Videokonsolen

Während der Produktion der neuen Automaten entwickelte Atari eine Videospielkonsole für den Heimbereich. Sie erschien 1974 unter dem Namen Atari VCS (Abbildung 2). Umsetzungen von Automatenspielen wie Space Invaders oder Pacman verhalfen ihr zu so großem Erfolg, dass sie noch bis ins Jahr 1989 als Atari 2600 verkauft wurde.

Abbildung 2: Die erste Ausgabe des Atari VCS enthielt sechs Wippschalter und kam im Holzdesign einher. Die Spiele wurden als Module geliefert, die die Benutzer in den Schacht einschoben.

Das Programm Stella [2] (Abbildung 3) emuliert den Atari 2600. Die Spiele-ROMs hierfür liegen jeweils in einer Datei mit der Endung .bin. Ein Spiel starten Sie über den Aufruf xstella – auf einigen Distributionen nur stella – gefolgt vom Namen der .bin-Datei, die das ROM enthält. Die Tasten [F1] bis [F8] simulieren dann die Schalter der echten Konsole: [F1] steht für Select und bestimmt den Spielmodus, [F2] startet das Spiel neu.

Abbildung 3: Pacman unter Stella: Die Grafik stellt der Emulator im Gegensatz zum Original sehr vereinfacht dar.

Im Jahr 1983 griff auch die japanische Firma Nintendo mit ihrer Konsole namens Famicom nach einem Stück vom Videospielkuchen. In Deutschland erschien sie unter dem Namen NES (Nintendo Entertainment System). Eine verbesserte Version folgte 1991 mit dem Super NES. Diese emuliert das Programm Snes9x [3]. Der Aufruf erfolgt ebenso wie bei Stella.

Ebenfalls aus dem Hause Nintendo stammte der legendäre Gameboy. Die Nachfahren dieser tragbaren Miniaturkonsole vertreibt der Hersteller noch heute. Der bekannteste Gameboy-Emulator heißt Gnuboy [4].

8-Bit Zeitalter

Während Atari noch Automaten baute, tüftelten Steven Wozniak und Steve Jobbs an einem Computer, der für jedermann erschwinglich sein sollte. Er trug denselben Namen wie die Firma der beiden: Apple. Der kleine Rechner verkaufte sich so erfolgreich, dass sich Steven Wozniak an die Arbeit für ein verbessertes Modell machte. Der Apple II erschien erstmals 1977 und wurde in überarbeiteten Versionen bis ins Jahr 1993 produziert.

Als Betriebssystem verwendete der Apple II eine eingebaute Umgebung für die damals sehr verbreitete Programmiersprache Basic. Aus Kostengründen diente ein handelsüblicher Kassettenrekorder als Datenspeicher und ein Fernsehgerät als Monitor. Ein Diskettenlaufwerk gab es als Extra nachzukaufen. Den Apple-II-Emulator Kegs (Abbildung 4) gibt es unter [5].

Abbildung 4: Mystery House war ein bekanntes Abenteuerspiel fü den Apple II und begründete den Erfolg der Spielefirma Sierra. Sie zeichnete später für die Reihe Leisure Suit Larry verantwortlich.

Der Datei, die das Apple-II-Betriebssystem enthält, geben Sie den Namen ROM – wichtig sind die Großbuchstaben – und kopieren sie ins Kegs-Verzeichnis. Dann wechseln Sie auf der Kommandozeile in dieses Verzeichnis und starten den Emulator per kegs.

Um eine Disketten-Image-Datei als Diskette anszusprechen, öffnen Sie unter Linux die Datei kegs_conf mit einem Texteditor. Hier erstellen Sie virtuelle Diskettenlaufwerke über eine Zeile wie s6d1 = disk.dsk. Dieses Beispiel sorgt dafür, dass der Inhalt der Image-Datei disk.dsk beim nächsten Start von Kegs als Datenträger im ersten Diskettenlaufwerk an der Schnittstellenkarte in Slot 6 erscheint. Der Befehl CATALOG gibt das Inhaltsverzeichnis der Diskette aus. Die Kommandos BLOAD <\<>programm<\>> gefolgt von BRUN laden und starten das angegebene Programm.

Nach den Erfolgen des Apple II zogen andere Hersteller nach. Atari brachte 1979 ebensfalls zwei Heimcomputer auf den Markt, die Modelle Atari 400 und 800 (Abbildung 5). Bis 1991 erschienen verbesserte Ausgaben dieser Rechner, die als Betriebssystem ebenfalls eine Basic-Umgebung verwendeten.

Abbildung 5: Der Heim-Computer Atari 800XL hatte wie die Spielkonsolen auf der Oberseite einen Moduleinschub.

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