Auf der Suche

Das Suchen im Datenbestand erfordert keine besonderen Kenntnisse: Im Suchfeld links oben (Abbildungen 3 und 4) geben Sie den Suchbegriff ein. In der Ergebnisliste darunter erscheinen alle Begriffe, die mit den bereits eingetippten Buchstaben beginnen oder einen entsprechenden Wortbestandteil aufweisen. Im Brockhaus listet die Suche darüber hinaus Redewendungen, die den Suchbegriff (oder seinen eingetippten Anfang) enthalten. Es erscheinen zudem auch Artikel, in denen er als zusätzliches Stichwort auftritt (etwa "Geißblatt" bei der Suche nach "Heckenkirsche").

Findet das Programm den Begriff nicht, führt das teils zu merkwürdigen Ergebnissen: Manchmal listet es Fundstellen eines Teilbegriffs – etwa Wörter und Wendungen mit dem Bestandteil "Schiff" bei der Suche nach "Dampfschiffer". Gelegentlich erscheinen Ergebnisse, die mit den ersten Buchstaben des Suchbegriffs übereinstimmen. So lieferte der Brockhaus die serbische Stadt "Pancevo" bei der vergeblichen Suche nach dem italienischen Speck "Pancetta". Manchmal gibt das Programm aber auch vollkommen Unpassendes aus. Die Suche nach "Gorki-Park" im Brockhaus endete mit genau zwei Ergebnisartikeln, in denen "Gorki" nicht auftaucht.

Unverständlich bleibt, warum das Programm die deutschen Umlaut-Umschreibungen (etwa "ae" statt "ä") ignoriert: Während die Suche nach der "Päpstin" sowohl im Duden als auch im Brockhaus Früchte trägt, bleibt die nach der "Paepstin" bei Wörtern mit "Pae" stecken, obwohl beim Tippen von "Päp" auch Ergebnisse auftauchen, die mit "Pap" beginnen. Glücklicherweise ist die Office-Bibliothek hier nicht wirklich konsequent: Skandinavische Sonderzeichen oder akzentuierte Buchstaben brauchen Sie nicht in der Originalform einzugeben. Sie müssen aber dennoch wissen, dass sich das Bibliographische Institut entschieden hat, "å" korrekterweise nur mit "aa", "ø" hingegen sowohl mit "o" als auch mit "ö" zu umschreiben.

Der Workaround heißt "Wildcards": Außer am Wortanfang akzeptiert officebib Platzhalter wie ein Fragezeichen (?) für genau ein Zeichen oder einen Asterisk (*) für beliebig viele. Verknüpfungen bei der Suche nach Wendungen sind möglich: Durch Leerzeichen getrennte Wörter müssen alle vorkommen. In der Default-Einstellung reicht es, wenn sie gemeinsam in einem Artikel auftreten. Das sorgt immer dann für Verwirrung, wenn das zur Fundstelle gehörende Stichwort rein gar nichts mit den Suchbegriffen zu tun hat.

Das Pipe-Zeichen () dient als Trenner für die Oder-Suche. Ein Ausrufezeichen (!) vor dem Suchbegriff besagt, dass dieser nicht vorkommen darf: So findet "P?pstin !Johanna" nur den Duden-Eintrag "Päpstin", nicht aber den Brockhaus-Artikel zu "Frau Jutte" selbst.

Um die Suche auf bestimmte Nachschlagewerke einzuschränken, können Sie deren Icons im Bereich Ausgewählte Bücher anklicken und den Button Alle Bücher unter Vordefinierte Buchauswahl deaktivieren. Damit dieses Feature richtig funktioniert, müssen Sie officebib allerdings nach dem Einspielen der Bücher neu starten.

Interessanterweise diskriminiert officebib dabei das Synonymwörterbuch: Zwar führt die Suche nach "Fusel" im Synonymwörterbuch allein zu mehreren Ergebnissen, die das Wort im Artikeltext enthalten. Sobald man Duden oder Brockhaus zuschaltet, verschwinden diese Resultate jedoch – und das, obwohl der Brockhaus den Eintrag "Fusel" selbst gar nicht kennt. Ein kleiner Implementationsfehler am Rande: Der Knopf "Alle Bücher" erscheint nicht automatisch als markiert, auch wenn man die Icons aller installierten Produkte anwählt.

Ein ähnliches Problem betrifft die Buttons Gesamt und Suchergebnis, von denen theoretisch immer einer aktiviert erscheinen müsste: Sie schalten zwischen einer alphabetischen Liste aller Stichwörter und dem letzten Suchergebnis um. Während der Wechsel zur Gesamtliste immer funktioniert, scheint sich officebib beim erneuten Umschalten auf Suchergebnis nur Abfragen zu merken, bei denen es um mindestens vier Buchstaben geht.

Des Rätsels Lösung findet sich unter AnsichtEinstellungenSuche (Abbildung 2): Dort ist als Vorgabe die Implizite Suche angewählt, die für den Wechsel zwischen Gesamt- und Auswahlliste sorgt. Überschreitet die Anzahl der gefundenen Buchstaben die in Alphabetische Artikelliste bis Eingabe von ... Zeichen festgelegte Zahl nicht, dann springt officebib einfach in der Gesamtliste an die entsprechende Stelle. Kommt jedoch ein weiteres Zeichen hinzu und findet das Programm passende Einträge, so schaltet es in den Auswahlmodus um. Nur solche Suchen zählen für den Knopf Suchergebnis.

Abbildung 2: Mit dieser Einstellung wandert officebib bis zum sechsten Suchbuchstaben in der alphabetischen Liste mit und präsentiert erst erfolgreiche Suchen nach längeren Wörtern als Auswahl.

Leider kennt das Suchfeld weder Tab-Komplettierung noch History, wie man sie zum Beispiel aus dem Konqueror gewohnt ist. Jedoch erlauben es die Pfeile oberhalb des Artikelfensters, durch angeschaute Artikel zu blättern – eine Funktion, die im Test erst nach einem officebib-Neustart nach dem Einspielen der Daten richtig funktionierte. Zudem lässt sich mit [Strg-F] innerhalb des jeweils auf der rechten Seiten präsentierten Artikels suchen.

Multimedial

Finden Sie in Duden-Artikeln ein kleines Bild eines Lautsprechers (Abbildung 3), spielt ein Klick darauf eine Sound-Datei ab, welche die Aussprache des jeweiligen Wortes verdeutlicht. Funktioniert die Soundwiedergabe auf Ihrem Rechner generell, können Sie unter AnsichtEinstellungenAudiowiedergabe anhand des vorgelesenen Wortes "Sound" testen, ob dies auch mit officebib der Fall ist. Im Zweifelsfalle tauschen Sie an dieser Stelle den voreingestellten Soundplayer artsplay zum Beispiel gegen xmms aus.

Abbildung 3: Anders als der Brockhaus vermittelt der Duden die Aussprache ausgewählter Wörter.

Während der Duden so für Text und Ton sorgt, ergänzt der Brockhaus statt dessen ausgewählte Artikel um Grafiken und Bilder (Abbildung 4). Ein Linksklick mit der Maus öffnet diese in einem separaten Fenster in Originalgröße. Oberhalb des Bildes findet sich ein Vermerk darauf, wieviele Abbildungen es zum Artikel gibt. Sind es mehrere, schalten Sie mit den beiden kleinen Dreiecken zwischen ihnen um. Dass diese Knöpfe auch dann zur Verfügung stehen, wenn es nur ein Bild gibt, ist eine Nachlässigkeit des User-Interfaces, die spätere officebib-Versionen hoffentlich beseitigen.

Abbildung 4: Ton hat der "kleine" Brockhaus nicht zu bieten, manchmal allerdings Bilder und externe Links.

Per Default zeigt das Programm Abbildungen proportional zur Größe des für sie reservierten oberen Teilfensters an. Zieht Sie dieses an der waagerechten Trennlinie mit der Maus auf, skaliert das Bild mit. Alternativ können Sie im Pop-Down-Menü Bildgröße: oder unter AnsichtEinstellungenAllgemeinBilder: (Abbildung 5) feste Skalierungen einstellen. Sie bekommen dann aber immer nur den Bildausschnitt zu sehen, der in die jeweilige Fenstergröße passt.

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