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DRUCKFERTIG

Desktop Publishing mit Viva Designer

01.04.2005 Nachdem es jahrelang keine Desktop-Publishing-Anwendung für Linux gab, erscheint in Kürze mit Viva Designer nach dem freien Scribus das zweite Programm zur Produktion von Drucksachen.

Desktop Publishing (DTP) nennt man das Erstellen von Dokumenten für den Druck – ob Zeitschriften, Bücher oder andere Publikationen. DTP-Programme unterstützen den Benutzer beim Anordnen und Gestalten verschiedener Elemente wie Texten und Grafiken. Bislang spezialisierte sich unter Linux nur das freie Projekt Scribus [1] auf derartige Aufgaben. Nun versucht die schon lange im Bereich Grafik und Druck tätige Firma Viva mit Viva Designer [2] den Einstieg in den Markt für Satzprogramme. Viva Designer gibt es für Linux, Windows und MacOS X, so dass es sich ideal für heterogene Umgebungen eignet. Wir haben uns die bereits stabil laufende Beta-Version von Viva Designer 5.0 angesehen.

Viva verbreitet das Produkt in verschiedenen Varianten, die sich in Preis und Funktionsumfang unterscheiden (Tabelle 1). Für Gelegenheitsnutzer und Testzwecke bietet sich die kostenlose Free Edition an. Die für Druckereien ebenfalls gratis erhältliche Runtime Edition erstellt im Gegensatz zur Free Edition auch PDF-Dateien. Jedoch lassen sich damit keine neuen Dateien anlegen, so dass sie sich nur zum Weiterverarbeiten importierter Dokumente eignet. Die 99 Euro teure Personal Edition richtet sich an an Privatanwender, ihre Lizenz verbietet die Produktion kommerzieller Werke. Nur die Commercial Edition für 199 Euro unterliegt keinerlei Nutzungsbeschränkung; ab dem 1. Juni kostet sie 299 Euro.

Tabelle 1: Verschiedene Varianten von Viva Designer

Free Edition

Personal Edition

Commercial Edition

Runtime Edition

Preis kostenlos 99 Euro Bis 1. Juni: 199 Euro, danach 299 Euro kostenlos (1)
Dokumente
Anlegen x x x -
Speichern x x x x
Speichern als x x x x
Texteingabehilfen
Silbentrennung - x x -
Rechtschreibprüfung - x x -
Farbsysteme
RGB x x x x
CMYK x x x x
HSV x x x x
Pantone - x x x
HKS - x x x
eigene Farbtabellen - x x x
Ausgabe
Drucken x x x x
Postscript-Export x x x x
PDF-Export - x x x
EPS-Export - - x -
JPG-Export - - x -
Bemerkungen (1): Gegen Gewerbeschein für Druckereien und andere Dienstleister

Installation

Wer die Testversion herunterladen möchte, hat die Wahl zwischen einem Debian-Paket und einem Tar-Archiv. Mit 6 MByte hält sich der Download-Umfang auch ohne Breitbandanbindung in erträglichem Rahmen.

Auf Debian-basierten Distributionen erfolgt die Installation als Root mit dpkg -i designer-5.0.0-298_i386.deb, das Programm finden Sie anschließend im Verzeichnis /opt/VivaDesigner/. Auf anderen Distributionen entpacken Sie das Archiv unterhalb des /opt/-Verzeichnisses mit tar -xzf designer-5.0.0-298_i386.tar.gz. In jedem anderen Verzeichnis verweigert Viva Designer den Dienst. Suse-Benutzer setzen nun noch einen symbolischen Link zur Datei libtiff mit dem Kommando ln -s /usr/lib/libtiff.so.3 /opt/viva/libtiff.so.4. Danach startet der Befehl /opt/VivaDesigner/VivaDesigner das Satzprogramm.

Beim ersten Start fragt Viva Designer nach dem Lizenzschlüssel, den Sie bei der Download-Registrierung erhalten. Um Viva Designer aktivieren zu können, benötigen Sie Schreibrechte im Verzeichnis /opt/VivaDesigner/Resources/, sonst bricht das Programm unverrichteter Dinge ab.

Ein erster Blick

Wer schon einmal mit einem DTP-Programm gearbeitet hat, wird sich in der aufgeräumten Oberfläche von Viva Designer schnell zurecht finden (Abbildung 1). Die Werkzeuge verteilen sich sinnvoll über frei schwebende Paletten, die sich nach Bedarf ein- und ausblenden lassen. Durch ihre Transparenz verstellen diese Unterfenster den Blick auf ein geöffnetes Dokument kaum.

Abbildung 1: Viva Designer gestaltet sich übersichtlich.

Viva Designer unterstützt 23 Sprachen und verwendet als Zeichenkodierung ausschließlich Unicode. Jeder Absatz eines Dokuments lässt sich einzeln in jeder dieser Sprachen formatieren. Selbst von rechts nach links laufende Schriften können innerhalb eines Textes mit Schriften koexistieren, die von links nach rechts laufen.

Neben Inhaltsverzeichnissen generiert Viva Designer automatisch Stichwort-, Literatur-, Bild- und Abkürzungsverzeichnisse. Damit bietet es deutlich mehr als das freie Scribus, das über ein Plugin [3] ausschließlich Inhaltsverzeichnisse erstellt. Viva Designer fehlt dagegen die Möglichkeit, Tabellen zu erstellen. Diese Funktion plant der Hersteller erst für spätere Programmversionen.

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LinuxUser 06/2012

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