K-Splitter

01.02.2005

Kurz notiert

Bei der neuen Version der KDE-Bürosuite KOffice 1.3.5 handelt es sich in erster Linie um ein Bugfix-Release. Als einziges neues Feature bietet das Paket jetzt eine Übersetzung ins Bretonische. Die Sourcen stehen auf der KOffice-Seite http://kde.org/areas/koffice/releases/1.3.5-release.php zum Download bereit.

CDs und DVDs brennen leicht machen will das KDE-Programm K3b. Einen guten Einstieg in die praktische Hausbrennerei bietet das online kostenlos abrufbare K3b-Kapitel aus Robin Millers Einsteiger-Fibel "Point & Click Linux" http://www.informit.com/articles/article.asp?p=349045.

Interessante Einblicke in die Arbeit mit dem Entwicklungstool KDevelop bietet die vor kurzem ins Leben gerufene Artikel-Reihe KDevelop TechNotes. Den Auftakt macht ein Artikel über den KDevelop Assistant http://www.kdevelop.org/doc/technotes/kdevassistant.html, einen API-Dokumentationsbrowser. Weitere Aufsätze mit Tipps, Tricks und Fallstudien zu dem beliebten Entwicklungswerkzeug sollen in losen Abständen folgen.

Informationen aus allererster Hand über Amarok, eine der derzeit wohl angesagtesten Mulitmedia-Anwendungen, liefert Christian Schillers Interview http://osnews.com/story.php?news_id=9105 auf OSNews. Der GStreamer-Mitentwickler plaudert darin mit dem Amarok-Team über die immer engere Zusammenarbeit zwischen KDE und dem GStreamer-Projekt sowie über Vergangenheit und Zukunft der Amarok-Entwicklung.

Kräftig an ihren Programmen geschraubt haben die KDE-Grafik-Entwickler: KPDF nutzt in der neuesten Version xpdf 3.0 als Rendering-Engine. Es kommt daher nun mit PDF 1.5 klar und gestattet den Nutzern, auch passwortgeschützte PDF-Dateien zu öffnen. KDE erhält zudem direkte Unterstützung für die von Gimp erzeugten XCF-Dateien, so dass diese aus KDE-Applikationen heraus betrachtet werden können. Analog zu Gnomes GDM lässt sich zudem auch KDEs grafischer Login-Manager KDM künftig über Themes anpassen.

Vorschau auf KDE 3.4

KDE 3.4 erscheint zwar voraussichtlich erst Mitte März, doch schon jetzt können Interessenten einen ersten Blick auf die künftige Version werfen. Mit der im Dezember erschienenen KDE 3.4 Alpha (Codename Leverkusen) haben die Entwickler den Release-Reigen des neuen KDE-Desktop offiziell eröffnet.

Bei KDE 3.4 handelt es sich um die letzte Ausgabe der 3.x-Serie. Die nachfolgenden Releases werden auf QT 4.0 basieren und nicht mehr binärkompatibel mit den Vorgängerversionen sein. Einen kompletten Ausblick auf den kommenden Entwicklungszyklus bietet ein Artikel von George Staikos, den Sie unter http://osdir.com/Article2722.phtml finden. Als Features, die sich noch in frühen Entwicklungsstadien befinden und deren Chance auf eine Integration in KDE 3.4 als eher gering zu werten sind, nennt er die Unterstützung des CVS-Nachfolgers Subversion sowie Mozilla-Plugins der neuen Generation.

Doch die 3.4er-Version kann bereits jetzt mit einigen Higlights aufwarten, die vor allem Internet-Nutzer erfreuen. In die HTML-Rendering-Engine KHTML sind Bugfixes der Safari-Entwickler eingeflossen, die für eine bessere Kompatibilität mit bisher problematischen Websites sorgen und die Engine stabiler machen sollen.

In KDE 3.4 können Nutzer endlich auch einzelne KHTML-Plugins deaktivieren. Leider gilt das derzeit noch nicht für die Netscape-Erweiterungen, bei denen sich aber immerhin die CPU-Auslastung begrenzen lässt. Damit lassen sich etwa aufwändige Flash-Animationen besser im Zaum halten.

Ein weiterer Schwerpunkt von KDE 3.4 liegt auf den Groupware-Lösungen im KDE-PIM-Paket. So spendierten die Entwickler dem KOrganizer eine Blog-Unterstützung, verbesserten die Drag-and-drop-Fähigkeiten von KMail und erweiterten den Mail-Client daneben um zusätzliche Anti-Spam-Funktionen, eine Client-seitige IMAP-Suche und KWallet-Unterstützung. Noch nicht vollständig implentiert, aber fest eingeplant, ist eine Volltext-Suche mit entsprechendem Index.

KWallet erlaubt jetzt die Synchronisation der Login-Daten zwischen mehreren PCs und bietet eine optimierte Unterstützung von Groupware-Servern wie Exchange 2000, OpenGroupware, Kolab 1 und 2, OpenXChange, Groupwise, eGroupware oder SLOX.

Experimentierfreudige Nutzer finden Leverkusen ab sofort nicht nur auf der Landkarte oder im oberen Drittel der Bundeliga, sondern auch im Quelltext auf den Servern des KDE-Projekts http://download.kde.org/download.php?url=unstable/3.3.90/src. Binärpakete liegen derzeit noch nicht vor.

Abbildung 1: Die neueste KDE-Version 3.4 bietet unter anderem grafische Unterstützung bei der Groupware-Konfiguration mit dem Suse Linux Open Exchange Server.

OpenOffice integriert

Verwenden Sie statt KWord lieber OpenOffice, dann sollten Sie schnellstmöglich den Server des KDE-Projekts oder dessen Mirrors ansurfen. Denn vor kurzem hat Jan Holesovsky eine an KDE angepasste Version 1.1.3 von OpenOffice.org zum Download freigegeben.

Sie enthält Patches zur Einbindung von KDEs nativem Widget-Framework und der Crystal-Icons von KDE. Darüber hinaus verwendet sie den KDE-Dateidialog zum Öffnen und Speichern von Dateien. Wird sie statt dessen unter Gnome ausgeführt, kommen die Dateidialoge von GTK+ zum Einsatz.

Benutzer der aktuellen Suse 9.2 können sich den Download des Pakets sparen: Hier ist die gepatchte Version bereits vorinstalliert. Kein Wunder, arbeitet Holesovsky doch seit etwa einem Jahr als Angestellter von Suse/Novell in Vollzeit an der KDE-Integration der freien Office-Suite.

Abbildung 2: Perfekt in KDE integriert präsentiert sich die gepatchte OpenOffice-Version von Jan Holesovsky.

Arts verliert Maintainer

Schon vor einiger Zeit kam die Entwicklung des KDE-Soundservers Arts ins Stocken. Jetzt ist es offiziell: Der Arts-Entwickler Stefan Westerfeld steht in Zukunft nicht mehr als Maintainer zur Verfügung.

Die Gründe für seine Entscheidung erläutert er ausführlich auf seiner Arts-Projektseite unter http://www.arts-project.org/doc/arts-maintenance.html. Ausschlagebend war für ihn, dass die meisten seiner beim Start des Projekts getroffenen Annahmen heute so nicht mehr zuträfen. Außerdem habe sich im Multimediabereich einiges getan, so dass ein System wie Arts mehr und mehr obsolet werde.

Da Stefan Westerfeld mit seiner Einschätzung nicht alleine steht, sieht es derzeit ganz danach aus, dass Arts in künftigen KDE-Versionen keine zentrale Rolle mehr spielen wird. Bereits seit dem Entwickler-Treffen Academy suchen die Multimedia-Bastler nach einem würdigen Ersatz.

Vieles spricht dafür, dass künftig GStreamer und NMM (Network Multimedia) als Media-Frameworks unter KDE zum Einsatz kommen. Mehr über die aktuellen Entwicklungen in KDEs Multimedia-Bereich erfahren Sie in einem Interview mit dem JuK-Developer Scott Wheeler (http://www.ofb.biz/modules.php?name=News&file=article&sid=338).

Abbildung 3: Arts verliert an Bedeutung. Scott Wheelers beliebte KDE-Jukebox verfügt bereits über ein Audio-Backend für GStreamer.

Konversation runderneuert

Etwas länger als gewohnt mussten die Nutzer des IRC-Clients Konversation auf die brandneue Version der virtuellen Quasselbude warten. Aber ein Blick auf die Feature-Liste zeigt: Die Entwickler haben die Zeit gut genutzt und als wichtigste Neuerungen die Integration in Kontact sowie die Unterstützung von SSL-IRC-Servern implementiert.

Die Sourcen des einfach zu bedienenden Clients sowie RPM-Pakete für die wichtigsten Distributionen finden Sie auf der temporären Homepage http://konversation.sf.net des Programms. Die eigentliche Projektseite http://www.konversation.org ist derzeit leider down. Wünsche, Anregungen und Kritik zum Programm sind übrigens ausdrücklich erwünscht. Die Entwickler freuen sich auf Ihr Feedback im projekteigenen IRC-Channel #konversation auf http://irc.kde.org. (Stefanie Teufel/jlu)

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