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deskTOPia: Hintergrund-Programme

01.02.2005 Wer stundenlang am Rechner sitzt, will auch etwas für's Auge haben. Mit einem Desktop-Hintergrund nach Wunsch gestalten Sie Ihren Arbeitsplatz gleich viel freundlicher. Die Programme hsetroot und Esetroot bieten dabei mehr als die typische Einheitskost.

deskTOPia

Wie Ihr Linux-Desktop aussieht, bestimmen allein Sie. Mit deskTOPia nehmen wir Sie regelmäßig mit auf die Reise ins Land der Window-Manager und Desktop-Umgebungen, stellen Nützliches und Farbenfrohes, Hingucker und hübsches Spielzeug vor.

Die Zeiten, zu denen Windows-Postillen den Verzicht auf ein Hintergrundbild als streng geheimen Tuning-Tipp verkauften, sind glücklicherweise vorbei. Im Arbeitsspeicher moderner Rechner ist für einen Desktop-Hintergrund genug Platz. Anders als Windows 95 beherrschen die meisten Fenstermanager die Anzeige von Grafiken in komprimierten und damit kleineren Formaten, wie etwa PNG oder JPG.

Desktop-Umgebungen bringen für die Auswahl des Hintergrundes einen passenden Optionsdialog mit. Einfache Fenstermanager hingegen erwarten die Bilder in einem bestimmten Verzeichnis oder erfordern einen Eintrag der Grafik in eine Konfigurationsdatei. Mit Kommandozeilenprogrammen, die ein Bild als Hintergrund laden, sind Sie unabhängig von diesen Zwängen. Dieser Artikel stellt mit Esetroot [1] und hsetroot [2] zwei Anwendungen vor, die mehr auf dem Kasten haben, als einfach nur eine Grafik ins Root-Fenster zu zeichnen.

Unter KDE und Gnome können Sie keines der Tools verwenden. Die beiden Desktop-Umgebungen stülpen ein weiteres Fenster über das Root Window, das als Hintergrund fungiert und das Root-Fenster überdeckt.

Bonus-Tool

Esetroot kommt zusammen mit dem Terminal-Emulator Eterm auf die Festplatte. Obwohl für nahezu alle Distributionen fertige Pakete bereit stehen, lohnt sich zumindest für Fans der Serie Southpark das Selbstkompilieren. Im configure-Skript verbirgt sich ein Osterei. Es überprüft die fiktive libkenny auf Lebenszeichen und kommentiert das Ergebnis mit dem wohl bekanntesten Satz der Serie (Abbildung 1). Humorlose Zeitgenossen deaktivieren den Scherz mit dem configure-Parameter --without-sense-of-humor.

Abbildung 1: Southpark lässt grüßen: Das configure-Skript des Eterm enthält ein Osterei für Fans der Serie.

Esetroot nutzt die Grafik-Bibliothek imlib, so dass es mit den Formaten JPG, PNG, TIFF, BMP, XPM und GIF zurecht kommt. Mit dem Befehl Esetroot /pfad/zur/grafik.jpg laden Sie die Datei grafik.jpg als Wallpaper. Das schaut nur bei Bildern im Vollformat oder einfachen Mustern gut aus. Ohne Optionen aufgerufen, kachelt Esetroot Grafiken, die kleiner als der Bildschirm sind. Um ein kleineres Bild zentriert anzuzeigen, kennt Esetroot die Aufrufoption -center. Diese zentriert die Grafik und färbt den restlichen Hintergrund schwarz.

Passend gemacht

Möchten Sie eine zu kleine Grafik bildschirmfüllend darstellen, nutzen Sie die Option -scale. Dabei skaliert das Programm die Datei auf Bildschirmgröße. Da durch die Größenänderung Bildinformationen verloren gehen, wirkt das Ergebnis gerade bei Fotos leicht unscharf. Außerdem passt Esetroot das Seitenverhältnis des Bildes an die Auflösung an. Verzerrt das Ihren Wunschhintergrund bis zur Unkenntlichkeit, versuchen Sie es mit dem Aufrufparameter -fit. Mit dieser Option skaliert Esetroot Bilder entweder auf die volle Bildschirmbreite oder -höhe, behält aber das Seitenverhältnis bei. Der nicht von der Grafik ausgefüllte Bereich erscheint schwarz. Hätten Sie lieber eine andere Farbe, erreichen Sie das mit dem Befehl

Esetroot -bgcolor "#ffffff" -fit grafik.jpg

bgcolor erwartet entweder Farbangaben in HTML-Notation – im obigen Beispiel weiß – oder einen Namen. Welche Farbnamen das System kennt, verrät die Ausgabe des Befehls showrgb | less.

Der standardmäßig verwendete Kachelmodus macht sich besonders mit einfachen Mustern gut. Einen besonderen Effekt erzielen Sie, wenn Sie zusätzlich den Aufrufparameter -mirror verwenden. Esetroot kachelt die Musterdatei immer noch, erzeugt aber jedesmal eine horizontal und vertikal gespiegelte Ansicht (Abbildung 2).

Abbildung 2: Das Muster im Fenster unten rechts als gekachelter und mehrfach gespielgelter Desktop-Hintergrund.

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