Gnomogramm

01.02.2005

Kurz notiert

Bei Dropline Gnome handelt es sich um eine Gnome-Version speziell für Slackware Linux. Deren Entwickler und Maintainer Todd Kulesza sucht einen Nachfolger, der das Projekt weiter betreibt. Angesichts begrenzter zeitlicher Ressourcen möchte Kulesza Dropline nicht in minderer Qualität weiterführen. Er hofft deshalb auf zahlreiche Mails interessierter Entwickler, die Dropline fortsetzen. Sollten sich mehrere Interessenten finden, will Kulesza zwischen ihnen Kontakt herstellen, damit sie das Projekt als Team fortführen. Anwender können vorerst beruhigt durchatmen, denn die Dropline Web-Seite http://www.dropline.net/gnome/, das Forum und die Bitorrent-Images bleiben in jedem Fall online.

Ab sofort kommen auch Anwender von SGI-Rechnern mit dem Betriebssystem Irix in den Genuss der Gnome-Oberfläche. Allerdings handelt es sich bei der jetzt von Richard Riess freigegebenen Version um ein älteres Gnome 2.6. Der Entwickler stuft die Software noch als Beta-Version ein und bitte um reges Feedback unter http://www.solarvaria.com/products/open_source/gnome/.

Für die kommende Gnome-Konferenz GUADEC 2005 in Stuttgart suchen die Veranstalter noch Referenten, die einen Workshop oder einen Vortrag halten wollen. Die Beiträge sollten sich mit Gnome sowie freier Software beschäftigen und noch nicht auf anderen Konferenzen oder in den Medien verwendet worden sein. Interessiert? Dann senden Sie eine maximal 400 Zeichen lange Zusammenfassung mit kurzer Biografie und Foto an den Veranstalter. Nähere Informationen finden Sie unter http://2005.guadec.org.

Die Wahl des Gnome Foundation Board of Directors 2004 ist beendet, das vorläufige Endergebnis steht fest. Dem neuen Vorstand gehören unter anderem Owen Taylor, Luis Villa, Jody Goldberg und Daniel Veillard an. Weitere Mitglieder sind Jonathan Blandford, Federico Mena-Quintero, Tim Ney, Miguel de Icaza, Murray Cumming, Christian Schaller und David Neary. Damit stellen Mitarbeiter von Red Hat und Novell die Mehrheit des Gnome-Boards. Im Gegensatz zum Vorjahr schaffte dieses Jahr kein Mitarbeiter von Sun Microsystems den Sprung in den Vorstand. Von 324 Stimmberechtigten gaben 183 eine gültige Stimme ab; das Endergebnis können Sie auf der Gnome-Website einsehen.

Anfang Dezember veröffentlichte die Community mit Gnome 2.8.2 eine weitere Unterversion, die vorrangig Fehler korrigiert. Intensiv überarbeitet wurden dabei unter anderem libgtk-java, epiphany, evolution, gst-plugins, libxml sowie viele andere Bibliotheken und das Panel. Die Entwickler aktualisierten außerdem bei nahezu allen Programmen die Übersetzung in verschiedene Sprachen und fügten neue Lokalisierungen hinzu. Augenblicklich liegt die Version 2.8.2 nur im Quellcode vor, Pakete für die einzelnen Distributionen werden aber bald folgen.

Mailen mit Balsa

Sie suchen einen Mail-Client, der sich gut in Gnome integriert, aber weniger Ressourcen verschlingt als Evolution? Dann ist Balsa (http://balsa.gnome.org) genau das richtige Programm für Sie. Es beherrscht alle gängigen Mailbox-Formate wie Mbox, Maildir oder Mh und kommt sowohl mit POP3 als auch mit IMAP zurecht. Beim Verfassen einer Mail können Sie bei Bedarf zwischen mehreren Identitäten wechseln. Natürlich haben Sie auch die Möglichkeit, jedem Postfach eine Identität zuzuweisen. Antworten Sie auf Mails aus diesem Fach, hat Ihre Antwort automatisch den richtigen Absender.

Beim Download von Mails aus verschiedenen POP3-Konten schreibt Balsa jedoch alle Nachrichten in denselben Eingangsordner. Eine automatische Sortierung auf verschiedene Eingangsfächer lässt sich nur mit Hilfe von procmail realisieren. Auch die Archivierung von Mails in einem Ordnerbaum kennt Balsa nur in Verbindung mit einem IMAP-Server. POP3-Anwender können ihre Nachrichten nur in einer flachen Mailbox-Struktur ablegen. Die integrierte Rechtschreibkontrolle sowie die Möglichkeit, GnomeCards zur Adressverwaltung zu nutzen, entschädigen jedoch teilweise für diese Einschränkungen.

Die aktuelle Version 2.2.6 unterstützt nun auch S/MIME-Kodierung und verfügt über eine optimierte IMAP-Anbindung. Außerdem beseitigten die Entwickler einen Fehler, der bei der Verwendung von Mbox-Dateien auf einer NFS-Freigabe auftrat.

Abbildung 1: Die Bedienung von Balsa gibt sich übersichtlich und ist gut strukturiert.

Kurzweil mit Gweled

Bei dem Spiel Gweled (http://sebdelestaing.free.fr/gweled/) handelt es sich um eine Portierung des PalmOS-Klassikers, der auch unter den Namen "Bejeweled" oder "Diamond Mine" bekannt ist. Ziel des Spiel ist, durch geschicktes horizontales und vertikales Tauschen Steine in eine Dreierreihe zu bringen. Daraufhin verschwinden diese, neue Blöcke rücken von oben nach, und der Spieler erhält Punkte. Das Spiel endet, sobald kein weiterer Zug mehr möglich ist. Die ebenso schlichte wie brilliante Spielidee sorgt für Kurzweil und schärft den Blick des Spielers. Die Gnome-Version glänzt durch Details wie das sanfte Scrolling der nachrückenden Steine.

In der jetzt erschienenen Version 0.6 beseitigten die Entwickler einen Fehler im Drag-and-drop-Code, der das Programm abstürzen ließ. Außerdem wird nun das Zielfeld bei jedem Zug hell hinterlegt, und auch die Bestenliste funktioniert wieder.

Abbildung 2: Schlichte Eleganz: Das Spiel mit den Edelsteinen gibt es nun auch für Gnome.

Gparted herrscht über die Festplatte

Dank Gparted (http://gparted.sourceforge.net), einem grafischen Front-End für die GNU-parted Bibliotheken, wird die Arbeit mit Partitionen unter Linux zum Kinderspiel. Das Kopieren, Anlegen, Vergrößern oder Verkleinern von Partitionen lässt sich mit wenigen Mausklicks erledigen. Damit steht das Gespann Gparted/parted professionellen Lösungen wie Drive Image in nichts nach.

Die neue Version 0.0.7 von Gparted wurde komplett überarbeitet. So verwendet der Entwickler für die Unterstützung der Dateisysteme ext2, ext3 und reiserfs jetzt die Original-Programme und nicht wie vorher die Implementation der parted-Bibliothek. Bei dieser Gelegenheit integrierte er auch die direkte Unterstützung für NTFS, das Dateisystem der aktuellen Windows-Versionen.

Gparted kann jetzt außerdem Partitionen aus dem System aushängen und unformatierte Partitionen anlegen. Auch Abstürze bei unbekannten Dateisystemen gehören der Vergangenheit an. Ein Update lohnt sich in jedem Fall.

Abbildung 3: Mit Gparted lassen sich Partitionen im Handumdrehen vergrößern oder verkleinern.

EasyTag ändert MP3-Beschreibungen

EasyTag http://easytag.sourceforge.net macht es Ihnen leicht, die Beschreibungen von Musikdateien zu verwalten. Nach dem Start durchsucht das Programm zunächst ein vorgegebenes Verzeichnis nach Files der Formate MP3, MP2, Flac und Ogg-Vorbis und liest deren Tags aus. Anschließend können Sie nicht nur einzelne Texte ändern, sondern auch mehrere Dateien in einem Rutsch mit der grafischen Oberfläche bequem berarbeiten. So lässt sich beispielsweise das Erscheinungsdatum bei allen Liedern ändern.

Eine besonders komfortable Funktion von EasyTag stellt die automatische Erstellung von Beschreibungen dar. Alle notwendigen Daten dazu bezieht das Programm aus der Musikdatenbank Freedb.org im Internet.

Die jetzt erschienene Version 1.99.2 basiert auf GTK 2.4. Sie unterstützt das Ablegen von Bildern in ID3v2-Beschreibungen und ermöglicht eine Authentifizierung an der CDDB-Musikdatenbank jetzt auch über einen Proxy-Server. Außerdem eliminierten die Entwickler eine Vielzahl von Fehlern und aktualisierten eine Reihe von Übersetzungen.(Uwe Vollbracht/mhu/jlu)

Abbildung 4: EasyTag kann aus Ihren Musikdateien auch Playlisten erstellen.

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