Gnomogramm

01.04.2005

Kurz notiert

Für die GNOME-Anhänger unter den Slackware Benutzern sahen die letzten Monate nicht rosig aus. Zuerst erklärte Slackware Initiator Volkerding, er werde Gnome für Slackware angesichts des steigenden Zeitaufwands nicht weiter pflegen und verwies alle Anwender stattdessen auf Dropline GNOME. Mitte Dezember zog sich dann der Dropline Gnome Initiator ebenfalls aus Zeitgründen zurück, so dass eine Weiterführung fraglich erschien. Das Projekt GSB (GNOME.Slackbuild) springt nun in die Bresche und schliesst mit einer Gnome 2.10 Beta2 Version für Slackware 10.x die entstandene Lücke. Der Anwender kann die neue Version entweder direkt vom Server installieren oder ein iso-Image für eine CD-Installation herunterladen. Augenblicklich arbeitet das GSB-Team an einer Installation für Gnome 2.10RC1.

Wer immer schon wissen wollte, was führende Gnome-Entwickler aus dem Nähkästchen plaudern, findet die Interviews mit Mono-Projektleiter Miguel de Icaza und Gnome Release Manager Jeff Waugh bei LugRadio (http://www.lugradio.org) sicher informativ und unterhaltsam. Darin plaudert Miguel de Icaza über den Verlauf des Mono Projekts und welche Rolle Microsoft und seine Entwickler bei der Entwicklung von Mono spielten. Außerdem gewährt er Einblicke in die Pläne seines Arbeitgebers Novell. Jeff Waugh spricht ebenfalls über die Entwicklungen bei seinem Arbeitgeber Ubuntu Linux, und gibt in der zweiten Interview-Hälfte einen Ausblick für künftige Gnome-Versionen. Beide Interviews sind in englischer Sprache und können nur als vollständige LugRadio Sendung im Ogg Vorbis oder MP3-Format heruntergeladen werden. Je nach Qualität haben die Dateien eine Größe von 8 bzw. 23 MB.

Wie GTK+-Projektleiter Own Taylor jetzt bekannt gab, ist GTK+ das erste Toolkit, das die Cairo 2D Vektorgrafik Bibliotheken unterstützt. Trolltech will Cairo erst in einer späteren Version von QT 4 integrieren. Cairo ist eine Vektorgrafik Bibliothek, die Bildschirm- und Druckausgaben von hoher Qualität ermöglichen soll. Neben Cairo selbst unterstützt GTK+ jetzt auch die OpenGL-Bibliothek glitz, sowie libpixman, zur Manipulation von Pixeln mit Cairo.

Im Rahmen des bevorstehenden FOSDEM in Brüssel veröffentlichten die Veranstalter jetzt zwei Interviews mit dem Nautilus Maintainer Alexander Larsson und XFCe Erfinder Oliver Fourdan. Beide werden auch Vorträge während des Treffens halten. Fourdan sprich im Interview über die Zukunft seines Projektes und darüber, warum XFCe in den letzten Versionen an Geschwindigkeit verlor. Im Interview mit Alexander Larsson geht der Moderator unter anderem der Frage nach dem Unterschied zwischen FUSE und Gnome-vfs auf den Grund. Außerdem werfen beide einen Blick auf Gnome 3.

RPMs im Blick mit RPMView

RPMView (http://www.amautacorp.com/staff/Rudd-O/projects/pages/rpmview-front) ist ein kleines Python-Programm, das Ihnen den Blick in ein RPM-Archiv vereinfacht. In seiner grafischen Oberfläche gibt RPMView die Paket Beschreibung aus, zeigt alle enthaltenen Dateien an sowie die benötigten Abhängigkeiten, um das Paket zu installieren. Ist das Paket bereits installiert, können Sie es mit einem einfachen Knopfdruck deinstallieren. Existiert das Paket noch nicht, wird es ebenso einfach installiert.

Das Programm befindet sich noch in einer frühen Version und ist primär auf Fedora Linux fixiert, da es die System-Config-Packages von Fedora benötigt. Die restlichen Abhängigkeiten wie Python, GTK2, Gnome und Glade werden aber auch von anderen Distributionen erfüllt.

Vor der Installation einen Blick ins Archiv werfen war nie bequemer möglich.

Japanisches browsen mit Kazehakase

Web-Browser mit Mozillas Gecko-Engine sind unter Linux zahlreich vertreten. Auch das in Japan entwickelte Kazehahase (http://kazehakase.sourceforge.jp) zählt zu diesen Mozilla-Abkömmlingen mit dem Ziel, einen sehr benutzerfreundlichen und extrem anpassbaren Browser zu entwickeln.

So besitzt Kazehahase zum Beispiel drei verschiedene Oberfläche- und Menü-Modi. Im Beginner-Modus stehen dem Anwender nur die nötigsten Konfigurationseinstellungen und Pull-Down Menüs zur Verfügung. Dagegen läst der Experten-Modus dem Benutzer bei der Konfigurations freie Hand. Unter dem Menüpunkt "detaillierte Einstellungen" kann der Anwender sogar solche Konfigurationen ändern, für die es keine reguläre Konfigurationsoberfläche gibt.

Besonders für den Notebook-Einsatz ist die Verwaltung von Proxy-Profilen interessant. Auf diese Weise kann der Anwender verschiedene Proxy-Einstellungen sichern und bei Bedarf in Sekunden aktivieren. Darüber hinaus unterstützt Kazehahase auch Tabbed Browsing, die beliebten Maus Gebärden und Remote Bookmarks wie beispielsweise RSS.

Die aktuelle Version 0.2.5 setzt zwingend einen Mozilla der 1.7-Reihe und dessen Gecko-Engine voraus. Außerdem merkt sich das Programm jetzt sein Download-Verzeichnis. Ebenfalls neu ist der Konfigurationseintrag Entry-Location, wo der Benutzer einstellt wie sich das Programm beim Laden eines neuen Links verhalten soll.

Proxy-Profile sind besonders auf mobilen Rechner ein echter Vorteil.

Hide'n'Seek findet versteckte Konfigurationsoptionen

Bei der Komplexität von Gnome wundert es sicher niemanden, daß nicht alle Konfigurationseinstellungen für den Anwender über eine Oberfläche verfügbar sind. Preferences Hide and Seek (http://hideseek.sourceforge.net/) gräbt diese Optionen für den Anwender aus und gruppiert sie unter einer grafischen Oberfläche.

Hide'n'Seek kooperiert jedoch nur mit Programmen, die auch von gconf unterstützt werden. Daher kennt das Programm nur die gconf-üblichen Schlüsseltypen wie boolean, integer, float und string. In der Standardeinstellung verfügt Hide'n'Seek schon über eine Reihe von Konfigurationsmöglichkeiten. Da die Konfiguration von Hide'n'Seek selbst über einfache und intuitive Textdateien erfolgt, kann der Anwender jederzeit neue Gruppierungen anlegen oder bestehenden weitere Konfigurationspunkt anfügen.

Die aktuelle Version 0.4.0 berücksichtigt jetzt, dass von gconf gesperrte Einstellungen nicht verändert werden dürfen. Außerdem kamen eine Reihe neuer Konfigurationseinträge hinzu. Die Liste reicht von der Blinkrate des Text-Cursors über die Tastaturbelegung bis zum Mauszeiger-Look.

Endlich zeigt Gnome beim Start das Begrüßungsbild Ihrer Wahl.

Chemtool hilft bei der Abstraktion von Molekülen

Chemtool (http://ruby.chemie.uni-freiburg.de/~martin/chemtool/) ist ein kleiner grafischer Editor zur zweidimensionalen Darstellung von chemischen Strukturen.

Um dem Anwender die Arbeit zu erleichtern, bringt das Programm bereits eine Reihe chemischer Vorlagen von Aminosäuren bis zum Zucker-Molekül mit. Darüber hinaus bietet es zahlreiche Rastereinstellungen, die das Freihandzeichnen von chemischen Strukturen erheblich erleichtern. Dank umfangreicher Exportfunktionen können die erstellten Strukturen später problemlos in Publikationen unter OpenOffice, MS Office oder auch Latex integriert werden. Chemtool nutzt dazu die Programme transfig und Xfig, die zu jeder guten Distribution gehören, um die Abbildung ins Latex, SVG, EPS, PS oder Bitmap Format zu exportieren.

Nach zweijährigem Stillstand gab es im Februar dieses Jahres einen regelrechten Entwicklungsschub, der in einer Woche sechs Versionen hervorbrachte. Die letzte und aktuelle ist Version 1.6.6, die einen Fehler in der MolFile-Vorschau korrigiert, die erst in der vorgehenden Version eingeführt wurde.

Selbstsverständlich gehört die chemische Struktur von Koffein zu den Vorlagen.

BgChanger sorgt für Abwechslung im Hintergrund.

Wenn Ihnen immer das selbe Hintergrundbild zu langweilig wird, ist Bgchanger (http://bgchanger.sourceforge.net/) genau das Richtige für Sie. Dieses kleine Python-Programm wechselt in vorgegebenen Intervallen das Hintergrundbild gegen ein anderes aus einem vorher festgelegten Fundus aus. Wie lange ein Bild als Hintergrund angezeigt wird, können Sie ebenso nach Belieben festlegen, wie die Art der Anzeige. Hier haben Sie zwischen gestreckter, skalierter, zentrierter und Tapeten-Anzeige die Auswahl.

Die jetzt erschienene Version 0.9 ist das erste öffentliche Release

Die Bedienung von BgChanger ist kinderleicht.

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