01.03.2005

Kurz notiert

Seit Mitte Januar bietet der norwegische Software-Hersteller Opera http://www.opera.com seinen gleichnamigen Browser höheren Bildungseinrichtungen wie Universitäten und Fachhochschulen in der kommerziellen Version kostenlos an. Jede Einrichtung, die sich auf der Opera-Web-Seite registriert, erhält einen kostenlosen Lizenzschlüssel. Ob dieses Angebot auch für den einzelnen Studenten gilt, geht aus der Pressemitteilung jedoch nicht eindeutig hervor. Entsprechende Regelungen mit der jeweiligen Hochschule sind aber möglich.

Den langjährigen Stillstand in der Entwicklung des Mail-Programmes Mutt nahm der Österreicher Andreas Krennmair zum Anlass, einen eigenen Mutt-Entwicklungszweig namens Mutt-ng http://developer.berlios.de/projects/mutt-ng/ zu eröffnen. In diesen fließen alle Erweiterungen und Korrekturen ein, die es nie ins ursprüngliche Programm geschafft haben. Krennmair ermuntert die Mutt-Anwender sogar, ihm neue Erweiterungen zu schicken. Mit einer ersten Version des neuen Mutt-ng ist in wenigen Wochen zu rechnen.

Nachdem Adobe die Version 6.0 seines Acrobat Readers für Linux übersprungen hat, kündigte das Unternehmen nun Acrobat Reader 7.0 für für Linux an. Die neue Version verfügt neben einer verbesserten Formulardarstellung und -bearbeitung unter anderem auch über erweiterte Einstellungen zum Umgang mit Verwendungsrechten, die der Autor eines Dokumentes festgelegt hat. Als besonderes Schmankerl zeigt Acrobat künftig auch 3D-Objekte in Dokumenten korrekt an und erlaubt dem Anwender direktes Suchen in der Suchmaschine Yahoo aus dem Reader heraus.

Seit Jahresbeginn müssen Unternehmen und Selbstständige Ihre Umsatzsteuer elektronisch beim Finanzamt angeben. Da die von den Behörden angebotene Software nur Windows unterstützt, steht dem Anwender jetzt mit Winston http://www.felfri.de/winston/ ein kostenloses, unter Linux lauffähiges Programm zur Verfügung. Frühere Versionen laufen nur mit der Wine-Schnittstelle. Für die kommende Version plant der Hersteller jedoch eine native Linux-Version, die Anfang Februar Ende Januar verfügbar sein soll.

Mit Andrew Tridgell erhält das Open Source Development Lab http://www.osdl.org einen weiteren prominenten Mitarbeiter. Neben Linus Torvalds und Andrew Morton ist er der dritte Festangestellte im Bunde. Seine neue Anstellung erlaubt es dem Samba-Entwickler Tridgell, sich vollständig auf die Entwicklung und Koordination der kommenden Samba Version 4.0 konzentrieren. Diese wird eine komplette Neuentwicklung, da der alte Code aufgrund seiner Komplexität nicht mehr wartbar war. Mit einer ersten Beta rechnen die Developer frühestens Mitte des Jahres.

Wer sein Linux-System von Grund auf selber erstellen will, dem steht mit der zweiten Auflage des Buches Linux from Scratch http://www.linuxfromscratch.org eine gebundene Version der Online-Dokumentation des gleichnamigen Projekts zur Verfügung. Das Mitte Februar erscheinende englischsprachige Buch kann bereits jetzt für 13 US-Dollar beim Verlag vorbestellt werden und enthält neben vielen nützlichen Tipps und Hinweisen eine CD mit einem minimalen Linux-System. Damit hat der Anwender alles, was er zum Abtauchen in die Linux-Tiefen braucht.

Zur großen Freude all jener, die Wirtschaftssimulationen mögen, hat die Firma Epic-Interactive GmbH http://www.epic-interactive.com mit der Portierung des Klassikers Airline Tycoon Deluxe nach Linux und Mac OS begonnen. Eine fertige Version ist bereits für das erste Quartal 2005 geplant. Ungeduldige können auf der Website von Epic bereits einige Screenshots bewundern.

Da Paketkonflikte für jeden Anwender ein stetes Ärgernis sind, entwickelt der Distributor Connectiva jetzt den Smart Package Manager. Dabei greift das Programm auf die Verwaltungsstruktur des jeweiligen Paketmanagers dpkg oder rpm zurück und unterstützt verschiedene Repositories von Debian-APT über YUM bis zu Slackware. Hier zeigt sich, dass Connectivas Lösung keineswegs auf die eigene Distribution beschränkt ist. SmartPM besitzt ein Prioritätensystem, mit dem der Anwender Pakete aus verschiedenen Quellen bevorzugen kann. Darüber hinaus analysiert das Programm die Datenübertragungsgeschwindigkeit und wählt immer den schnelleren Mirror-Server (siehe dazu auch Artikel Distribits).

Mail-Konten aufräumen

Mit Deletemail http://code.jhweiss.de/deletemail halten Sie Ihre IMAP-Konten automatisiert sauber halten. Das Programm löscht alle Mails eines entsprechenden Kontos, die ein vorher festgelegtes Alter überschritten haben. Ungelesene Mails tastet die Software selbstverständlich nicht an, solange Sie dies nicht explizit in der Konfigurationdatei fordern.

Die Konfigurationdatei gliedert sich übersichtlich in einen globalen und einen kontenspezifischen Bereich. Kontenspezifische Einstellungen können globale Einstellungen überschreiben. Aktuellen Version 0.3 ermöglicht den Zugriff auf den Server durch eine SSL-Verbindung, wobei die Software OpenSSL mindestens in der Version 0.7 voraussetzt.

Zur Konfiguration des Programm legen Sie für jedes Mail-Konto in der Konfigurationsdatei Server und Zugangsdaten fest und welche Ordner Deletemail säubern soll. Sämtliche Daten speichert die Software dabei im Klartext ab. Mit dieser Konfiguration arbeitet das Programm dann autonom und eignet sich somit hervorragend, um beispielsweise Spam-Ordner regelmäßig zu leeren.

Deletemail erlaubt es, Mails auf einem IMAP-Server reglmäßig und auf einfache Weise zu löschen.

Mit Edict immer das passende Wort zur Hand

Oberflächen für Online-Lexika gibt es viele. Wer schnell etwas nachschlagen will, ohne einen Browser zu bemühen, für den ist Edict http://edictionary.sourceforge.net/ genau das Richtige: Die aktuelle Version 2.0 des Perl-Programmes läuft sowohl unter Linux als auch unter Windows. Seine Daten bezieht das Programm aus dem Merriam Webster Online Dictionary und Thesaurus. Es eignet sich somit besonders, um die Bedeutung englischer Begriffe nachzuschlagen. Verständlicherweise sind die Suchergebnisse ebenfalls in englischer Sprache.

Alternativ können Sie in den Datenbanken von Dictionary.com und Theraurus.com nach Begriffen suchen. Weitere Lexika und eine Sprachunterstützung, die den gefundenen Begriff ausspricht, sind in Planung. In der benutzerspezifischen Konfigurationsdatei legen Sie außerdem das Standardlexikon fest, sammeln eine Stoppliste für Wortvorschläge, passen das farbliche Layout an und definieren einen Proxy-Server.

Wenn Sie schon immer wissen wollten was "Geek" bedeutet, hilft Edict Ihnen weiter.

Chatten mit dem Schneemenschen

Wer einen plattformunabhängigen und dabei einfach zu installierenden Jabber-Client mit einem großen Funktionsumfang sucht, der sollte einen Blick auf den Java-basierten Client Jeti http://jeti.jabberstudio.org/ riskieren. Die Installation geht kinderleicht von der Hand und die Funktionalität lässt sich durch eine Vielzahl von Plugins beliebig angepassen.

Neben Standardeigenschaften wie Gruppen-Chat, Gesprächsmitschnitten und lustigen Emoticons können Sie mit Jeti Dateien übertragen oder die Kommunikation via SSL verschlüsseln. Im Gegensatz zu vielen anderen Jabber-Clients unterstützt das Programm auch Verbindungen über einen Proxy. Eingehende Nachrichten zeigt die Software auf Wunsch durch eine blinkende LED auf der Tastatur oder ein kleines Popup-Fenster am Bildschirmrand an. Selbstverständlich haben Sie die Möglichkeit, Ereignisse mit Sound zu hinterlegen.

Die Funktionalität zum Dateitransfer hielt mit der aktuellen Version 0.6.1 in den Client Einzug. Darüber hinaus verarbeitet das Programm jetzt VCard-Daten zu Adressbucheinträgen.

Durch Plugins lässt sich den Java-basierte Jabber-Client Jeti beliebig erweitern.

Partlogic jongliert mit Partitionen

Partlogic http://visopsys.org/partlogic/ steht für die nächste Generation der Partitionierungsprogramme. Diese setzen sich besonders durch eine grafische Oberfläche und Bedienkomfort von Klassikern wie fdisk ab. Paetlogic benötigt kein installiertes Betriebssystem, sondern startet direkt vom Wechselmedium. In der aktuellen Version 0.5.1 stehen sowohl Disketten- als auch CD-Images zur Verfügung. Da insbesondere neuere Notebooks kein Disketten-Laufwerk mehr besitzen, erweist sich das CD-Image ein großer Vorteil.

In der aktuellen Version kann Partlogic lediglich Partitionen auf IDE-Festplatten anlegen, formatieren, löschen, kopieren oder verschieben. Die Änderung der Partitionsgröße und die Unterstützung von SCSI-Laufwerken sind für spätere Versionen geplant.

Partition Logic steht für die nächste Generation der Partitionierungs-Tools.

Für den Notfall DDrescue

Gibt die Festplatte nur noch schleifende Geräusche und der Befehl ls nur noch Fehlermeldungen von sich, treibt es jedem Anwender den kalten Schweiß auf die Stirn. Liegt zudem das letzte Backup schon Dekaden zurück, kann DDrescue http://www.gnu.org/software/ddrescue/ddrescue.html helfen, zu retten was zu retten ist.

Das Programm liest eine Datei oder Partition schrittweise aus und schreibt alle noch verfügbaren Daten in eine Datei. Ist ein Bereich trotz mehrerer Versuche nicht lesbar, überspringt ihn das Programm und der Anwender kann auf Wunsch später an dieser Stelle erneut ansetzen. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass sich ein erneuter Ansatz nur selten lohnt.

DDrescue liegt zur Zeit in der Version 0.9 vor und gehört seit dieser Version offiziell zum GNU-Projekt. Bei dieser Gelegenheit korrigierten die Entwickler auch kleinere Fehler und benannten die Badblocks-Datei in Log-Datei um. (Uwe Vollbracht/agr)

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