Atari

Wer Software für diese frühen Heimcomputer unter Linux verwenden möchte, findet mit Atari800 [6] die Lösung. Das Paket Xformer [7] enthält im Archiv xf25.zip neben einem Atari-Emulator für MS-DOS das dazugehörige Betriebssystem. Haben Sie das ZIP-Archiv entpackt, wandeln Sie die groß geschriebenen Dateinamen der enthaltenen Dateien in Kleinbuchstaben um. Anschließend starten Sie den Emulator mit atari800 und geben beim ersten Aufruf den Pfad an, in dem die Image-Dateien aus Xformer liegen. Anschließend meldet sich der virtuelle Atari mit dem Selbsttestprogramm (Abbildung 7).

Abbildung 7: Das Betriebssystem ihrer frühen Heimcomputer hat Atari inzwischen freigegeben.

Per [F5] gelangen Sie in die BASIC-Umgebung, mit [F1] ins Konfigurationsmenü. Um ein Programm zu laden, wählen Sie dort unter Disk Management eine startfähige Diskette aus, zum Beispiel die bei PCXformer mitgelieferte Datei dos25.xfd. Nun nehmen Sie über die Tastenfolge [Esc] und [F5] einen Reset vor.

1982 stellte die Firma des Engländers Clive Marles Sinclair mit dem Sinclair ZX Spectrum einen weiteren Home-Computer vor. 1986 meldete das Unternehmen Insolvenz an und wurde vom Konkurrenten Amstrad übernommen. Trotz der kurzen Firmengeschichte erfreuten sich die kleinen Computer in Deutschland hoher Beliebtheit. Ein freier Emulator, der auch das Betriebssystem enthält heißt Spectemu [8] (Abbildung 8). Sie starten ihn in einem Terminalfenster durch die Eingabe von xspect.

Abbildung 8: Der Startbildschirm des Spectrumemulators Spectemu.

Um ein Programm von einem Kassettenabbild zu starten, drücken Sie die Taste [j], gefolgt von [Strg-p]. Im Terminalfenster verlangt Spectemu nun den Namen der Image-Datei.

Schneider-CPC

Die oben erwähnte Firma Amstrad betätigte sich schon vor dem Kauf von Sinclair im Heimcomputerbereich und produzierte ab 1984 die ebenfalls sehr erfolgreiche CPC-Serie. Sie fiel durch ihre ungewöhnlichen Hardware-Lösungen auf: Der Monitor fungierte als Stromquelle für den Rechner, als Diskettenlaufwerk kam ein 3-Zoll-Format zum Einsatz. In Deutschland vermarktete die Firma Schneider die CPCs.

Der CPC-Emulator Arnold [9] (Abbildung 9) bringt die benötigten ROM-Abbilder mit. Um eine Image-Datei einzubinden, übergeben Sie die entsprechende Datei als Parameter beim Arnold-Start: arnold -drivea image.dsk lädt die Image-Datei ins virtuelle Laufwerk A. Der Befehl CAT zeigt das Inhaltsverzeichnis der Diskette an. RUN"Programm führt das Programm aus.

Abbildung 9: Arnold emuliert den CPC und bietet eine grafische Oberfläche zur Bedienung.

In puncto Erfolg und Beliebtheit übertraf aber der Commodore 64, kurz C64 (Abbildung 10), alle anderen Heimcomputer. Mit über 30 Millionen verkauften Exemplaren stand der liebevoll als Brotkasten titulierte Computer bereits im Guinness Buch der Rekorde.

Abbildung 10: Der C64 in seiner ursprünglichen Brotkasten-Form. Später erschien kurzzeitig eine flache Variante.

1983 stellte Commodore den C64 erstmals der Öffentlichkeit vor. Daten speiste man entweder über ein Kassettenlaufwerk, der so genannten Datasette, oder über ein entsprechendes Laufwerk von 5 1/4-Zoll-Disketten ein (Abbildung 11). Letzteres erlangte durch seine extreme Langsamkeit traurige Berühmtheit. Das Programm Vice [10] emuliert neben dem C64 die Ableger C128, Plus/4 und die Vorgänger PET und VC20. Sie starten Vice mit dem Kommando x64 in einem Terminalfenster. Um eine Diskette einzubinden, halten Sie die linke Maustaste über dem Emulatorfenster gedrückt. Aus dem Menü wählen Sie dann Attach a disk image und dort Unit #8. Auf diese Weise legen Sie ein Disketten-Image ins Laufwerk mit der Gerätenummer 8, dem Diskettenlaufwerk, ein.

Abbildung 11: Eine Diskette im 5-1/4-Zoll-Format. Die Kassette daneben enthält keine Musik, sondern ein Programm für den Commodore 64.

Danach halten Sie über dem Emulatorfenster die rechte Maustaste gedrückt. Im nun erscheinenden Menü aktivieren Sie den Punkt Drive Settings/Enable true drive emulation. So simuliert Vice das Laufwerk möglichst realitätsnah, dazu gehört aber auch die authentische Geschwindigkeit. Das Inhaltsverzeichnis zeigen in der BASIC-Umgebung nun die Befehle LOAD"$",8 gefolgt von LIST. Ein Programm namens prgname startet die Befehlsfolge LOAD"prgname",8,1 und RUN.

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