AUS DIE MAUS
deskTOPia: wmi
Los geht's!
Der erste Start enttäuscht Mausverwöhnte: Menüs oder andere Wege, per Mausklick die gewohnten Applikationen aufzurufen, existieren nicht (Abbildung 1). Stattdessen begrüßt Sie ein Fenster mit der Manpage von WMI. Sie erklärt die ersten Schritte mit dem Fenstermanager und erläutert die Funktionsweise der beiden Arbeitsmodi.
Um den Überblick zu behalten, empfiehlt es sich, die Arbeitsoberfläche in mehrere Bereiche, so genannte Workspaces, aufzuteilen. Einen Workspace, etwa für alle Internet-Applikationen, erstellen Sie im WMI-Kommandomodus. Drücken Sie [Alt]+[I], um die Befehlszeile zu öffnen, und geben Sie dort create-workspace ein. WMI erfragt nun den Namen des Desktops. Entscheiden Sie sich z. B. für Browserworkspace 1 gelangen Sie zurück zur WMI-Manpage. Um auf dem neuen Desktop Firefox zu starten, öffnen Sie über [Alt]+[E] eine Befehlszeile und geben dort firefox ein. Soll das Programm maximiert laufen, erreichen Sie das über einen Klick auf den mittleren der Buttons im Fensterrahmen. Noch schneller gelingt es mit der Tastenkombination [Alt]+[M]. Praktisch jede WMI-Funktion lässt sich über die Tastatur erreichen. Tabelle 1 listet die wichtigsten Shortcuts auf. Damit WMI die einmal angelegten Desktops auch beim nächsten Start anbietet, geben Sie im WMI-Kommandomodus den Befehl save-settings ein.
Um den Autostart von Programmen auf einem bestimmten Desktop kümmert sich das Hilfsprogramm wmi-remote. Die Kommandos
exec wmiremote -a select-workspace+web exec firefox &
in der Datei ~/.xinitrc wechseln zunächst auf den Desktop namens web und starten danach Firefox. wmiremote kann noch mehr: Mit dem Parameter -p aufgerufen, listet es alle eingerichteten Tastaturkombinationen auf.
Tabelle 1: Wichtige Shortcuts in WMI
| Shortcut | Bedeutung |
|---|---|
| [ALT]+[I] | Wechsel in den WMI-Kommandomodus |
| [ALT]+[E] | Wechsel in den Befehlsmodus |
| [ESC] | Verlassen des WMI-Kommando- und Befehlsmodus |
| [ALT]+[M] | Fenster maximieren |
| [ALT]+[D] | Fenster verstecken |
| [ALT]+[A] | Verstecktes Fenster wieder einblenden |
| [ALT]+[Tab] | Zwischen Fenstern umschalten |
| [Strg]+[Alt]+[Q] | Ausloggen |
Individuelle Konfiguration
Am leichtesten merkt man sich selbst vergebene Shortcuts und solche sind mit WMI kein Problem. Die Datei actions.conf im Ordner ~/.wmi, den der Fenstermanager beim ersten Start anlegt, nimmt Ihre Tastenkürzel auf. Listing 1 zeigt eine kommentierte actions.conf mit besonders nützlichen Tastaturkürzeln.
Listing 1
Beispiel einer ~/.wmi/actions.conf
intern.cycle-workspace-prev.keys=ctrl+s chain.wsia.seq="select-workspace+irc" chain.wsia.keys=alt+1 chain.wsis.seq="select-workspace+web" chain.wsis.keys=alt+2 chain.wsio.seq="select-workspace+shell" chain.wsio.keys=alt+3 extern.firefox.cmd=/usr/bin/firefox extern.firefox.keys=shift+F9 # In XMMS mit [Umschalt]+[F5] zurückspulen extern.xmmsr.cmd="xmms -r" extern.xmmsr.keys=shift+F5 # Den aktuellen Song abspielen, bzw. fortsetzen extern.xmmst.cmd="xmms -t" extern.xmmst.keys=shift+F6 # Den aktuellen Song stoppen extern.xmmss.cmd="xmms -s" extern.xmmss.keys=shift+F7 # In der Playliste um einen Song nach vorne springen extern.xmms.cmd="xmms -f" extern.xmms.keys=shift+F8
Die erste Zeile legt fest, dass [Strg]+[S] zwischen den Arbeitsoberflächen wechselt. Bei dem Schlüsselwort intern handelt es sich um einen Hinweis, dass eine WMI-interne Funktion folgt. Die Zeilen 2 bis 7 definieren Tastenkürzel zum Ansteuern einer bestimmten Arbeitsfläche. [Alt]+[1] bringt Sie beispielsweise zum Desktop Nummer 1 namens irc. Analog dazu wechseln Sie mit [Alt]+[2] auf Workspace 2 und [Alt]+[3] zur Arbeitsfläche 3.
Mit Shortcuts lassen sich ebenfalls Programme starten: In Listing 1 legen die Zeilen 8 und 9 fest, dass [Umschalt]+[F9] Firefox aufruft. Die erste mit extern beginnende Zeile enthält den Befehl, die zweite weist ihm eine Tastenkombination zu. Bei Anwendungen, die es unterstützen, lassen sich sogar einzelne Funktionen an die Tastatur binden. So steuern Sie mit den restlichen Zeilen den Audio-Player xmms mit Tastenkürzeln. Welche Aufrufparameter der Player neben -r, -t, -s und -f noch kennt, verrät das Kommando xmms --help.



