Distribits

01.04.2005

Kurz notiert

Der kanadische Distributor Xandros http://www.xandros.com veröffentlichte die Open Circulation Edition seiner Debian-basierten Distribution. Diese enthält gegenüber der Standard Edition keine Mozilla Suite, sondern Firefox und Thunderbird als Kommunikationsprogramme. Darüber hinaus müssen Anwender auf die Personal Firewall sowie den 30-tätigen Installations-Support verzichten. Dafür kostet das Produkt im Download via HTTP nur 10 US-Dollar und in der Bittorrent-Variante sogar gar nichts.

Der amerikanische Distributor Red Hat http://www.redhat.com hat einen neuen Geschäftsbereich gegründet, der sich dem Einsatz von Linux in Behörden widmet. Interessenten erhalten dort Informationen über den Einsatz von Red Hat Enterprise Linux in Behörden. Besondere Erfolge erzielte Red Hat bisher bei US-amerikanischen Bundesbehörden, die auf den Servern immer häufiger Linux verwenden.

Novell vertreibt unter dem Namen Novell Security Manager powered by Astaro http://www.novell.com/products/securitymanger/ eine Linux-basierte Firewall. Der Server enthält einen Paketfilter, ein VPN-Gateway, einen Viren- und Spamfilter, einen Inhaltsfilter für Web-Seiten und eine Einbruchserkennung. Das System enthält zum Preis von 315 US-Dollar den Server sowie eine Lizenz für zehn Clients.

Novell bleibt auch im Open-Source-Bereich rege: Aus den freigegebenen Komponenten des Netmail Servers komponierte Novell den Mail- und Kalenderserver Hula http://www.hula-project.org. Das Projekt steht unter der LGPL sowie der Mozilla Public License und umfasst zur Zeit einen Mailserver, einen Kalender und ein Adressbuch.

Suse Linux Enterprise Server 9 http://www.novell.com/de-de/products/linuxenterpriseserver/ erhielt mit dem Evaluation Assurance Level EAL4+ eine so hohe Sicherheits-Zertifizierung, dass sie den strengen Vorgaben des US-Verteidigungsministeriums entspricht.

Das Open Source Development Lab veröffentlichte in einem Dokument http://www.osdl.org/lab_activities/desktop_linux/DTL09/ Handreichungen über einen Umstieg von Windows auf Linux. Der Artikel widmet sich allerdings mehr dem technischen und philosophischen Hintergrund des Umstiegs als der praktischen Software-Auswahl.

Das Projekt GSB GNOME.Slackwarebuild http://gsb.sourceforge.net hat sich zum Ziel gesetzt, Slackware stets mit der aktuellen Betaversion von Gnome zu versorgen. Als erstes Produkt steht Gnome 2.10 Beta 2 zum Download bereit. Mit Erscheinen von Slackware 10.1 soll auch die Installation mittels slapt-get möglich sein.

Red Hat steht offenbar vor einer Änderung seiner Strategie gegenüber der Entwicklergemeinschaft. Nach Gründung des Fedora-Projekts konzentrierte sich Red Hat zunächst auf die Weiterentwicklung von Red Hat Enterprise Linux. In der Zukunft wird der amerikanische Distributor wieder mehr Mitarbeiter mit der Entwicklung von Fedora betrauen, um diese Distribution schneller zu verbessern.

Unter dem Namen Kubuntu http://www.ubuntulinux.org/wiki/Kubuntu/view?searchterm=kubuntu gibt es seit kurzer Zeit ein aktuelles KDE für die Debian-basierende Distribution Ubuntu. Die Entwickler versuchen, immer die neueste Version von KDE für Ubuntu zusammen zu stellen und dabei die gleiche Qualität zu erreichen, wie bei der Integration von Gnome in Ubuntu. Zur Zeit steht KDE 3.3.2 für das kommende Ubuntu "Hoary Hedgehog" bereit. Unter http://lists.ubuntu.com/mailman/listinfo/kubuntu-users gibt es eine Mailingliste, auf der Benutzer Erfahrungen austauschen.

Das Portal Tuxmobil http://tuxmobil.org/mylaptops.html enthält mittlerweile über 3000 Anleitungen zur Installation von Linux auf Laptops. Der Bogen reicht dabei von altertümlichen Laptops mit ebensolchen Distributionen bis hin zu brandneuen Maschinen, auf denen aktuelle Software installiert wird.

Red Hat Enterprise Linux 4

Mit der Fertigstellung von Red Hat Enterprise Linux 4 eröffnet der amerikanische Distributor einen neuen Release-Zyklus. Die Vorgängerversion erschien bereits im Herbst 2003. Das lange Veröffentlichungsintervall zum Nachfolger erlaubt es Hardware-Herstellern, ihre Produkte ideal an das System anzupassen. Red Hat behält den 18-monatigen Releasezyklus daher auch bei dieser Version bei.

Basis der Distribution stellt der Kernel 2.6 das. Das System entspricht den Vorgaben der Linux Standard Base und genügt den Sicherheitskriterien des US-Verteidigungsministeriums. Red Hat legte großen Wert auf Stabilität und Reife der verwendeten Komponenten und arbeitete eng mit Herstellern von Anwendungsprogrammen und Hardware zusammen.

Die Distribution unterstützt sieben Plattformen, darunter Xeon-Prozessoren mit EM64T-Erweiterung sowie andere spezielle Server-Hardware. Der Hersteller plant zudem die Integration für die Konfiguration und Software-Distribution in das Produkt. Auf diesem Weg möchte Red Hat die Migration von Solaris auf das eigene System erleichtern.

Die Distribution wurde in 15 Sprachen lokalisiert und steht in verschiedenen Ausbaustufen vom Desktop-System bis zum Applikationsserver im Red-Hat-Online-Shop unter http://shop.redhat.de/ zur Verfügung.

Kurzer Ausblick auf Ubuntu Hoary

Die Entwickler von Ubuntu Linux http://www.ubuntu-linux.org haben die mittlerweile fünfte Vorabversion, Ubuntu 5.04 "Hoary Hedgehog", zum Download bereit gestellt. Die Änderungen zur letzten Version liegen vor allem im Detail. Die Entwickler feilten an der Stabilität des Systems und des Installationsprogramms. Nach wie vor ist Ubuntu eine Distribution, die auf einfache Installation und möglichst komplette Software-Ausstattung Wert legt.

Neben einem aktuellen Gnome-Desktop und Kernel 2.6 unterstützt das System besonders spezielle Hardware von Notebooks, auf denen sich auch die Vorabversion problemlos installieren ließ. Für eine Beta-Version lief Hoary erstaunlich stabil. Auch auf einem Desktop-PC verhielt sich die Distribution unauffällig.

Ubuntu Linux besteht auch in der aktuellen Version nur aus einer Download-CD, von der aus das Basissystem installiert wird. Alle weiteren Programme holt Ubuntu aus dem reichhaltigen Archiv der Distribution im Internet. Für alle, die das neue Ubuntu ausprobieren möchten, gibt es eine Live-CD. Ubuntu läuft auf Systemen mit Prozessoren vom Typ x86, AMD64, IA64 sowie auf PowerPCs.

Sie finden sowohl das Installations- als auch das Live-CD-Image unter http://cdimage.ubuntu.com/releases/hoary/array-5/. Ubuntu überzeugt auch in der kommenden Version durch gute Software-Auswahl und saubere Konfiguration des Systems. Alle Programme für den Büroalltag sind vorhanden und auf dem neuesten Stand.

Das katalanische Erziehungsministerium hat sich dazu entschieden, als Basis eines eigenen Linux für Schulen und Universitäten (Guadelinex, http://www.guadalinex.org/) Ubuntu zu verwenden. Guadelinex ist nur in Spanisch erhältlich und enthält zusätzlich einige Programme für Unterricht und Studium.

Auch die nächste Version von Ubuntu Linux setzt auf Gnome als Desktop.

Zucker für Fedora

Die Entwickler von Fedora Linux stellen mit Fedora Extras http://download.fedora.redhat.com/pub/fedora/linux/extras/ eine Sammlung von zusätzlichen Programme für die Distribution zum Download bereit. Das Archiv enthält etwa 500 Pakete, die bisher nicht in Core enthalten waren. Highlights sind Apt-get, die Entwicklungsumgebung Anjuta, Blender, Sqlite und Zope.

Sie finden die Pakete fix und fertig kompiliert für die Architekturen x86 und AMD64 auf dem Fedora-Downloadserver. Sie wurden für Fedora Core 3 übersetzt und lassen sich über das Paketverwaltungsprogramm Yum installieren.

PCLinux OS

PCLinuxOS basiert auf dem aktuellen Mandrake Linux 10.1 und wurde von den Entwicklern um einige aktuelle Programme wie den Browser Firefox 1.0, das E-Mailprogramm Thunderbird 1.0 und das neuste OpenOffice erweitert. Der gleichnamige Hersteller PCLinuxOS http://www.pclinux.online.com gibt die Distribution heraus und setzt dabei den Schwerpunkt auf Programme für den Desktop. Insgesamt enthält das boot-fähige Medium rund zwei GByte Software.

Zur Zeit liegt die aktuelle Preview 81a nur in englischer Sprache vor. Sie können jedoch durch Eingabe des Parameters livecd keyb=de am Bootprompt eine deutsche Tastaturbelegung laden. Falls das System nur in einer Auflösung von 800x600 Punkten startet, sollten Sie xres für die Bildschirmauflösung unter X als zweiten Parameter mitgeben. So verschafft Ihnen xres=1024x786 etwas mehr Platz auf dem Desktop.

Der Systemstart erfolgt sehr flott, die Hardware-Erkennung arbeitet auch auf Notebooks – mit Ausnahme des erwähnten Problems mit der Bildschirmauflösung – sehr sicher. Nach dem Login erwartet Sie ein sauber konfiguriertes KDE 3.3.2. Die Einrichtung des Systems auf der Festplatte erfolgt mit Hilfe eines einfach zu bedienenden Installationsprogramms und ist mit wenigen Mausklicks erledigt. Ein möglicherweise installiertes Windows bleibt unbeeinträchtigt.

PCLinuxOS präsentiert sich als gut zusammen gestellte Distribution für die tägliche Arbeit dar. Durch die Abstammung von Mandrake steht eine riesige Auswahl an Software aus dem Mandrake-Fundus zur Verfügung, falls die mitgelieferten Programme doch einmal nicht ausreichen sollten. Sie finden das 666 MByte große ISO-Image auf der Homepage des Herstellers.

Die Mandrake-basierte Distribution PCLinuxOS zeigt sich sehr benutzerfreundlich.

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