Kommandozeile unter X

Terminal-Emulatoren im Vergleich

01.02.2005
Als Schnittstelle zwischen GUI und Prompt stellen Terminal-Emulatoren das wohl wichtigste Werkzeug auf der grafischen Oberfläche dar. Wir klopfen die zehn wichtigsten Vertreter dieser Gattung auf Ihre Fähigkeiten ab.

Einige Dinge lassen sich schneller und eleganter durch ein Shell-Kommando lösen, als durch grafische Applikationen. Auch unter X müssen Sie nicht auf diesen Komfort verzichten: Mehr als ein Dutzend Terminal-Emulatoren offerieren Ihnen eine Kommandozeile im Fensterformat. Jeder Desktop-Umgebung und fast allen Fenstermanagern liegt eine entsprechende Anwendung bei. So verschieden deren Herkunft ist, so unterschiedlich fallen auch die eingebauten Funktionen aus. In diesem Artikel nehmen wir eine Auswahl an Terminalprogrammen unter die Lupe und zeigen deren Vor- und Nachteile auf.

Testumgebung

Als Testsystem diente Suse Linux 9.2, das ebenso wie Fedora Core auf UTF-8 [1] als Zeichensatzkodierung setzt. Mandrake Linux verwendet normalerweise ISO-8859-15 als Zeichensatzkodierung, schaltet aber auf UTF-8 um, wenn Sie bei der Installation eine weitere Sprache auswählen, deren Zeichen nicht in ISO-8859-15 vorkommen.

Da UTF-8 sich künftig als Standard durchsetzen wird, sollte auch der Terminal-Emulator damit zurecht kommen. Andernfalls scheitert er beispielsweise daran, Umlaute korrekt darzustellen. Verwenden Sie UTF-8 als Systemzeichensatz, so spielt dieses Kriterium eine maßgebliche Rolle bei der Auswahl des Terminals.

Einen schnellen Überblick über die Features der Programme bietet Ihnen Tabelle 1. Dort erfahren Sie zusätzlich, wieviel Arbeitsspeicher die Programme benötigen. Der Wert stammt direkt aus der Prozesstabelle und bezieht sich auf die Standardkonfiguration der Terminals. Die konsole startet ebenso wie das gnome-terminal einige zusätzliche Prozesse, die unter der jeweiligen Desktop-Umgebung ohnehin laufen.

Der Klassiker

Es existiert wohl kaum eine Desktop-Distribution, die nicht das xterm (Abbildung 1) mitbringt. Dieses Terminal-Programm gehört als Grundausstattung zum X-Window-System – sowohl bei XFree 4.x als auch X.org. Man sieht dem Terminal deutlich an, dass es zum Arbeiten bestimmt ist: Die Entwickler haben auf nahezu jeden grafischen Schnickschnack verzichtet. Einzig die Schriftart sowie die Farben für den Vorder- und Hintergrund können Sie mit Aufrufparametern beeinflussen. Der Aufruf xterm --help verrät, dass -bg gefolgt von einem Farbnamen die Farbe für den Hinter- und -fg die für den Vordergrund bestimmt. So startet xterm -bg SteelBlue -fg white das Programm mit weißer Schrift auf mittelblauem Grund. Welche Farbnamen die Parameter akzeptieren, bringen Sie mit Hilfe des Kommandos showrgb | less in Erfahrung.

Was an grafischen Spielereien fehlt, macht das xterm durch Funktionalität wett. Es unterstützt sowohl UTF-8 als auch, in Zusammenarbeit mit der verwendeten Shell, die Anzeige von Farben. Ein Beispiel dafür ist die farbige Darstellung von Verzeichnisbäumen mit Hilfe des Programms dircolors[2]. Um das Aussehen eines xterm-Fensters zur Laufzeit ändern, greifen Sie zu einem externen Helfer, etwa zu dem unter [3] erhältlichen xtermcontrol.

Abbildung 1: Das "xterm" präsentiert sich schlicht und funktional.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 

Ähnliche Artikel

  • Jo's alternativer Desktop
    Wie Ihr Linux-Desktop aussieht, bestimmen allein Sie. Mit deskTOPia nehmen wir Sie regelmäßig mit auf die Reise ins Land der Window-Manager und Desktop-Umgebungen, stellen Nützliches und Farbenfrohes, Hingucker und hübsches Spielzeug vor. Nachdem in der letzten Ausgabe ein Programm vor den Augen des Window-Manager verschwand, wollen wir dieses mal den Hintergrund eines Terminals durchsichtig gestalten - und nebenbei Speicher sparen.
  • Neues Design für das Terminal mit Bashish
    Terminalfenster glänzen durch ein komplett nüchternes Erscheinungsbild. Mit der Erweiterung Bashish verleihen Sie der Kommandozeile etwas Pepp.
  • Jo´s alternativer Desktop
    Ein Desktop ohne Verwendung für die Maus, ohne Klicken und Schieben? evilwm ist der Feind aller Nager.
  • Farbige Ausgabe von ls mit dircolors
    Der Befehl ls sorgt für einen Überblick über Verzeichnisinhalte, eine farbenfrohe Ausgabe ist dabei für viele Anwender bereits selbstverständlich. Dieser Artikel beschreibt, wie Sie die Farbwahl von ls steuern.
  • deskTOPia: coolicon
    Zu einer Desktop-Umgebung gehören Icons. KDE und GNOME bringen die Mini-Anwendungsstarter von Haus aus mit, doch auch die Nutzer einfacher Fenster-Manager müssen nicht darauf verzichten.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 12/2014: ANONYM & SICHER

Digitale Ausgabe: Preis € 4,95
(inkl. 19% MwSt.)

Mit der Zeitschrift LinuxUser sind Sie als Power-User, Shell-Guru oder Administrator im kleinen Unternehmen monatlich auf dem aktuelle Stand in Sachen Linux und Open Source.

Sie sind sich nicht sicher, ob die Themen Ihnen liegen? Im Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben zum reduzierten Preis. Einzelhefte, Abonnements sowie digitale Ausgaben erwerben Sie ganz einfach in unserem Online-Shop.

NEU: DIGITALE AUSGABEN FÜR TABLET & SMARTPHONE

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist auch ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!       

Tipp der Woche

Ubuntu 14.10 und VirtualBox
Ubuntu 14.10 und VirtualBox
Tim Schürmann, 08.11.2014 18:45, 0 Kommentare

Wer Ubuntu 14.10 in einer virtuellen Maschine unter VirtualBox startet, der landet unter Umständen in einem Fenster mit Grafikmüll. Zu einem korrekt ...

Aktuelle Fragen

Nach Ubdates alles weg ...
Maria Hänel, 15.11.2014 17:23, 4 Antworten
Ich brauche dringen eure Hilfe . Ich habe am wochenende ein paar Ubdates durch mein Notebook von...
Brother Drucker MFC-7420
helmut berger, 11.11.2014 12:40, 1 Antworten
Hallo, ich habe einen Drucker, brother MFC-7420. Bin erst seit einigen Tagen ubuntu 14.04-Nutzer...
Treiber für Drucker brother MFC-7420
helmut berger, 10.11.2014 16:05, 2 Antworten
Hallo, ich habe einen Drucker, brother MFC-7420. Bin erst seit einigen Tagen ubuntu12.14-Nutzer u...
Can't find X includes.
Roland Welcker, 05.11.2014 14:39, 1 Antworten
Diese Meldung erhalte ich beim Versuch, kdar zu installieren. OpenSuse 12.3. Gruß an alle Linuxf...
DVDs über einen geeigneten DLNA-Server schauen
GoaSkin , 03.11.2014 17:19, 0 Antworten
Mein DVD-Player wird fast nie genutzt. Darum möchte ich ihn eigentlich gerne abbauen. Dennoch wür...