AUS DIE MAUS

deskTOPia: wmi

01.03.2005
Viele Fenstermanager lassen sich heutzutage fast ausschließlich per Maus bedienen – die Tastatur fristet ein Schattendasein. WMI zeigt, dass es auch anders geht.

deskTOPia

Wie Ihr Linux-Desktop aussieht, bestimmen allein Sie. Mit deskTOPia nehmen wir Sie regelmäßig mit auf die Reise ins Land der Window-Manager und Desktop-Umgebungen, stellen Nützliches und Farbenfrohes, Hingucker und hübsches Spielzeug vor.

Tastaturliebhaber, die eine schlanke Arbeitsumgebung bevorzugen, haben es nicht leicht. Fast alle Window-Manager bringen Menüs, Startleisten oder gar Icons mit: Der Start einzelner Programme erfolgt fast ausschließlich per Mausklick. Große Projekte wie KDE und Gnome bieten darüber hinaus zunehmend aufwändigere Animationen und andere, für Maus-Abstinenzler nicht notwendige Funktionen.

Diesen Missstand versucht WMI – die Abkürzung steht für WMImproved – zu beseitigen. Diese Oberfläche verzichtet auf grafischen Schnickschnack und verschafft WMI enorme Geschwindigkeitsvorteile, was auch die Arbeit auf betagter Hardware angenehm flott gestaltet.

Vorbildfunktion

Die Idee, eines minimalen und hauptsächlich per Tastatur bedienbaren Windowmanagers ist nicht neu. Das zeigen Projekte wie Ion [2] und evilwm [3]. In diesen Kreis reiht sich WMI ein. In Bezug auf die Bedienung folgt er dem Konzept des bekannten Editors vi. Ebenso wie sein Vorbild kennt er zwei Modi: einen einfachen Befehlsmodus und den WMI-Kommandomodus. Den Befehlsmodus erreichen Sie mit der Tastenkombination [Alt]+[E]. Daraufhin öffnet WMI am unteren Bildschirmrand eine Befehlszeile. Von dort aus starten Sie wie aus einem Terminalfenster heraus die auf dem System installierten Programme. In den WMI-Kommandomodus gelangen Sie mit [Alt]+[I]. Die sich öffnende Eingabezeile nimmt alle Befehle auf, mit denen Sie WMI steuern und seine Konfiguration beeinflussen.

Installation

WMI installieren Sie wahlweise aus dem Quellcode oder Sie greifen zu einem der Pakete im Debian-, Slackware- oder RPM-Format auf der Projekt-Homepage. Das Kompilieren der Quellen erledigen wie gewohnt die Kommandos ./configure, make und su -c "make install".

Damit WMI Sie beim nächsten Start der grafischen Oberfläche begrüßt, gilt es, das X Window System anzupassen. Melden Sie sich im Textmodus an, genügt der Eintrag

#!/bin/sh
exec /usr/local/bin/wmi

in der Datei ~/.xinitrc. Loggen Sie sich grafisch ein, verrät der Artikel unter [4], wie Sie WMI in die Auswahl des Display-Managers integrieren.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • deskTOPia: SuxPanel
    Platz für ein Panel ist auf dem kleinsten Desktop. Hat der Fenstermanager kein passendes im Gepäck, rüsten Sie einfach selbst eines nach: zum Beispiel das SuxPanel.
  • Jo´s alternativer Desktop
    Wie Ihr Linux-Desktop aussieht, bestimmen allein Sie. Mit deskTOPia nehmen wir Sie regelmäßig mit auf die Reise ins Land der Window-Manager und Desktop-Umgebungen, stellen Nützliches und Farbenfrohes, Hingucker und hübsches Spielzeug vor. Und unser in den letzten beiden Ausgaben vorgestellter Window Maker hat Nützliches im Handgepäck – auch für andere Window-Manager.
  • Jo´s alternativer Desktop: PWM
    Ein Window Manager mit Support für Dockapps und mehreren, karteireiterähnlich organisierten Anwendungen in einem Fenster lässt noch ein jedes Desktop-Environment erblassen. PWM ist so einer.
  • Projektgruppe für xmms2 gegründet
  • Window-Manager Wmii
    Moderne Window-Manager setzen ganz auf die Bedienung mit der Maus. Solche, die sich über die Tastatur bedienen lassen, bieten entweder kaum Features oder sind zu kompliziert für Einsteiger. Wmii vereint die Gegensätze.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 05/2016: DATEISYSTEME

Digitale Ausgabe: Preis € 5,99
(inkl. 19% MwSt.)

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Aktuelle Fragen

MS LifeCam HD-5000 an Debian
Kay Michael, 13.04.2016 22:55, 0 Antworten
Hallo, ich versuche die oben erwähnte Cam an einem Thin Client mit Debian zu betreiben. Linux...
Import von Evolution nach KMail erzeugt nur leere Ordner
Klaus-Christian Falkner, 06.04.2016 12:57, 2 Antworten
Hallo, da ich vor einiger Zeit von Ubuntu auf Kubuntu umgestiegen bin, würde ich gerne meine E...
Sophos lässt sich nicht unter Lubuntu installieren
Chrstina Turm, 30.03.2016 20:56, 3 Antworten
Hi Leute, habe mir vor paar Tagen auf ein Notebook, das ohne Linux ausgedient hätte, Linux dr...
Novell Client auf Raspbian
Chris Baum, 16.03.2016 15:13, 3 Antworten
Hallo Community, ich hätte eine Frage, und zwar geht es um folgendes: Ich möchte eine Datei...
Pantheon konfigurieren (eOS)
John Smith, 16.03.2016 13:50, 0 Antworten
Hallo ins Forum, ich bin neu in der Linuxwelt und fühle mich bereits sehr wohl. Mein neues Sys...