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Des Esels Kern

Mldonkey und Kmldonkey

01.02.2005
Der Multi-Network-Client Mldonkey bietet Zugriff auf alle gängigen Filesharing-Netze. Wie zeigen, wie Sie ihn optimal einrichten und mit dem KDE-Frontend Kmldonkey bequem steuern.

Filesharing über Peer-to-peer-Netze zählt heute zu den umstrittensten Anwendungen: Benutzer, die ihre gesamte CD- und DVD-Sammlung von der Festplatte zum freien Download anbieten, haben die elektronischen Tauschbörsen ins Visier der Musik- und Filmindustrie gerückt. Dabei stellen diese Plattformen, im positiven Sinn genutzt, eine hervorragende Lösung dar, Dateien jeglicher Art der gesamten Welt zugänglich zu machen, ohne dafür entfernten Webspace bemühen zu müssen.

Im Filesharing-Umfeld tummeln sich die verschiedensten Netze samt dazugehöriger Client-Programme. Zu den prominentesten Vertretern der Riege zählen Morpheus, Gnutella, BitTorrent und Donkey/eMule. Den Umgang mit dieser Vielfalt erleichtern neuerdings Clients, die auf mehrere der Peer-to-peer-Netze zugreifen zu können. Ein solcher Kandidat ist der Mldonkey, den es nicht nur für Linux, sondern auch für Windows und Mac OS gibt.

Der Core

Mldonkey läuft als sogenannter Core wie ein Daemon im Hintergrund. Einige Distributionen bringen den Core samt grafischer Oberfläche gleich mit. Andere, wie etwa Suse Linux 9.2, enthalten lediglich das entsprechende KDE-GUI Kmldonkey.

In der Praxis sprechen allerdings einige gute Gründe dafür, statt des von der Distribution mitgelieferten Programms eine eigene Version zu übersetzen. Wagemutige übersetzen stets den aktuellsten Quelltext, um mit der zeitweise rasanten Evolution des Mldonkey Schritt zu halten. Die Entwickler der Filesharing-Technologien arbeiten ständig an den Protokollen und internen Einstellungen. Auf Änderungen in den einzelnen Peer-to-peer-Netzen, die ja alle ein eigenes Protokoll verwenden, gilt es zu schnel zu reagieren, will man am Ball bleiben.

Die meisten Anwender halten sich allerdings lieber an eine bewährte Version: Die Vergangenheit hat gezeigt, dass nicht jede Aktualisierung optimal arbeitet. Hat man also erst einmal eine stabile Version von Mldonkey gefunden, empfiehlt sich der Verzicht auf zweifelhafte Updates: Diese können sich durchaus auch negativ auf die Funktion des Cores auswirken.

Binaries installieren

Fall Sie lieber auf das Übersetzen aus den Quellen verzichten möchten, können sie Binary-Pakete von der deutschen Hauptseite der Software [1] herunterladen. Eine hervorragende Anlaufstelle für Downloads stellt auch die Seite von Spiralvoice [2] dar, einem Patcher und Paketebauer von Mldonkey. Dort finden Sie die verschiedensten Versionen inclusive der zugehörigen Patches. Die letzte offizielle Release war bei Redaktionsschluß Mldonkey-2.5.28, die letzte inoffizielle Version trug die Nummer 2.5.29.

In den einschlägigen Foren (wie etwa auf [3]) kann man nachlesen, dass sich als stabilste Version für einen reibungslosen Dauerbetrieb rund um die Uhr mit maximalen Download-Raten der Core 2.5.16t erwiesen hat. Das "t" am Ende der Versionsnummer charakterisiert die Release als Patchversion. Spiralvoice selbst bezeichnet diese Variante als "weitgehend stabil" und kennzeichnet die aktuellste als Version mit "experimentellen Charakter" [2]. Diesem Urteil schließt sich auch der Autor an, der bereits etliche Versionen im Einsatz getestet hat.

Zur Installation entpacken Sie das Paket in einem dafür neu erstellten Ordner mit dem Befehl tar xvfz mldonkey-2.5.x.tar.gz. Anschließend finden Sie im diesem Verzeichnis die Datei mlnet, die Sie direkt mit ./mlnet aufrufen.

Im Allgemeinen kann man sagen, dass die von Spiralvoice angebotenen, vorkompilierten Versionen ordentlich laufen. Sie bringen Support für alle gängigen Peer-to-peer-Netze bereits in Modul-Form mit. Zwar hat dies einen höheren Code-Umfang zur Folge, was jedoch auf aktueller Hardware keinerlei Probleme mit sich bringt. Zudem lassen sich nicht gewünschte Module später bequem über das grafische Frontend abschalten.

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