rahmen.jpg

© photocase.de

Desktop Publishing mit Scribus

Design im Rahmen

Scribus ist auf dem besten Weg zum professionellen Layout-Programm. Welche Möglichkeiten es bietet und wo die Schwächen liegen, erfahren Sie in einer Tour durch die Gestaltung eines Scribus-Dokuments.

Seit sich in der Druckbranche das PDF-Format durchgesetzt hat, steht auch Linux-Usern diese Welt offen. Prinzipiell ist das von Adobe offengelegte Format nämlich unabhängig von spezieller Software. Selbst mit dem textbasierten Satzsystem Latex lassen sich hochwertige PDFs schreiben, die sich für den Druck eignen (siehe Artikel auf S. 53). Einfacher geht es mit dem grafischen Programm Scribus, das sich zwar noch in Entwicklung befindet, aber schon recht gute Ergebnisse liefert.

Kein Quark

Bei Scribus handelt es sich um ein Layout- oder DTP-Programm (DeskTop Publishing) wie das in der Windows- und Mac-Welt bekannte Quark Xpress oder dessen Konkurrent Adobe Indesign. Tatsächlich orientierte sich Scribus bisher an der Funktionalität von Quark Xpress 4. Es ist jedoch zu erwarten, dass Scribus sein Vorbild sehr bald überrunden wird. Schon jetzt bietet es im wesentlichen alle nötigen Funktionen für professionelle Druckwerke – vom Layout bis zur standardkonformen, vorbildlichen PDF-Unterstützung.

Programme wie Scribus unterscheiden sich grundlegend von Textverarbeitungen wie Word oder dem OpenOffice Writer, die nur sehr grobe Layoutmöglichkeiten mitbringen: der Benutzer schreibt normalerweise den Text nur "herunter" und formatiert am Ende Absätze um. Ausgefeilte Funktionen, um Schriften exakt anzuordnen oder Bilder umfließen zu lassen, fehlen meist. In Layoutprogrammen legt man dagegen vorab das Aussehen jeder Seite genau fest und fügt dann den Inhalt ein, der meist in einem anderen Programm erstellt wurde. Scribus arbeitet beim Layout wie seine Kollegen mit so genannten Rahmen (Frames), die Text und Bilder aufnehmen. Es verwendet die aktuellen Schrift-Bibliotheken (siehe Artikel "Fontschritt") und kann damit auf alle Truetype-, Opentype- und Postscript-Fonts zurückgreifen.

Installation

Kurz vor Redaktionsschluss gaben die Scribus-Entwickler Version 1.3 zum Test frei. Die zeigte allerdings bei geladenen Bildern falsche Farben an, sodass dieser Artikel sich auf Version 1.2.1 beschränkt, die sich auch auf der Heft-CD befindet. Abenteuerlustige finden Informationen zu Scribus 1.3 und der Entwicklerversion im Kasten "Scribus-CVS".

Scribus-CVS

Solange die Scribus-Entwickler an einem stabilen Versionzweig (zur Zeit 1.2) arbeiten, fixen sie vor allem Fehler. Im jetzt veröffentlichten Zweig 1.3 führen sie neue Funktionen ein und schreiben größere Teile der Anwendung um. Deshalb ist zur Arbeit am ehesten der aktuelle CVS-Baum der Reihe 1.2 zu empfehlen. Folgende Befehle holen den Code vom Server (das CVS-Programm muss dazu installiert sein):

export CVSROOT=:pserver:anoncvs@scribus.info:/cvs
cvs login
cvs -z3 co Scribus

Wer sich für Scribus 1.3 interessiert, verwendet statt der letzten die Zeile cvs -z3 co -r Version13x Scribus.

Um die CVS-Version (egal, welche der beiden Varianten) zu kompilieren, führen Sie im Verzeichnis Scribus zuerst make -f Makefile.cvs aus, danach ./configure && make. Der Befehl make install verteilt die Scribus-Dateien in den Systemverzeichnissen.

Zum Kompilieren von Scribus 1.2.1 brauchen Sie die GUI-Bibliothek Qt in Version 3.3, Freetype, Fontconfig und noch einige mehr. Wer das Farb-Management nutzen will, muss vor Scribus selbst das Paket LittleCMS [2] kompilieren und installieren. Das sollte normalerweise keine Probleme bereiten, denn LittleCMS setzt nur wenige Bibliotheken voraus. Bei der Vorbereitung von Scribus findet das Configure-Skript die Farb-Bibliothek und baut die nötigen Funktionen in Scribus ein. Im Optimalfall gibt es aus, dass alle Bibliotheken vorhanden sind:

./configure
…
FreeType2 installed: Yes
CUPS installed:      Yes
LittleCMS installed: Yes
TiffLib installed:   Yes
Libxml2 installed:   Yes
Using Python 2.3

Die Befehle make und su -c 'make install' kompilieren und installieren Scribus in den Systemverzeichnissen. Mit dem Befehl scribus starten Sie das Programm, das sich mit seinem Hauptfenster meldet .

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

Kommentare

Infos zur Publikation

LU 10/2016: Kryptographie

Digitale Ausgabe: Preis € 0,00
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Aktuelle Fragen

Probleme mit MPC/MPD
Matthias Göhlen, 27.09.2016 13:39, 2 Antworten
Habe gerade mein erstes Raspi Projekt angefangen, typisches Einsteigerding: Vom Raspi 3B zum Radi...
Soundkarte wird erkannt, aber kein Ton
H A, 25.09.2016 01:37, 6 Antworten
Hallo, Ich weiß, dass es zu diesem Thema sehr oft Fragen gestellt wurden. Aber da ich ein Linu...
Scannen nur schwarz-weiß möglich
Werner Hahn, 20.09.2016 13:21, 2 Antworten
Canon Pixma MG5450S, Dell Latitude E6510, Betriebssyteme Ubuntu 16.04 und Windows 7. Der Canon-D...
Meteorit NB-7 startet nicht
Thomas Helbig, 13.09.2016 02:03, 4 Antworten
Verehrte Community Ich habe vor Kurzem einen Netbook-Oldie geschenkt bekommen. Beim Start ersch...
windows bootloader bei instalation gelöscht
markus Schneider, 12.09.2016 23:03, 1 Antworten
Hallo alle zusammen, ich habe neben meinem Windows 10 ein SL 7.2 Linux installiert und musste...