme KMail und Mutt bereitzustellen. Nun lag das primäre Ziel des Nachfolgeprojekts "Ägypten-2" in der Verbesserung der Benutzerfreundlichkeit der Verschlüsselung. Das Projekt startete im Dezember 2003 und endete in diesen Tagen.

Glossar

Patch

Mit Patch (engl. für Flecken zum ausbessern) wird ein Programm bezeichnet, dass eine Sicherheitslücke oder einen anderen Fehler in einem bereits installieren Programm behebt.

SVG

Scalable Vector Graphics, eine in XML formulierte Sprache zur Erstellung zweidimensionaler Vektorgrafiken. Solche Grafiken lassen sich prinzipiell in jedem einfachen Texteditor erstellen. Da SVG-Dateien Anweisungen zum Zeichnen geometrischer Figuren geben statt – wie Rastergrafikformate – jeden Punkt einer Grafik einzeln zu beschreiben, zeichnen sie sich oft durch geringe Dateigrößen im Vergleich zu JPGs oder GIFs aus. Sie ermöglichen selbst die bisher nur von Rastergrafiken bekannten Filtereffekte wie Schattenwurf, Beleuchtung, Weichzeichnung oder Verzerrung.

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LinuxUser 03/2012

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