Auf den ersten Blick mag es anachronistisch wirken, den Computer mit kryptischen Textbefehlen zu programmieren. Viele Anwendungen lassen sich jedoch durch Skriptsprachen für den eigenen Bedarf anpassen, ohne dazu gleich ein ganzes Programm zu schreiben.
Sind die ersten Scripting-Hürden überwunden, kann der Anwender seiner Kreativität freien Lauf lassen und dauerhafte Problemlösungen schaffen, die zusätzlich noch befriedigen. Mit Python [1] (siehe Kasten "Der Name") fällt der Einstieg leicht. Es bietet aber auch Profiprogrammierern durch objektorientierte Features eine Menge Potenzial. Zudem lassen sich auch einige Schwierigkeiten mit Linuxanwendungen lösen: Viele von ihnen sind in Python geschrieben, zum Beispiel der Gnome-Gerätemanager.
Der Name
Mit der gleichnamigen Schlangenfamilie (Python sebae, Python reticulatus, Python regius, …) hat die Programmiersprache nach der Vorstellung ihres Erfinders Guido van Rossum nichts zu tun. Vielmehr bezog er sich bei der Namensgebung auf die britischen Humorkünstler Monty Python ("Das Leben des Brian"). Der ursprünglichen Intention zum Trotz verwenden viele Python-Projekte Schlangen als Maskottchen.
Sprachwahl
Vor der Programmierung stellt sich die Frage nach der richtigen Sprache für den jeweiligen Einsatzzweck. Die Unterschiede zwischen einzelnen Skriptsprachen dabei sind oft kleiner, als ihre jeweiligen Fans behaupten.
Alle Sprachen kennen so genannte Variablen, die Werte aufnehmen, welche sich während der Berechnung ändern. Ob man ihnen einen Wert mit dem Gleichheitszeichen (=) zuweist (Perl, Python) oder über set (Tcl), spielt kaum eine Rolle, wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat.
Die wichtigsten so genannten Kontrollstrukturen finden sich ebenfalls bei den meisten Programmiersprachen. So kommt man kaum ohne eine Fallunterscheidung der Art "wenn das eintrifft, mach dies, sonst jenes" aus. Das Prinzip bleibt dabei stets dasselbe, auch wenn die entsprechenden if-Konstrukte bei Perl und Python leicht unterschiedlich aussehen.
Python starten
Python-Skripts werden vom so genannten Interpreter abgearbeitet. Er liest die Textdatei, übersetzt sie in die Sprache der Maschinen (sozusagen Bits und Bytes) und führt sie auf dem Prozessor aus. Einen separaten Prozess der Übersetzung wie bei C oder C++ gibt es bei solchen Skriptsprachen nicht.
Übergibt man dem Interpreter keine Datei zur Bearbeitung, startet er in einem interaktiven Modus, der auf Eingaben des Benutzer wartet (Abbildung 1). Das bietet sich an, um schnell die Möglichkeiten und die Syntax einzelner Funktionen auszuprobieren.
Geben Sie nach den Größerzeichen help() ein, gelangen Sie in den interaktiven Hilfemodus, in dem jede Eingabe eines Schlüsselworts den Hilfetext anzeigt. Diesen Modus beendet die Tastenkombination [Strg-D], mit der Sie auch den Python-Interpreter verlassen.



