Jenseits der Systemvoraussetzungen

Was unter Suse Linux so gut funktioniert, gestaltet sich unter anderen Distributionen problematisch. Unter Fedora Core lässt sich zwar das RPM-Paket einspielen, allerdings findet das Applet nach dem Start sein Datenverzeichnis nicht. Das liegt daran, dass Suse Linux das KDE in die Verzeichnisse unterhalb von /opt/kde3 installiert, Fedora Core jedoch nach /usr. Für das Problem existieren zwei Lösungen. So können Sie unter Fedora Core die Umgebungsvariable

KDEDIRS=/usr:/opt/kde

setzen, damit das Applet auch unter /opt nach seinen Daten sucht. Die andere Option liegt darin, das RPM-Paket mit dem folgenden Kommando einzuspielen:

rpm -i --badreloc --noscripts --relocate /opt/kde3=/usr keyman-0.6.0-2.i586.rpm

Der Parameter --badreloc schaltet die RPM-interne Überprüfung ab, ob sich ein Paket auch in ein anderes als das vorgesehene Verzeichnis installieren lässt. Zusammen mit --relocate /opt/kde3=/usr legen Sie fest, das alles, was normalerweise unterhalb von /opt/kde3 landen würde, stattdessen in die Verzeichnisse unterhalb von /usr kopiert wird.

Die Option --noscripts verhindert, dass rpm nach der Installation das Cherry-Startskript aufruft. Dieses Startskript hat Cherry nur für die Zusammenarbeit mit dem unter Suse Linux gebräuchlichen insserv eingerichtet. Mit diesem Programm verwaltet die Nürnberger Distribution ihre Startskripte. Fedora Core nutzt dazu chkconfig. Damit das Cherry-Skript auch damit zusammenarbeitet, ändern Sie die Datei /etc/init.d/cherry. Entfernen Sie dort alle mit einer Raute (#) beginnenden Kommentarzeilen am Anfang und ersetzen Sie sie durch

#!/bin/sh
#chkconfig 345 88 88
#description: Tastatur

Mit dem Befehl chkconfig --add cherry erzeugen Sie die Verknüpfungen in den Runlevel-Ordnern, so dass Linux das Skript künftig automatisch beim Systemstart ausführt. So eingerichtet nutzen Sie die Tastatur unter Fedora Core ebenso wie unter Suse Linux.

Haken und Ösen

Mandrake Linux arbeitet mit der Cherry-Software nicht zusammen. Egal ob Sie das RPM-Paket einspielen oder den auf der Treiber-CD beigelegten Quellcode neu übersetzen: Das KDE-Applet startet zwar, zeigt allerdings statt des Konfigurationsmenüs nur eine graue Fläche ohne Bedienelemente. Beim Übersetzen der Quellen zeigt sich noch ein Bug in den Makefiles. Bei zwei parallel installierten KDE-Versionen versucht make trotz der auf /usr/local/kde gesetzten Umgebungsvariable KDEDIR das Programm mit der Bibliothek /usr/lib/libkdeui.so zu kompilieren.

Anstelle des KDE-Applets liefert Cherry auch eine Konsolenversion des Steuerprogramms mit. Die liegt zwar nicht im Ordner /usr/share/cherry/plugins – wie die Dokumentation fälschlich behauptet – lässt sich aber mit dem Befehl keymand --plugin /usr/local/lib/keyman/kde-gui.so zumindest starten. In der Ausgabe im Terminal-Fenster sehen Sie, welche Aktion der Druck auf eine Sondertaste hervorruft. Allerdings senden die Rückgängig-Taste und jene zum Wechsel des Desktops kein Signal. Noch verwirrender ist das Verhalten beim Druck auf die Taste zum Ausschneiden. In der Ausgabe des Terminal-Fensters registriert das Plugin die Befehle zum Desktop-Wechsel (Abbildung 4), reagiert jedoch nicht entsprechend. Ebenso verhält sich die Wiederherstellen-Taste, die unter Mandrake-Linux die Tastenkombination [Strg]+[Z] erzeugt, also jene zum rückgängigmachen einer Aktion.

Perfekt funktionieren hingegen die Keys, mit denen Sie den Browser und XMMS steuern. Ebenso gelingt der Start von dem Taschenrechner kcalc und KMail über die Schnellstarttasten über dem Nummernblock. Benutzen Sie Mandrake Linux zusammen mit der CyMotionMaster Linux, sollten Sie die beigelegte Software installieren. Das Cherry-Startskript passen Sie wie für Fedora Core beschrieben an. Dann können Sie zumindest den größten Teil der Sondertasten nutzen und ihre Funktion mit einem Programm wie khotkeys oder lineak anpassen.

Abbildung 4: Unter Mandrake Linux sendet ein Druck auf die Ausschneiden-Taste den Befehl zum Desktop-Wechsel.

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