Sicherheitsmaßnahmen

Wie die verschlüsselten Home-Verzeichnisse bleibt auch bleibt der grafische VPN-Client [4] (Abbildung 5) Deluxe-Käufern vorbehalten. Damit verbinden sich auch Laien über einen sicheren Kanal via Internet beispielsweise mit ihrem Büro-Intranet – allerdings unterstützt der grafische Client nur das Microsoft-eigene Protokoll PPTP. Wer andere VPN-Standards benötigt, installiert die entsprechende Software über Xandros Networks nach.

Abbildung 5: Xandros bietet einen grafischen VPN-Client für alle gängigen Protokolle.

In beiden Xandros-Varianten führt Version 3.0 ein grafisches Firewall-Konfigurationsprogramm ein (Abbildung 6). Über den Firewall Wizard legt der Benutzer die Ports fest, auf denen ein- und ausgehende Verbindungen erlaubt sein sollen – auf anderen Ports herrscht Stille.

Abbildung 6: Der Firewall-Wizard lässt eingehende Netzwerkverbindung nur selektiv zu.

Ein Feature, das besonders europäische Desktop-Nutzer in alten Xandros-Versionen schmerzhaft vermissten, bindet die neue Version elegant ins Kontrollzentrum ein: Internet-Einwahl per ISDN. Unterstützung für diese fast nur in Europa verbreitete Technik fehlte bei Xandros 2 vollständig. Beim Einrichten wählt der Benutzer lediglich die verwendete ISDN-Hardware und gibt Telefonnummer, Benutzername und Passwort eines oder mehrerer Provider an. Von da an genügt ein Klick auf Connect.

Bei Xandros nichts neues

Dass Xandros seine neue Version 3.0 nennt, verschulden wohl weniger bedeutsame Neuerungen als die Marketing-Strategie. Zwar bringen die neuen Features und Programmversionen die Distribution auf den aktuellen Stand, aber der Desktop als Ganzes unterscheidet sich kaum von Xandros 2. Der Eindruck drängt sich auf, dass der Release-Plan in der Hoffnung auf größere Fortschritte in der Debian-Entwicklung erstellt wurde; diese lassen aber nach wie vor auf sich warten.

Xandros 3.0 bietet zwar einige Neuigkeiten, doch für Besitzer der letzten Ausgabe lohnt sich ein Update kaum. Lediglich Nutzer der neuen Features wie ISDN- und VPN-Unterstützung ziehen daraus wirkliche Vorteile. Insgesamt bleibt der Xandros Desktop eine robuste Distribution mit guter Hardware-Erkennung und durchdachter Oberfläche. Wer des Englischen nicht mächtig ist, muss allerdings auf die deutsche Version warten – diese war auch für Version 2 angekündigt, erschien jedoch nie.

Infos

[1] Xandros: http://www.xandros.com

[2] Distributionstest, Xandros 2.0: LinuxUser 01/2004, S. 32

[3] Udev: M. Hilzinger et al., "Mit heißer Nadel", LinuxUser 03/2005, S. 91

[4] VPN: Achim Leitner, "Funkgeheimnis", LinuxUser 12/2004, S. 35

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