Gimp 2.2

KLEINE SCHRITTE VORWäRTS

Gimp gilt als das Open-Source-Vorzeigeprojekt zur Bildbearbeitung. Nach dem großen Schritt zur Version 2.0 im Februar 2004 erschien nun Gimp 2.2. Wir zeigen, was zehn Monate Entwicklungszeit Neues gebracht haben.

Für den Sprung zu Version 2.0 schrieben die Gimp-Entwickler [1] das Programm fast komplett neu. Die neue Struktur sollte den Grundstein für eine effizientere Weiterentwicklung legen. Dieser Wandel trägt nun erste Früchte in Form einer verbesserten Oberfläche sowie neuer Plugins.

Installation

Selbst aktuelle Distributionen liefern Gimp 2.2 noch nicht mit. Ein Binärpaket der Anwendung für Suse Linux 9.1 finden Sie auf der Heft-CD. Verwenden Sie eine andere Distribution, gilt es, die Anwendung aus den Quellen selbst zu kompilieren. Um Gimp zu übersetzen, benötigen Sie die in Kasten 1 aufgeführten Bibliotheken.

Kasten 1: Benötigte Bibliotheken

Um Gimp zu kompilieren benötigen Sie die Entwicklungspakete einiger Bibliotheken. Diese befinden sich meist in Zusatzpaketen mit der Erweiterung -devel oder -dev. Den Präfix lib lassen manche Distributionen bei einzelnen Paketen weg. In einigen Fällen gibt es weiterhin ältere Versionen der Bibliotheken; installieren Sie dann die neueste Variante. * pkgconfig (kein zusätzliches Entwicklungspaket) * libgtk2 * libglib2 * libpango * libatk * libfreetype * libfontconfig * libart * gimp-print * libjpeg * libpng * libtiff

Haben Sie diese installiert, entpacken Sie den Gimp-Quelltext aus dem Archiv gimp-2.2.0.tar.bz2 von der Heft-CD. Wechseln Sie danach ins neue Verzeichnis gimp-2.2.0 und kompilieren Sie das Programm mit den Befehlen ./configure und anschließend make. Danach benötigen root-Rechte über den Befehl su zum Installieren des neuen Gimp mit make install.

Beim ersten Start mit dem Kommando gimp-2.2 bietet Ihnen der Einrichtungsassistent an, die Einstellungen aus Version 2.0 zu übernehmen, oder die Konfiguration erneut vorzunehmen.

Polierte Benutzeroberfläche

Der Aufbau der Hauptfenster hat sich in der neuen Version kaum geändert. Die Dialoge und Werkzeugfenster jedoch gestalteten die Entwickler gemäß der Gnome Human Interface Guidelines [2] um. Diese Richtlinie beschreibt die vom Gnome-Projekt angestrebten Eigenschaften für benutzerfreundliche Programme. So fassen Aufklappleisten in Dialogfenstern weniger häufig verwendete Gimp-Optionen zusammen und sorgen damit für ein aufgeräumtes Benutzer-Interface, ohne dass der Benutzer auf Features verzichten müsste (Abbildung 1).

Abbildung 1: Seltener benutzte Funktionen lassen sich einklappen (links), stehen bei Bedarf aber zur Verfügung (rechts).

Das Werkzeugfenster lässt sich jetzt so konfigurieren, dass es nur die individuell benötigten Hilfsmittel anzeigt. Unter DateiDialogeWerkzeuge entfernen Sie Tools. Außerdem fügen Sie hier bei häufigem Bedarf die Farbwerkzeuge aus dem Menü WerkzeugeFarben dem Werkzeugfenster hinzu.

Weitere neue Konfigurationsmöglichkeiten bietet der Dialog DateiEinstellungenWerkzeugfenster. Die Felder zur Farb- und Pinselauswahl im unteren Bereich des Fensters lassen sich hier ausblenden. Als Zusatz gibt es auf Wunsch eine Miniaturansicht des derzeit bearbeiteten Bildes – das sorgt für sofortigen Überblick bei vielen geöffneten Dateien.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • Pixel-Kunst
    Drei Jahre Wartezeit haben sich gelohnt: Mit Version 2.4 legt Gimp bei Usability und Funktionsumfang deutlich zu.
  • Gimp 2.0
    Gimp, das Open-Source-Vorzeigeprojekt zur Grafikbearbeitung, erschien nach fast dreijährigem Entwicklungszyklus in der Version 2.0. Die Veränderungen betreffen nicht nur die Benutzeroberfläche, sondern ebenso verbesserte Werkzeuge, neue Funktionen und eine ausbaufähige interne Struktur.
  • Von GIMP 1.2 zu GIMP 2.0
    Die Vorzeigeapplikation, wenn es um professionelle Grafikbearbeitung unter Linux geht, ist nach wie vor GIMP. Im Dezember soll die neue stabile Version 2.0 erscheinen. Die schon verfügbare Testversion gibt einen Vorgeschmack darauf, mit welchen Neuerungen zu rechnen ist.
  • Scharfe Sache
    Sowohl die kamerainterne Verarbeitung als auch widrige Umstände sorgen oft für Fotos, denen es an Schärfe fehlt. Gimp bietet eine Reihe von Verfahren, um diese Schwächen nachträglich auszubügeln.
  • Effizienter arbeiten mit Gimp
    Unsere Tipps bringen Ihnen Gimp-Funktionen und -Arbeitstechniken näher. Diesmal zeigen wir, wie Sie Fotomontagen basteln, den Reiter der Werkzeugdialoge anpassen, Exif-Daten auslesen und Ihren Motiven mit dem passenden Filter ein träumerisches Aussehen verleihen.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 10/2016: Kryptographie

Digitale Ausgabe: Preis € 0,00
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Aktuelle Fragen

Soundkarte wird erkannt, aber kein Ton
H A, 25.09.2016 01:37, 6 Antworten
Hallo, Ich weiß, dass es zu diesem Thema sehr oft Fragen gestellt wurden. Aber da ich ein Linu...
Scannen nur schwarz-weiß möglich
Werner Hahn, 20.09.2016 13:21, 2 Antworten
Canon Pixma MG5450S, Dell Latitude E6510, Betriebssyteme Ubuntu 16.04 und Windows 7. Der Canon-D...
Meteorit NB-7 startet nicht
Thomas Helbig, 13.09.2016 02:03, 3 Antworten
Verehrte Community Ich habe vor Kurzem einen Netbook-Oldie geschenkt bekommen. Beim Start ersch...
windows bootloader bei instalation gelöscht
markus Schneider, 12.09.2016 23:03, 1 Antworten
Hallo alle zusammen, ich habe neben meinem Windows 10 ein SL 7.2 Linux installiert und musste...
Ubuntu 16 LTE installiert, neustart friert ein
Matthias Nagel, 10.09.2016 01:16, 3 Antworten
hallo und guten Abend, hab mich heute mal darangewagt, Ubuntu 16 LTE parallel zu installieren....