Software

01.02.2005

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Mitte Dezember veröffentlichte OpenOffice.org mit Version 1.1.4 eine weitere, fehlerbereinigte Version seiner Office-Suite. Insbesondere Programmabstürzen bei der Verarbeitung diverser Word-Dokumenten rückten die Entwickler diesmal zu Leibe. Aber auch Bugs bei der PDF-Erstellung aus Zeichnungen wurden behoben. Neue Fähigkeiten bietet die Version noch nicht. Erst das für April 2005 geplante OpenOffice 2.0 enthält wieder zahlreiche neue Funktionen.

Der Mail-Client Thunderbird ist ab sofort in der Version 1.0 erhältlich. Das aktuelle Release bietet verbesserte Suchfunktionen und weitere Importfunktionen, um den Umstieg von anderen Mail-Programmen zu erleichtern. Desweiteren kann Thunderbird jetzt RDF-Feeds ohne externe Programme verarbeiten. Auch in punkto Sicherheit ändert sich einiges. So lädt Thunderbird in Mails eingebettete Bilder bei unbekanntem Absender nicht mehr automatisch herunter. Außerdem haben die Entwickler die selbstlernende Spam-Abwehr von Mozilla übernommen. Ein globales Eingangsverzeichnis und die Möglichkeit, Nachrichten in einem Ordner zu Gruppen zusammenzufassen, rundet die Palette der Neuerungen ab. Ein Update lohnt sich.

Die Web-Seite about-linux.com stellt nach dem Erfolg Ihrer ersten Video-Tutorials für Linux jetzt sechs weitere Anleitungen als Video-Stream zum Download bereit. Das Themenspektrum reicht von OpenOffice über ssh und scp bis zur Anleitung für den Editor vi. Die deutschsprachigen Videos im AVI-Format sind im Schnitt zwischen 10 MB und 30 MB groß und lassen sich mit einem Media-Player wie mplayer problemlos abspielen.

Wer ab und an notgedrungen von Linux auf einen Rechner mit fliegenden Fenstern wechseln muss, für den ist das deutschsprachige Opensource-CD Projekt genau das Richtige. Hierbei handelt es sich um eine qualitativ hochwertige Sammlung von 80 Open-Source-Programmen für Windows. Neben namhaften Größen wie OpenOffice, Mozilla, Gimp oder Gaim umfasst die Sammlung auch weniger bekannte Programme wie VirtuaWin, WinRoll oder jDictionary. Games wie das Schachspiel Jose oder Lbreakout runden das Gesamtbild der Sammlung ab. Im Gegensatz zum englischsprachigen Pendant TheOpenCD.org bietet das deutsche Projekt ein umfangreicheres Programmsortiment und sollte auf keinem Windows Rechner fehlen.

Die Veranstalter des Linux Tag 2005 suchen noch Referenten für Vorträge und Workshops. Wer die vom 22. bis 25. Juni stattfindende Veranstaltung mit Beiträgen und Fachwissen unterstützen möchte, kann noch bis zum 15. Januar einen Themenvorschlag inklusive Zusammenfassung im virtuellen Conference Centre einreichen. Die Zusammenfassung sollte vorzugsweise im DocBook- oder OpenOffice-Format abgegeben werden. Ein Programmkommitee entscheidet dann, welche Beiträge ins Kongressprogramm kommen. Weitere Einzelheiten finden Sie auf der Webseite des Linux Tag.

Der von der Mozilla Foundation unabhängige Dienstleister MozSource plant die Einrichtung eines kommerziellen E-Mail-Supports für FireFox, Thunderbird und die Mozilla-Suite. Das Unternehmen ist als Sponsor der Mozilla-Zine und Betreiber des Mozilla-Ladens bekannt, der neben Handbüchern und CDs auch Kleidung rund um Mozilla anbietet. Im augenblicklichen Testbetrieb verspricht MozSource, Anfragen binnen 48 Stunden zu beantworten, was jeweils mit 4,99 US-Dollar zu Buche schlägt. Die Zahlung erfolgt mittels Kreditkarte. Wann der Support seinen regulären Betrieb aufnimmt und wieviel ein Supportticket dann kostet, steht augenblicklich noch nicht fest.

In Großbritannien schlossen sich Anfang Dezember über sechzig Firmen, deren Produkte auf Open-Source-Software basieren, zum Open Source Consortium zusammen. Ziel des Zusammenschlusses ist die Festlegung professioneller Standards sowie die Absicherung der Mitglieder. Dabei legt das Konsortium Wert auf eine stabile Finanzplanung seiner Mitglieder. Auf diese Weise will man potenziellen Kunden, bei denen es sich überwiegend um öffentliche Einrichtungen handelt, die Angst vor einem Firmenbankrott nehmen. Desweiteren will der Zusammenschluss Qualitätssicherung betreiben und strebt dazu eine ISO-9001-Zertifizierung seiner Mitglieder an.

Ab sofort gibt es unsere Schwesterzeitschrift Linux Magazin auch in spanischer Sprache. Da Linux insbesondere bei Spaniens Behörden hoch im Kurs steht, bietet die Iberische Halbinsel einen attraktiver Markt. Mit der zweiten Ausgabe wird das spanische Linux-Magazin auch in Mexico, Portugal und den USA angeboten. Der Preis entspricht mit 4,95 Euro für eine normale Ausgabe und 5,95 Euro für ein Exemplar mit Heft-DVD ungefähr dem deutschen Pendant. Der 10.000 Exemplaren starken Erstausgabe liegt eine DVD mit Fedora Core 3 für den Linux-Einstieg bei.

Nachrichten sammeln mit NewsFeed

Der RSS-Reader http://NewsFeed präsentiert sich im Gegensatz zu vielen anderen seiner Zunft nicht als Web-Anwendung. Die Entwickler des auf Python und TK basierenden Programms legten besonderen Wert auf einfache Installation sowie intuitive Bedienung. So lassen sich etwa die Intervalle für die Aktualisierung der Einträge für jede RSS-Datei (und damit jede Webseite) getrennt anpassen. Gleiches gilt auch für die Dauer, für die NewsFeed alte Nachrichten cachen soll.

Auch eine Suche in den RSS-Einträgen ist möglich, wobei NewsFeed das Resultat wieder als RSS-Eintrag darstellt und die Suchergebnisse in regelmäßigen Intervallen aktualisiert. Als kleines Schmankerl kann der Benutzer ein akustisches Signal einstellen, das auf die Aktualisierung eines RSS-Feed aufmerksam macht.

Die aktuelle Version 1.9 korrigiert neben einem Fehler in der Konfigurationsdatei, der beim Einsatz unter Windows auftrat, auch einen Bug im Rendering-System. Darüber hinaus legten die Entwickler ein Skript bei, das veraltete RSS-Links aufspürt, die längere Zeit nicht mehr aktualisiert wurden. So halten Sie Ihre RSS-Liste sauber und aktuell.

Abbildung 1: News-Artikel werden von NewsFeed übersichtlich verwaltet.

ctetris – Tetris auf der Konsole

Tetris gehört quasi schon zur Standardausstattung jeder grafischen Benutzeroberfläche. Dank http://ctetris können Sie das Spiel jetzt auch auf der Konsole genießen. Dabei gibt es sich so schnell und Ressourcen schonend, daß Sie es sogar über eine langsame Remote-Anbindung spielen können.

In punkto Spielidee und Optionen hat sich bei dem Klassiker nicht viel geändert. Lediglich die Rotation der fallenden Objekte lässt sich bei der aktuellen ctetris-Version 0.3 via Kommandozeilenparameter auch entgegen dem Uhrzeigersinn einstellen.

Abbildung 2: ctetris ist Ressourcen schonend und läßt sich sogar in einer ssh-Sitzung spielen.

Deutsche Anleitung für XEmacs

Die Einarbeitung in XEmacs geht etwa so mühelos von der Hand wie eine Diplomarbeit. Wer nicht in Sachen Editor promovieren will, dem greift http://XEmacs - die deutsche Anleitung unter die Arme. Das Dokument bietet auf 96 Seiten einen umfassenden Einstieg in die Materie. Allein der Anhang umfasst 25 Seiten mit Konfigurationsbeispielen. Dagegen gehen die Autoren mit Screenshots eher sparsam um, ganze sieben Bildschirmfotos vermitteln dem Leser im Dokument einen bildhaften Eindruck.

Alles in allem beschränken sich die Autoren auf die wesentlichen Themen, erklären die Struktur hinter XEmacs und erläutern den Umgang mit Buffern, Frames sowie den unterschiedlichen Modi. Auch die Interaktion zwischen XEmacs und anderen Anwendungen wie Sawfish, Latex, Perl oder Java wird eingehend beschrieben. Selbst dem Einsatz von XEmacs als Mail-Client tragen die Verfasser Rechnung.

Damit der Anwender die Konfiguration von XEmacs optimal seinen eigenen Bedürfnissen anpassen kann, wird die Skriptsprache Lisp in einem eigenen Kapitel umfassend erläutert. Hier erfährt den Leser unter anderem, dass sich Lisp-Skripte zur Verbesserung der Arbeitsgeschwindigkeit auch kompilieren lassen. Wer sich jetzt in XEmacs einarbeiten möchte, kann die Anleitung entweder online lesen oder als Latex- bzw. PDF-Dokument herunterladen. Da das Dokument permanent aktualisiert wird und noch nicht finalisiert ist, empfehlen wir, die heruntergeladene Datei regelmäßig auf den neuesten Stand zu bringen.

Abbildung 3: Wenige Abbildungen, dafür viel Quellcode: Eine Einleitung im Sinne von XEmacs.

Antiword konvertiert Dokumente

Wenn sie regelmäßig Microsoft-Word-Dokumente erhalten, aber zu deren Lektüre nicht jedes Mal OpenOffice aufrufen mögen, dann bietet http://Antiword dazu die Lösung. Mit diesem kleinen Programm konvertieren Sie bequem alle Word-Dateien aus den Versionen 2.0 bis 2003 in ein Text- oder Postscript-File. Dabei versucht Antiword das Layout des jeweiligen Dokuments weitestgehend zu übernehmen und kommt auch mit komplexen Dokumenten zurecht.

Einen wesentlichen Vorteil von Antiword stellt dabei seine plattformübergreifende Verfügbarkeit dar: Von Amiga über BeOS, Mac OS X bis hin zum Zaurus unterstützt das Progamm 13 verschiedene Betriebssysteme – die einzelnen BSD-Derivate nicht mitgerechnet. In der aktuellen Version 0.36 verbesserten die Entwickler die Unterstützung für kyrillische Schriften. Außerdem kann Antiword jetzt auch PDF-Dokumente erzeugen. (Uwe Vollbracht/jlu)

Abbildung 4: Antiword konvertiert Word-Dokumente auf nahezu jeder Plattform ins Text- oder Postscript-Format.

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