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Xandros Desktop 3.0

01.03.2005
Als eine von vielen Distributionen schreibt sich auch Xandros auf die Fahnen, Linux-Neulingen den Einstieg zu erleichtern. Version 3.0 des Nachfolgers von Corel OS aktualisiert vor allem die Software der letzten Ausgabe.

Xandros 3.0 [1] basiert wie sein Vorgänger auf einer aktuellen Version von Debian Sarge. Als vor über einem Jahr Ausgabe 2.0 [2] erschien, dachten die Hersteller wohl nicht daran, dass sich bei ihrem nächsten Majorrelease das zugrundeliegende Debian immer noch im testing-Stadium befinden könnte. So unterscheidet sich die neue Version vor allem durch eine neue KDE-Version, einen aktuellen Kernel, X.org an Stelle von XFree86 sowie einige Software-Updates vom Vorgänger.

Version 3.0 des Xandros Desktop gibt es in zwei Varianten: Die Deluxe-Edition kostet etwa 80 Euro, das Standard-Paket mit rund 40 Euro die Hälfte. Beide enthalten eine gedruckte Kurzübersicht, den zehn Seiten starken Getting Started Guide, Deluxe darüberhinaus ein umfangreiches Anwenderhandbuch. Benutzer der Standard-Variante können es im PDF-Format nachträglich erwerben.

Die Installations-CD ist in beiden Paketen identisch. Deluxe enthält aber eine zusätzliche Application Disc, auf der neben einiger freier Software Crossover Office für den Einsatz von Windows-Programmen wie Microsoft Office wartet. Auch in der Support-Leistung unterscheiden sich beide Pakete: Nach der Registrierung erhalten Käufer von Xandros Deluxe 60 Tage Unterstützung, Besitzer der Standard-Variante nur 30 Tage lang.

Produktinfo Xandros Desktop 3.0

Kernel 2.6.9
Oberfläche KDE 3.3.0
X-Server X.org 6.7
Mozilla 1.7
Firefox 1.0
OpenOffice 1.1
GLibc 2.3.2
GCC 3.3.4
Crossover Office 4.1 (nur Deluxe)
Preis Deluxe 79 Euro, Standard 39 Euro
Bezugsquelle LinuxLand (http://www.linuxland.de)

Debian-Klon

Xandros basiert zwar auf der freien Distribution Debian, passt diese jedoch an vielen Stellen an. So installiert eine eigens entwickelte Routine Xandros auf die Festplatte (Abbildung 1). Die Option Express Install fragt den Benutzer lediglich nach dem Notwendigsten: Root-Passwort und Name des ersten Benutzer-Accounts. Sie eignet sich jedoch nicht, wenn noch weitere Linux-Installationen auf derselben Festplatte existieren. Abgesehen von Windows-Partitionen nimmt Express Install nach einem Warnhinweis die gesamte Platte für Xandros in Beschlag.

Abbildung 1: Die Xandros-Installationsroutine nimmt dem Benutzer die meisten Entscheidungen ab.

Mehr Auswahl bietet Custom Install. Hier legt der Anwender mit einem Partitionsmanager die Zielpartition fest und bestimmt die zu installierende Software selbst. Die vorgegebenen Profile Minimal, Standard und Complete erleichtern die Entscheidung, es lassen sich aber auch einzelne Programmpakete an- oder abwählen.

Nach dem Neustart zum Abschluss der Installation erwartet den Anwender ein grafischer Boot-Screen. Er bietet neben Xandros nicht nur automatisch ein installiertes Windows zum Start an, auch andere Linux-Distributionen stehen automatisch zur Wahl. Als eine von wenigen Distributionen verwendet Xandros als Boot-Loader Lilo statt Grub.

Aufgrund der unterschiedlichen Herangehensweisen von Lilo und Grub erlaubt nur Lilo, Gerätedateien für die Festplatten – beispielsweise /dev/hda1 – mittels Udev [3] erst während des Systemstarts dynamisch anzulegen. Grub dagegen benötigt schon zum Laden des Kernels die entsprechende Gerätedatei – da es sie nicht findet, lässt sich Xandros mit Grub nicht laden. Zum Problem wird das beim Versuch, mittels einer anderen installierten Distribution unter Verwendung von Grub Xandros als alternative Boot-Option anzubieten. Um den Xandros-Boot-Loader führt also zumindest kein einfacher Weg herum.

KDE-Oberfläche

Als grafische Oberfläche setzt Xandros gänzlich auf KDE. Zwar bietet der Xandros-Server auch andere Desktop-Umgebungen wie Gnome oder XFCE zum nachträglichen Download an, doch eine Abweichung vom Standard empfiehlt sich nicht: Die distributionseigenen Werkzeuge hat Xandros größtenteils nicht als eigenständige Programme realisiert, sondern als zusätzliche Module für vorhandene KDE-Anwendungen.

So lassen sich im Xandros-Kontrollzentrum neben den KDE-Optionen auch die Internet-Verbindung sowie der Boot-Manager konfigurieren (Abbildung 2) und auch die Benutzerverwaltung findet hier statt. Für verschiedene Netzwerkdienste, etwa den SSH- oder den Samba-Server, legt der Benutzer im Kontrollzentrum fest, ob sie beim Boot-Prozess automatisch oder erst auf manuelle Anforderung gestartet werden.

Abbildung 2: Xandros integriert die Systemkonfiguration ins KDE-Kontrollzentrum.

Beim Xandros File Manager handelt es sich um eine Erweiterung des Konqueror-Dateimanagers (Abbildung 3). Hier haben die Xandros-Entwickler einen Netzwerk-Browser hinzugefügt, der direkten Zugriff auf NFS-Shares und Windows-Freigaben erlaubt. Das gilt sowohl für Verzeichnisse als auch für Drucker. Des Weiteren bietet ein integriertes Brennerprogramm an, Dateien per Drag & Drop direkt aus dem Dateisystem auf eine CD oder DVD zu kopieren.

Abbildung 3: Der Xandros File Manager erweitert den KDE-Dateimanager Konqueror um Netzwerk-Browser und ein Brennerprogramm.

Für Windows-Umsteiger verhält sich der Dateimanager in der Standardeinstellung wie gewohnt: Der Anwender sieht nichts vom Dateisystem. Ohne diese Beschränkung manuell aufzuheben erreicht er nur sein Home-Verzeichnis und Netzwerkfreigaben. Auch USB-Speichergeräte erscheinen nach dem Einstecken hier.

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