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Distribits

01.03.2005

Kurz notiert

Mit dem Programm DTrace stellt Sun den ersten Teil seines Betriebssystems Open Solaris http://www.opensolaris.org zum Download bereit. Es handelt sich dabei um ein Programm zur Netzwerküberwachung. Bis zur kompletten Veröffentlichung des Quelltext von Solaris geht noch einige Zeit ins Land. Sun überprüft zur Zeit, ob Teile des Sourcecodes fremden Patenten unterliegen. Die kommerzielle Variante von Solaris 10 verkauft das Unternehmen seit dem 31. Januar.

Die Firmen Hancom, Red Flag und Miracle planen für Juni 2005 die Release der ersten gemeinsamen Version von Asianux http://www.asianux.com, einer preiswerten Linux-Distribution für den Unternehmeseinsatz. Haupteinsatzgebiet soll vor allem in Südostasien Verwendung sein. Durch verstärkten Personaleinsatz gelang es den Herstellern, den geplanten Erscheinungstermin um zwei Monate nach vorne zu verlegen.

Astaro Security Linux http://www.astaro.de liegt in Version 5.1. vor. Die Distribution zielt speziell auf den Einsatz als Firewall ab und lässt sich über ein Web-Interface einrichten und warten. Sie bietet NAT, Masquerading, Paketfilter, Traffic Shaping und verfügt über einen integrierten Proxy-Server. Zudem integrierte der Hersteller einen Virenscanner von Kapersky, der E-Mail-Nachrichten und Daten aus dem WWW untersucht. Privatanwender dürfen Astaro Security Linux kostenlos nutzen. Die Preise für gewerbliche Nutzer beginnen bei 390 Euro für eine Lizenz, die 10 Benutzer umfasst. Private Nutzer können für 59 Euro ein Jahresabbonement mit Aktualisierungen für Virenschutz und Surf Protection bekommen.

Der amerikanische Distributor Red Hat hat sein Produkt Red Hat Enterprise Linux 4 http://www.redhat.com/software/rhel/ fast fertig gestellt. Die Version basiert auf Fedora Core 3, ergänzt um Server-Anwendungen und Systemverwaltungsprogramme. Die Distribution wird es in verschiedenen Ausbaustufen, vom Desktop-System bis zum Applikationsserver zu kaufen geben. Unterdessen gehen die Arbeiten an Fedora Core 4 mit großer Geschwindigkeit weiter. Nach zwei Testversionen im März und April 2005 soll die fertige Distribution am 16. Mai erscheinen.

Die Verwaltung der Stadt Wien möchte die Arbeitsplätze ihrer Mitarbeiter Zug um Zug auf Open Source Software umstellen. Neben dem Einsatz von Programmen wie OpenOffice und Mozilla unter Windows besteht seit kurzem für die Mitarbeiter die Möglichkeit, eine Wienux genannte Linux-Distribution einzusetzen. Wienux basiert auf Debian mit Kernel 2.6.9-1 und bringt neben dem Desktop KDE 3.3 auch OpenOffice Version 1.1.3 und Mozilla Firefox 1.0 mit. Ihre E-Mail erledigen die Magistratsangestellten allerdings weiterhin mit Outlook Web Access von Microsoft.

Der Smart Package Manager http://smartpm.org soll in Zukunft distributionsübergreifend die Installation und Wartung von Software erleichtern. Der Programmierer Gustavo Niemeyer entwickelt das Programm im Auftrag des südamerikanischen Distributors Connectiva. Der Paketmanager erlaubt die Installation von Programmen aus verschiedenen Quellen und unterschiedlichen Formaten. Er unterstützt Debian-Apt, Apt-RPM, Yum, Slackware und Urpmi. Zur Zeit steht die Software in einer Betaversion zur Verfügung und besitzt neben einem Kommandozeilen-Interface eine mit GTK gestaltete grafische Oberfläche.

Von Lorma Linux http://linux.lorma.edu gibt es die erste Beta-Version des Lormalinux Samba Fileserver. Die Distribution basiert auf Slackware und eignet sich zum einfachen Einrichten eines Dateiservers für Windows- und Linux-Clients. Zur Administration dient Webmin. Das nur etwa 225 MByte große ISO-Image finden Sie auf der Homepage des Projekts.

CentOS hat eine Version der eigenen Distribution herausgegeben, die auf einer CD Platz findet. Auf der Single CD Server Version http://www.centos.org sind alle notwendigen Pakete für einen Datei-, Druck- und Webserver enthalten. Darüberhinaus enthält der Datenträger Pakete, die für eine vollständige Serverinstallation benötigt werden. CentOS basiert auf Red Hat Enterprise Linux 3, ergänzt um alle wichtigen Updates und Sicherheitsverbesserungen.

Unternehmensprodukte von Mandrake

Mandrake Linux http://www.mandrakelinux.com hat einige neue Produkte zum Einsatz in Unternehmen vorgestellt. Als Server-Betriebssystem bietet Mandrake den Corporate Server 3.0 an. Die Distribution erlaubt die Einrichtung und Administration von Datei-, Drucker-, Verzeichnis-, Web-, und FTP-Servern mit Hilfe von Assistenten.

Das Produkt basiert auf Kernel 2.6 und bringt Samba in der Version 3 sowie einen aktuellen Apache-Webserver mit. Die netzweite Software-Installation übernehmen die Programme DrakPark und Mandrakeonline pro. Mandrake Corporate Server läuft auf 32- und 64-Bit Systemen und kostet 329 Euro.

Für den Unternehmens-Desktop bietet das Unternehmen die Distribution Corporate Desktop an, die um die Büroanwendungen OpenOffice und Mozilla herum aufgebaut ist. Als Desktop-Umgebung findet das nicht mehr ganz taufrische KDE 3.2 Verwendung. Inzwischen liegt auch die erste Betaversion http://www.mandrakelinux.com/en/102beta.php3 von Mandrake Linux 10.2 auf zahlreichen Mirror-Servern zum Download bereit.

Kompakte Live-Distribution

Als kompakte Live-Distribution bietet sich Sam http://sam.hipsurfer.com besonders als mobiler Begleiter an. Der Schwerpunkt liegt auf Desktop-Anwendungen für Büroarbeit und Internet-Zugriff. Das System passt auf eine Mini-CD. Grundlage der Distribution bildet Mandrake 10.1, die meisten Programme stammen aus dem Cooker.

Sam setzt in der aktuellen Version auf einem Kernel der Serie 2.6 auf. Trotzdem lässt sich die Distribution problemlos auf Systemen mit lediglich 64 MByte RAM betreiben. Die Installation auf Festplatte ist dabei ausdrücklich vorgesehen.

Mit dem FTP-Server GProftpd und dem kompakten Webserver THttpd fanden zwei Serverdienste Einzug in Sam. Das Programm Firestarter hilft bei der Einrichtung einer Firewall. Mittels Captive ermöglicht das System den lesenden Zugriff auf NTFS-Partitionen. Da es sich jedoch um ein experimentelles Feature handelt, sollten Sie es mit Vorsicht benutzen.

Auf dem Desktop findet sich alles, was für die tägliche Arbeit nötig ist: Mozilla in der aktuellen Version sowie freie Varianten der Textverarbeitung Textmaker und der Tabellenkalkulation Planmaker. Als echter Neuling kam das DTP-Programm Scribus mit dazu. Zum Brennen von CDs setzt das Projekt auf GnomeBaker.

Abbildung 1

Abbildung 1: Sam überzeugt durch gute Gestaltung und gelungene Software-Auswahl.

Slackware 10.1 Beta 1

Die erste Beta des kommenden Slackware 10.1 http://www.slackware.org steht zum Herunterladen zur Verfügung. Slackware-Entwickler Patrick Volkerding integrierte XFCE 4.2, Gimp 2.2.3 in das System und behob viele Fehler aus der vorherigen Version. Die Distribution enthält die aktuellen Kernel 2.6.10 und 2.4.29, X.Org 6.8 und KDE 3.3.2.

Gnome ist nur in der schon leicht angestaubten Version 2.6.2 enthalten, da die Integration von Gnome in Slackware zu aufwendig wurde. Aktuelle Gnome-Pakete für Slackware gibt es unter dem Namen Dropline Gnome http://www.dropline.net/gnome/.

Volkerding rechnet mit einer kurzen Beta-Phase, da er mit der Stabilität der Distribution schon zufrieden ist. Images der Betaversion gibt es nicht auf der Slackware-Homepage. Sie finden jedoch auf http://www.slackware.no inoffizielle Pakete. Alternative bietet sich die Installation des Systems mit einer Bootdiskette an. Die benötigten Pakete lädt der Installer dann ebenfalls über das Netz herunter.

Schlankes Live-System

Ein wenig morbide gibt sich Dead CD http://web.isteve.bofh.cz/deadcd/: Das Desktop-orientierte Live-System verwendet Debian als Grundlage und braucht nur knapp 100 MByte groß Platz auf einem Speichermedium. Etwas ungewohnt ist, dass Sie nach dem Einloggen als Benutzer deaduser das X-Window-System manuell aufrufen müssen. Die Distribution fragt fragt die Daten für Mausanschluss, Tastatur und Monitor ab, und Sie landen anschließend in einem Fluxbox-Desktop, (Abbildung 2).

Die geringe Größe der Distribution schränkt die Programmauswahl leicht ein, der Schwerpunkt liegt auf Internet-Zugriff und Multimedia. Als Browser packten die Entwickler Firefox bei, E-Mail übernimmt Sylpheed, für den Augen- und Ohrenschmaus sorgen Beep Media Player und MPlayer. Mit THttpd bietet das System einen kompakter Webserver, OpenSSH sorgt für den sicheren Zugriff auf andere Rechner über das Netz.

Mit Scite verfügen Sie über einen kompakten, aber dennoch gut ausgestatten Quelltexteditor, mit dem sich Textdateien gut bearbeiten lassen. Xpdf schließlich ermöglicht das Betrachten von Dateien im PDF-Format.

Abbildung 2

Abbildung 2: Dead CD gibt sich kompakt und bietet dennoch Multimedia- und Internet-Genuss.

Neue Software auf einen Klick

Das Projekt Klik http://klik.atekon.de möchte eine Installation von Software auf Debian-Systemen mit einem Mausklick möglich machen. Ursprünglich sollte Klik das Einrichten von Software auf einem Knoppix-Live-System vereinfachen. Die Idee gleicht den AppFolders von Apple oder dem Klick'n'Run-Warehouse von Linspire und erlaubt die Installation von Programmpaketen ohne root-Rechte. Um Programme mit Klik auf die Festplatte zu bekommen, müssen Sie zunächst den Klik-Client aus dem Netz laden und installieren.

Die Programmpakete bestehen aus einer so genannten CMG-Datei, die alle zur Ausführung nötigen Dateien und Bibliotheken in komprimierter Form enthält. Technisch gesehen handelt es sich dabei um Image-Dateien mit einem Cramfs-Dateisystem, die der Anwender über das Loop-Device in das Dateisystem einhängt.

Das Loop-Device kann nicht mehr als acht Devices gleichzeitig mounten. Obgleich sich diese Grenze durch Setzen eines Kernel-Parameters erhöhen lässt, eignet sich Klik nicht dazu, eine vollständige Software-Ausstattung für eine Distribution bereitzustellen. Als Ergänzung zum Software-Angebot lohnt die mittlerweile 6000 Pakete umfassende Sammlung aber allemal einen Blick. Klik funktioniert mit Knoppix, Kanotix Bughunter X und Simply Mephis.

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LinuxUser 05/2014

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