Terminal-Emulatoren im Vergleich

Kommandozeile unter X

Als Schnittstelle zwischen GUI und Prompt stellen Terminal-Emulatoren das wohl wichtigste Werkzeug auf der grafischen Oberfläche dar. Wir klopfen die zehn wichtigsten Vertreter dieser Gattung auf Ihre Fähigkeiten ab.

Einige Dinge lassen sich schneller und eleganter durch ein Shell-Kommando lösen, als durch grafische Applikationen. Auch unter X müssen Sie nicht auf diesen Komfort verzichten: Mehr als ein Dutzend Terminal-Emulatoren offerieren Ihnen eine Kommandozeile im Fensterformat. Jeder Desktop-Umgebung und fast allen Fenstermanagern liegt eine entsprechende Anwendung bei. So verschieden deren Herkunft ist, so unterschiedlich fallen auch die eingebauten Funktionen aus. In diesem Artikel nehmen wir eine Auswahl an Terminalprogrammen unter die Lupe und zeigen deren Vor- und Nachteile auf.

Testumgebung

Als Testsystem diente Suse Linux 9.2, das ebenso wie Fedora Core auf UTF-8 [1] als Zeichensatzkodierung setzt. Mandrake Linux verwendet normalerweise ISO-8859-15 als Zeichensatzkodierung, schaltet aber auf UTF-8 um, wenn Sie bei der Installation eine weitere Sprache auswählen, deren Zeichen nicht in ISO-8859-15 vorkommen.

Da UTF-8 sich künftig als Standard durchsetzen wird, sollte auch der Terminal-Emulator damit zurecht kommen. Andernfalls scheitert er beispielsweise daran, Umlaute korrekt darzustellen. Verwenden Sie UTF-8 als Systemzeichensatz, so spielt dieses Kriterium eine maßgebliche Rolle bei der Auswahl des Terminals.

Einen schnellen Überblick über die Features der Programme bietet Ihnen Tabelle 1. Dort erfahren Sie zusätzlich, wieviel Arbeitsspeicher die Programme benötigen. Der Wert stammt direkt aus der Prozesstabelle und bezieht sich auf die Standardkonfiguration der Terminals. Die konsole startet ebenso wie das gnome-terminal einige zusätzliche Prozesse, die unter der jeweiligen Desktop-Umgebung ohnehin laufen.

Der Klassiker

Es existiert wohl kaum eine Desktop-Distribution, die nicht das xterm (Abbildung 1) mitbringt. Dieses Terminal-Programm gehört als Grundausstattung zum X-Window-System – sowohl bei XFree 4.x als auch X.org. Man sieht dem Terminal deutlich an, dass es zum Arbeiten bestimmt ist: Die Entwickler haben auf nahezu jeden grafischen Schnickschnack verzichtet. Einzig die Schriftart sowie die Farben für den Vorder- und Hintergrund können Sie mit Aufrufparametern beeinflussen. Der Aufruf xterm --help verrät, dass -bg gefolgt von einem Farbnamen die Farbe für den Hinter- und -fg die für den Vordergrund bestimmt. So startet xterm -bg SteelBlue -fg white das Programm mit weißer Schrift auf mittelblauem Grund. Welche Farbnamen die Parameter akzeptieren, bringen Sie mit Hilfe des Kommandos showrgb | less in Erfahrung.

Was an grafischen Spielereien fehlt, macht das xterm durch Funktionalität wett. Es unterstützt sowohl UTF-8 als auch, in Zusammenarbeit mit der verwendeten Shell, die Anzeige von Farben. Ein Beispiel dafür ist die farbige Darstellung von Verzeichnisbäumen mit Hilfe des Programms dircolors[2]. Um das Aussehen eines xterm-Fensters zur Laufzeit ändern, greifen Sie zu einem externen Helfer, etwa zu dem unter [3] erhältlichen xtermcontrol.

Abbildung 1: Das "xterm" präsentiert sich schlicht und funktional.

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