Repositories

Ubuntu unterteilt die Software auf seinem Server in vier voneinander unabhängige Sektionen, die Repositories. main enthält freie Software, für die Canonical technischen Support anbietet. Ebenfalls Support gibt es für die Pakete aus dem restricted-Bereich, die aus Programmen mit unfreien Lizenzen bestehen, sich aber kostenlos herunterladen lassen. Darunter fallen beispielsweise die Grafikkartentreiber von NVidia und ATI.

Das universe-Repository enthält bis auf wenige Ausnahmen dieselbe Paketauswahl wie Debian, Pakete wie die Prism2-WLAN-Treiber kommen sogar dazu. Allerdings gibt es für diesen Bereich weder offiziellen Support, noch eine Garantie auf schnelle Sicherheits-Updates. Unter denselben Bedingungen stellt Ubuntu im multiverse-Repository weitere kommerzielle Software zur Verfügung. Hier finden sich beispielsweise die teilweise patentgeschützte lame-Bibliothek zum Erstellen von MP3-Dateien oder Codecs zum Betrachten proprietärer Multimediaformate.

Für universe stehen in der Konfigurationsdatei /etc/apt/sources.list nach der Ubuntu-Installation bereits passende Einträge, in der Voreinstellung jedoch durch Kommentarzeichen deaktiviert. Um sie zu nutzen, entfernt man entweder die Kommentarzeichen mit einem Texteditor oder aktiviert die entsprechenden Einträge im Paketmanager Synaptic (Abbildung 2) über das Menü EinstellungenPaketquellen.

Abbildung 2: Der grafische Paket-Manager Synaptic kommt mit dem Debian-Paketsystem bestens zurecht.

Professioneller Anspruch

Support bietet bislang nur die hinter Ubuntu stehende Firma Canonical. Den gibt es in einer "Standard"- und einer "Premium"-Ausführung. Die Varianten unterscheiden sich in der gewährten Zahl der Anfragen sowie in der garantierten Reaktionszeit. "Premium" kostet für Server-Installationen 700 US-Dollar jährlich, für Desktops 250 US-Dollar. Der Preis für das Standardpaket beträgt 400 bzw. 100 US-Dollar pro Jahr. Wer keinen Vertrag möchte, bekommt einzelne Antworten für je 30 US-Dollar.

Alternativ zum kostenpflichtigen Support bieten zahlreiche Internet-Seiten Hilfe. Einen Überblick verschafft die Ubuntu-Homepage selbst. Die dortigen Diskussions-Foren und das Wiki sind gutbesucht und aktiv. Zahlreiche Links führen zu weiteren Hilfeseiten, wie etwa zum deutschen Ubuntu-Handbuch [4]. Eine weitere Anlaufstelle bildet die Anwender-Community UbuntuUsers.de [5].

Hilfe wird schnell notwendig, möchte ein Debian-unerfahrener Anwender über die Minimalansprüche eines Desktop-Users hinausgehen. Wer die zwar effiziente, aber wenig intuitive Debian-Manier in puncto Systemkonfiguration nicht kennt, gerät bei Ubuntu leicht ins Straucheln. Zwar helfen einige Gnome-Werkzeuge beispielsweise beim Einrichten von Netzwerkkarten oder beim Paket-Management, aber ohne fremde Hilfe wird ein Laie trotzdem an einigen Punkten scheitern.

Die Mängel beginnen bei der vorgegebenen Paketauswahl. Sie bietet zwar einen kompletten Desktop, im Detail fehlt es aber an manchen Stellen. Beispielsweise muss der Benutzer die lokalisierten Pakete für den Standard-Browser Firefox (mozilla-firefox-locale-de) und die Bürosuite OpenOffice (openoffice.org-l10n-de) manuell nachinstallieren. Im restlichen Gnome-Desktop ist die Lokalisierung fast komplett, nur wenigen Programmen und Hilfekapiteln fehlt die Übersetzung noch.

Das sparsame Software-Angebot führt zu weiteren Mängeln. So fehlt nach der Standardinstallation beispielsweise nicht nur ein SSH-Server, sondern sogar ein entsprechender Client. Bei Desktop-Rechnern, die üblicherweise nicht durchgehend laufen, sorgt unter Debian das Paket anacron dafür, dass Cronjobs trotzdem regelmäßig ausgeführt werden. Ubuntu lässt auch dieses Programm nach der Installation vermissen, es findet sich nur im universe-Bereich.

Künstlerisch wertvolle Eigenarbeit bringt Ubuntu mit, um den Gnome-Desktop zu verschönern. Ein eigenes Theme sorgt für eine ansehnliche Oberfläche. Auch bei der Login-Grafik bietet Ubuntu Wahlmöglichkeiten (Abbildung 3). Ein eigenes Metapaket ubuntu-calendar enthält ein monatlich wechselndes Desktop-Hintergrundbild. Aktiviert man dieses in den Desktop-Einstellungen, erhält man regelmäßig einen neuen Hintergrund – gelegentliche Updates vorausgesetzt.

Abbildung 3: Die Ubuntu-Philosophie schlägt sich im "Artwork" nieder.

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