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Xandros Desktop 3.0

Paket-Management

Ein eigenständiges Programm liefert Xandros zur Installation neuer Software-Pakete mit. Xandros Networks (Abbildung 4) bietet mehr als nur ein grafisches Frontend für das Debian-Paketverwaltungswerkzeug APT. In regelmäßigen Abständen durchsucht das Programm die eingestellten Paketquellen nach Updates und neuer Software. Bietet der Server Neuigkeiten, signalisiert dies ein KDE-Panel-Applet.

Abbildung 4

Abbildung 4: Xandros Networks übernimmt die Paketverwaltung.

Neben den mitgelieferten CDs kennt Xandros Networks in der Voreinstellung als Paketquelle das offizielle Xandros-Repository. Wer mehr Auswahl möchte, aktiviert zusätzlich den Eintrag Debian unsupported site. Hier findet man einige Pakete, die Xandros aus Debian übernommen und an die eigene Distribution angepasst hat; für diese bietet Xandros jedoch keinen Support.

Doch auch hier reicht die Programmvielfalt bei Weitem nicht an die des originalen Debian heran. Wer diese genießen möchte, trägt auf Wunsch zusätzliche Debian-Repositories ein. Davon rät Xandros allerdings explizit ab, denn ein reibungsloses Zusammenspiel mit den für Xandros optimierten Paketen ist nicht gewährleistet.

Auch kommerzielle Zusatzpakete lassen sich direkt über Xandros Networks beziehen. Per Kreditkartenzahlung kaufen Benutzer der Standard-Variante hier Crossover Office oder das Anwenderhandbuch im PDF-Format nach. Dazu gibt es weitere Programme wie StarOffice. Unverständlicherweise steht hier auch freie Software wie Tuxracer oder GnuCash ausschließlich für registrierte Benutzer zum Download zur Verfügung.

Die eingeschränkte Software-Auswahl der Xandros-Repositories wirkt sich besonders negativ auf die Lokalisierung aus. Für einige Programme wie Mozilla und KOffice bietet der Xandros-Server zwar die internationalen Sprachpakete, aber bei der KDE-Oberfläche als Ganzes fehlt jede Übersetzung. Benutzer ohne oder mit geringen Englischkenntnissen stehen deshalb nicht nur bei der Installation vor einem Problem, sondern auch im laufenden Betrieb. Zwar lassen sich die deutschen KDE-Pakete vom Debian-Server installieren, sie helfen jedoch nur begrenzt. Weil Xandros KDE-Anwendungen um eigene Module ergänzt, fehlen in den originalen KDE-Lokalisierungen diese Teile.

Privatsphäre

Nichtsdestotrotz bringen die genannten Erweiterungen Xandros Vorteile im Vergleich zum darunterliegenden Debian und auch zu vielen kommerziellen Distributionen. So ermöglicht die Benutzerverwaltung, per Mausklick das gesamte Home-Verzeichnis zu verschlüsseln, sowohl beim Anlegen neuer Benutzer als auch nachträglich – allerdings ausschließlich in der Deluxe-Variante. Alle Daten im Home-Verzeichnis landen dann in einer verschlüsselten Container-Datei und werden beim Login als Loop-Devices eingebunden.

Dieses Verfahren, das zwar theoretisch bei allen Linux-Distributionen funktioniert, aber meist viel Handarbeit erfordert, bringt jedoch einige Nachteile mit sich. So schützt es nur vor den neugierigen Augen des Systemadministrators, wenn der Benutzer nicht eingeloggt ist. Sinn ergibt diese Maßnahme eher beim Laptop, im Falle von Verlust oder Diebstahl bleiben wenigstens die persönlichen Daten privat. Des Weiteren setzt das Verschlüsselungsverfahren voraus, dass man die Größe der Container-Datei beim ersten Anlegen festlegt. Sie nimmt von diesem Moment an den eingestellen Platz auf der Festplatte ein, unabhängig von der Größe der darin enthaltenen Daten. So empfiehlt sich hier bei Platzmangel eine sparsame Einstellung – jedoch mit Bedacht: Nachträglich lässt sich die Größe nicht mehr ändern. Bei später wachsendem Platzbedarf muss man das Home-Verzeichnis zunächst entschlüsseln und anschließend mit neuer Größe wieder verschlüsseln.

Auch wer sein Benutzerpasswort über die Kommandozeile mittels passwd ändert, wird beim nächsten Login-Versuch staunen. Xandros versucht stets, auf die verschlüsselte Container-Datei mit dem Benutzerkennwort zuzugreifen. Da es sich aber mit passwd unabhängig vom Passwort der Container-Datei ändert, scheitert die Entschlüsselung und damit der KDE-Login. Als Ausweg bleibt dann nur noch ein Login per Konsole, um mittels passwd zum alten Kennwort zurückzukehren. Deshalb sollten Benutzer stets auf das Modul Change Password im Kontrollzentrum zurückgreifen.

Für Benutzer, die sich gelegentlich per SSH auf dem Rechner einloggen, fällt die Xandros-Methode zur Verschlüsselung des Home-Verzeichnisses ohnehin flach: Das Entschlüsseln geschieht nur beim lokalen Login. Wer sich per SSH anmeldet, landet in einem leeren Ordner. Wer sich als Workaround lokal anmeldet, um anschließend per SSH arbeiten zu können, steht wiederum beim Abmelden vor einem Hindernis: Der KDE-Logout hängt so lange in einer Schleife fest, bis sich der User auch per SSH wieder abgemeldet hat.

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