Sharp Zaurus SL-6000L und SL-C3000

Taschenspieler

Die Zaurus-Modelle von Sharp zählen zu den leistungsfähigsten Linux-PDAs. Wir haben uns den klassischen "Ziegelstein" SL-6000L und den neuen SL-C3000 mit Schwenk/Klapp-Display näher angesehen.

Wer täglich auf dem Desktop Linux einsetzt, möchte sein bevorzugtes Betriebssystem bei der mobilen Arbeit nicht missen. Entsprechend groß ist das Interesse für Linux-basierte PDAs. Zu den leistungsfähigsten Geräten dieser Art zählen die Modelle aus der Zaurus-Reihe von Sharp.

Allerdings konnte sich Sharp bislang nicht zu einem Vertrieb der Systeme in Europa durchringen – angesichts der Akzeptanz für Linux gerade hierzulande eine nicht nachvollziehbare Entscheidung. Spezialisierte Importeure wie Xtops.de [1] oder Trisoft [2] springen in die Bresche und offerieren Sharps Linux-PDAs auch in Deutschland.

Von Xtops.de erhielten wir für unseren Kurztest zwei aktuelle Modelle aus der Serie: Der SL-6000L im Hochkantformat vertritt die traditionelle Zaurus-Linie. Das etwas unförmig wirkende und für Westentaschen nicht wirklich geeignete Gerät beruht auf einem mit 400 MHz getakteteten CPU des Typs Intel XScale PXA255. Es bringt 64 MByte Flash-Speicher und ebenso viel RAM mit.

Ein gänzlich neues Konzept vertritt dagegen der SL-C3000. Von der Standfläche her quasi auf Display-Größe reduziert, imitiert der PDA das Konzept eines Tablet-PC. Klappt man das Oberteil des SL-C3000 auf, verwandelt er sich quasi in ein Micro-Notebook. Durch Drehen der Anzeige im Uhrzeigersinn und anschließendes Anklappen lässt sich das System in die gewohnte PDA-Form bringen. Dabei schaltet das Display automatisch von der Anzeige im Querformat auf das Hochformat um. Auch der SL-C3000 arbeitet mit einer XScale-CPU (PXA270, 416 MHz) und besitzt 64 MByte Arbeitsspeicher. Zusätzlich bringt er jedoch eine 4 GByte große Festplatte mit, so dass das Mitführen großer Datenmengen keine Probleme bereitet.

Bedienung

Der bei beiden Geräten 640 mal 480 Pixel große Bildschirm – er kann 65535 Farben darstellen – arbeitet in klassischer PDA-Manier als Touchscreen. Zur Bedienung bringen sowohl der SL-6000L als auch der SL-C3000 einen im Gehäuse versenkbaren Stift mit. Die Bildschirmausrichtung ins Hoch- beziehungsweise Querformat lässt sich bei Bedarf über die GUI manuell umschalten.

Beide PDAs nehmen Texteingaben über fünf verschiedene Eingabemethoden an, zwischen denen man nahtlos wechseln kann. Zur Handschriften-Erkennung blenden sie am unteren Bildschirmrand ein für Groß- und Kleinbuchstaben sowie Ziffern getrenntes Eingabefeld ein. Die Erkennung erfolgt schon in der Voreinstellung unkompliziert und ohne größeren Lernaufwand, zusätzlich lässt sich das System auch persönlich anpassen und trainieren.

Wer eine eher krakelige Handschrift sein eigen nennt, wird wahrscheinlich das Onscreen-Keyboard nutzen. Auch die Pseudotastatur blenden die Zaurus-System am unteren Bildschirmrand ein. Sie imitiert ein komplettes englischsprachiges Keyboard mitsamt Positions- und Cursortasten. Die deutschen Umlaute allerdings kann man auf diesem Weg nicht eingeben.

Dazu dient vielmehr die dritte Eingabe-Variante, die sich anspruchsvoll Unicode betitelt. Diese Bezeichnung allerdings ist maßlos geprahlt, da ausschließlich Zeichen mit Codes zwischen x0020 und x00FF zur Verfügung stehen. Um eine recht exotische Eingabevariante handelt es sich beim Pickboard, das in etwa nach dem selben Prinzip funktioniert wie die gängigen Texteingabemethoden auf Handys. Dieses Feature sinnvoll zu nützen, setzt einige Übung voraus.

Tastatur

Weniger enervierend als die Onscreen-Eingabevarianten funktioniert die Bedienung der PDAs über die Tastatur. Der SL-6000L versteckt sein Keyboard hinter dem nach unten verschiebbaren Gehäuseunterteil. Über die Erstfunktion der Tasten sowie eine über Funktionstaste zuschaltbare zweite Ebene lassen sich alle Zeichen eines englischsprachigen Keyboards erreichen. Die sehr kleinen Tasten nötigen dem Benutzer die Bedienung mit äußerst spitzen Fingern respektive Daumen auf. Das macht Eingaben höheren Umfangs unbequem und führt schnell zu verkrampften Fingern. Zudem fehlt eine Möglichkeit, deutsche Umlaute einzugeben.

Wesentlich bedienungsfreundlicher fällt da das Keyboard des SL-C3000 mit seinen etwa doppelt so großen Tasten aus. Mit ihr stellt auch die Eingabe größerer Textmengen kein orthopädisches Problem dar. Ebenso wie beim SL-6000L bietet sie auf zwei Ebenen alle gängigen Zeichen an. Jedoch kann man hier über die Funktionstaste in Kombination mit [A],[O],[U] und [S] problemlos auch die deutschen Sonderzeichen erreichen.

Neben der Tastatur offerieren beide Systeme Sondertasten, über die sich die gängigsten PDA-Anwendungen wie Terminplaner oder Adressbuch direkt aufrufen lassen. Ein Navigationsring dient als Cursor-Ersatz, auch OK- und Cancel-Tasten finden sich. In der Praxis erweist sich die Eingabe über Stift dieser Alternative aber als in puncto Schnelligkeit und Präzision als überlegen.

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