deskTOPia: wmi

AUS DIE MAUS

Viele Fenstermanager lassen sich heutzutage fast ausschließlich per Maus bedienen – die Tastatur fristet ein Schattendasein. WMI zeigt, dass es auch anders geht.

deskTOPia

Wie Ihr Linux-Desktop aussieht, bestimmen allein Sie. Mit deskTOPia nehmen wir Sie regelmäßig mit auf die Reise ins Land der Window-Manager und Desktop-Umgebungen, stellen Nützliches und Farbenfrohes, Hingucker und hübsches Spielzeug vor.

Tastaturliebhaber, die eine schlanke Arbeitsumgebung bevorzugen, haben es nicht leicht. Fast alle Window-Manager bringen Menüs, Startleisten oder gar Icons mit: Der Start einzelner Programme erfolgt fast ausschließlich per Mausklick. Große Projekte wie KDE und Gnome bieten darüber hinaus zunehmend aufwändigere Animationen und andere, für Maus-Abstinenzler nicht notwendige Funktionen.

Diesen Missstand versucht WMI – die Abkürzung steht für WMImproved – zu beseitigen. Diese Oberfläche verzichtet auf grafischen Schnickschnack und verschafft WMI enorme Geschwindigkeitsvorteile, was auch die Arbeit auf betagter Hardware angenehm flott gestaltet.

Vorbildfunktion

Die Idee, eines minimalen und hauptsächlich per Tastatur bedienbaren Windowmanagers ist nicht neu. Das zeigen Projekte wie Ion [2] und evilwm [3]. In diesen Kreis reiht sich WMI ein. In Bezug auf die Bedienung folgt er dem Konzept des bekannten Editors vi. Ebenso wie sein Vorbild kennt er zwei Modi: einen einfachen Befehlsmodus und den WMI-Kommandomodus. Den Befehlsmodus erreichen Sie mit der Tastenkombination [Alt]+[E]. Daraufhin öffnet WMI am unteren Bildschirmrand eine Befehlszeile. Von dort aus starten Sie wie aus einem Terminalfenster heraus die auf dem System installierten Programme. In den WMI-Kommandomodus gelangen Sie mit [Alt]+[I]. Die sich öffnende Eingabezeile nimmt alle Befehle auf, mit denen Sie WMI steuern und seine Konfiguration beeinflussen.

Installation

WMI installieren Sie wahlweise aus dem Quellcode oder Sie greifen zu einem der Pakete im Debian-, Slackware- oder RPM-Format auf der Projekt-Homepage. Das Kompilieren der Quellen erledigen wie gewohnt die Kommandos ./configure, make und su -c "make install".

Damit WMI Sie beim nächsten Start der grafischen Oberfläche begrüßt, gilt es, das X Window System anzupassen. Melden Sie sich im Textmodus an, genügt der Eintrag

#!/bin/sh
exec /usr/local/bin/wmi

in der Datei ~/.xinitrc. Loggen Sie sich grafisch ein, verrät der Artikel unter [4], wie Sie WMI in die Auswahl des Display-Managers integrieren.

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