SphinxOS 4.0

KEIN PHARAONENSCHATZ

SphinxOS will speziell Windows-Benutzern den Umstieg auf Linux versüßen. Wir haben uns Version 4.0 der Distribution angesehen.

In vielen Punkten hat Linux als Betriebssystem Windows längst eingeholt oder sogar abgehängt. Windows-User hindert am Umstieg manchmal nur die Software-Auswahl, oft scheitert es an einzelnen Lieblingsprogrammen. Dieses Problem geht SphinxOS [1] an, indem es kommerzielle Hilfsapplikationen mitliefert, die Windows-Anwendungen und -Spiele unter Linux laufen lassen. Das Produkt der Firma Smartthink Ltd. zielt speziell auf den deutschen Markt und spricht daher ausschließlich deutsch.

Das Standard-Paket kostet etwa 80 Euro. Daneben gibt es eine Home-Edition für 20 Euro. Ihr fehlen die Lizenzen für Crossover Office, das Microsoft-Office-Programme abspielt, sowie für Cedega, zuständig für Windows-Spiele. Diese beiden Programme lassen sich also mit der Home-Edition nur antesten. Anspruch auf Support und kostenlose Updates genießen ausschließlich Käufer des Standard-Pakets.

Die Installation

Nur eine CD umfasst SphinxOS, im Vergleich zu den meisten anderen Distributionen ziemlich wenig. Da es auf Mepis [2] basiert und es sich dabei wiederum um einen Debian-Abkömmling [3] handelt, lässt sich aber das große Reservoir fertiger Debian-Pakete ebenfalls verwenden. Welche Hardware SphinxOS Probleme bereitet und welche funktioniert, verrät das Portal unter [4] nach kostenloser Anmeldung.

Die Installation verläuft ungewohnt. Zunächst funktioniert die CD als Live-System und startet eine KDE-Oberfläche. Nach dem Login als root mit dem Passwort root bietet sie die Möglichkeit, SphinxOS auszuprobieren. Abgesehen von den Geschwindigkeitseinbußen, unter denen ein von CD statt von Festplatte laufendes System stets leidet, steht die volle Funktionalität zur Verfügung. Entscheidet sich der Benutzer für die Installation, findet er im SOS-Kontrollzentrum den Punkt SphinxOS 4.0 installieren (Abbildung 1). Das SphinxOS-eigene SOS-Kontrollzentrum fungiert darüberhinaus als zentrales Werkzeug für die Systemkonfiguration.

Abbildung 1: Das SOS-Kontrollzentrum installiert SphinxOS und erledigt die Systemkonfiguration.

Die Installationsroutine beschränkt sich auf das Wichtigste. So verzichtet sie auf einen Dialog zu Paketauswahl und installiert automatisch eine vollständige KDE-Oberfläche, OpenOffice, Firefox als Web-Browser sowie Crossover Office [5] und Cedega [6].

Leider integriert SphinxOS entgegen des eigenen Anspruchs nicht jede Hardware selbständig. Die WLAN-Geräte Netgear WA111 und MA401RA erkannte es im Test zwar. Um aber eine Verbindung herzustellen war Handarbeit nötig. Das Tastatur-Layout definiert SphinxOS ebenfalls falsch. Da es statt dem in Deutschland üblichen 105-Tasten-Keyboard von 104 Tasten ausgeht, funktioniert die Taste mit den Zeichen <\<>, <\>> und | zunächst nicht. Dies lässt sich im KDE-Kontrollzentrum manuell korrigieren.

Interoperabilität

Die beiden Windows-Schnittstellen Crossover Office und Cedega sind kommerzielle Weiterentwicklungen der freien Windows-Laufzeitumgebung Wine. Sie spezialisieren sich jeweils auf bestimmte Anwendungsfälle. Crossover Office betreibt neben Microsoft Office (Abbildung 2) über 1000 weitere Windows-Applikationen unter Linux. Cedega bringt die Multimedia-Erweiterung DirectX von Windows zumindest teilweise in die Linux-Welt. Damit lassen sich zahlreiche Spiele im freien Betriebssystem genießen, eine vollständige Liste führt die Homepage des Cedega-Herstellers Transgaming [6].

Abbildung 2: Mit Crossover Office läuft Microsoft Office auch unter Linux.

Installierte Windows-Programme landen zum direkten Start im KDE-Menü – überraschenderweise in einem Untermenü namens SuSE (Abbildung 3). Auch um den Umgang mit entsprechenden Dateien kümmert sich Crossover Office: Klickt man nach der Installation von Microsoft Word im Konqueror-Fenster auf eine Datei mit der Endung .doc, startet Word automatisch und öffnet das gewählte Dokument.

Abbildung 3: Abgeguckt? Windows-Anwendungen landen im Startmenü unter "SuSE".

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