Backups mit KDar

Fest verschnürt

Schon wieder alle wichtigen Daten weg? Mit KDar wäre das nicht passiert. Das grafische KDE-Backup-Programm archiviert per Mausklick Ihre wichtigsten Daten.

Dateien zu sichern empfinden die meisten User eher als lästige Pflichtübung. Erst wenn trotz dramatischer Rettungsaktionen die hochwichtigen Daten verschwunden bleiben, denkt man über Backup-Lösungen nach.

Eine aufwändige Bandsicherung kommt für die meisten Privatanwender nicht in Frage. Für sie bietet sich das das regelmäßige Speichern auf CD oder DVD als Alternative an. Das Tool KDar verhilft dabei zu einem einfachen und komfortablen Backup. Über die Profil-Funktion lassen sich regelmäßig mit wenigen Mausklicks die wichtigsten Dateien sichern.

KDar verfügt über eine grafische Oberfläche und läuft unter KDE ab der Version 3.2. Das Tool greift auf die libdar-Bibliotheken des Backup-Programms dar zurück [1]. Es bringt auch Schnittstellen zur Erzeugung von Dar-Kommandos mit. Bei Dar handelt es sich um einen Sprössling des Shell-Befehls tar, der nur im Konsolen-Modus läuft. Das Programm ist bereits etwas älter und eignet sich aufgrund seiner Fähigkeit, Daten zu splitten, besonders für Backups auf Wechselspeichern wie Diskette, CD oder DVD.

Installation

Neben den Sourcen gibt es von KDar schon fertige RPMs für Suse-Linux 9.1 [2] und Mandrake 10 [3]. Per YaST (Suse) oder URPMI (Mandrake) lassen sich diese komfortabel installieren. Fedora und Debian-User sowie Anwender, die ihre Source-Dateien selbst kompilieren, finden die aktuellste Version der Sourcen unter: kdar.sourceforge.net. Sie entpacken die Quelldateien mit den Kommandos tar xvzf kdar-1.3.1.tar.gz oder tar xvjf kdar-1.3.1.tar.bz2. Wechseln Sie dann per cd kdar-1.3.1/ in das neu entstandene Unterverzeichnis, öffnen Sie mit einem Editor die Datei INSTALL und lesen Sie diese aufmerksam. Ein Tipp, den man nicht oft genug wiederholen kann: So lassen sich zahlreiche Komplikationen bei der Installation vermeiden.

Die Anleitung beschreibt, welche Programme installiert sein müssen, damit KDar läuft. Unter anderem benötigen Sie die libdar ab Version 2.1.0 und Qt ab Version 3.2. Haben Sie alle notwendigen Pakete auf Ihrem System installiert, gehen Sie zur Installation der Sourcen mit dem üblichen Dreischritt ./configure && make && make install über. Denken Sie daran, make und make install mit Root-Rechten auszuführen. Wenn Sie kdar direkt in das KDE-Verzeichnis installieren wollen, ergänzen Sie ./configure um den Anhang --prefix=$HOME/.kde.

Die Variable HOME enthält den Pfad zu Ihrem Home-Verzeichnis. Nach erfolgreicher Installation erscheint ein KDar-Icon im Ordner Dienstprogramme des KDE-Startmenüs (Abbildung 1).

Sollte das Programm trotzdem nicht starten, wechseln Sie in das Verzeichnis, in dem die Datei kdar liegt. Geben Sie dort ./kdar ein. Startet die Anwendung noch immer nicht oder treten während Kompilierung oder Installationsprobleme auf, helfen die KDar-spezifischen Foren weiter [4][5].

Abbildung 1: KDar startet mit einer zweigeteilten Oberfläche: Oben befindet sich der Archivbrowser, unten zeigt das Programm Statusnachrichten.

Ort für Backups

Nach dem Start von KDar müssen Sie zunächst ein Verzeichnis angeben, in es die Archive oder Backups standardmäßig ablegt. Dafür bietet sich ein zentraler Ort an, zum Beispiel /opt/backups/dar-backups, damit auch Dar darauf zugreifen kann.

Ein einfaches Beispiel soll im Folgenden die Möglichkeiten von KDar demonstrieren. Angenommen, Sie wollen Ihre Textdateien, die insgesamt etwa 4 MByte groß sind, archivieren. Wählen Sie in diesem Fall zunächst Create im Archive-Menü. Das folgende Dialogfenster fragt, ob Sie ein Profil öffnen möchten. Sie können diesen Punkt mit Next überspringen und anschließend einen Namen für Ihr neues Archiv angeben, in diesem Fall soll es meine_texte heißen. Nach einem erneuten Klick auf Next geben Sie an, wo die Textdateien liegen, die Sie archivieren wollen. Tragen Sie es als Root-Verzeichnis ein. Das folgende Dialogfenster bietet die Möglichkeit eines differenziellen Backups (siehe weiter unten). Da Sie gerade ein neues Archiv erstellen, gehen Sie einfach mit Next zum nächsten Schritt über.

Einstellungen

Unter dem Punkt Configure creation options finden Sie unterschiedliche Kategorien für das Feintuning. Unter dem Punkt General lassen sich die Speicherorte für das Archiv und die Logfiles verändern. Ebenso können Sie hier den Umfang der Logfiles einstellen. Durch das Aktivieren der Option verbose output erscheinen während des Backups Status-Nachrichten im Messages-Fenster.

Der Punkt Slicing ist wichtig, denn das 4 MByte große Archiv soll auf Disketten gespeichert werden, die nur 1,4 MByte groß sind. Die handlichen Einzelteile, in die Sie die Datei zerlegen können, heißen eben Slices. So funktioniert auch die Archivierung großer Datenbestände auf CDs und DVDs. Für das gegebene Beispiel wählen Sie custom als media type und stellen die Größe der einzelnen Slices auf 1400 KByte. Wenn Sie pause between slices wählen, wird nach jedem erstellten Slice ein von Ihnen vorkonfigurierter Befehl ausgeführt, wie etwa das Unmounten von Disketten. (Abbildung 2)

Abbildung 2: Mit Hilfe der Slicing-Option entscheiden Sie, wie groß die einzelnen Teile des Archivs werden.

Die Rubrik Compression legt fest, ob und wie KDar die Dateien komprimiert. Bereits komprimierte tar.gz- oder tar.bz2-Dateien sollten Sie davon ausnehmen.

Vielleicht möchten Sie auch von alten Texten, die im Verzeichnis /alte_texte liegen, kein Backup anlegen. Über den Punkt Directories gliedern Sie dazu komplette Unterverzeichnisse, über den Punkt Files einzelne Dateitypen aus. Bei kompletten Backups ist es sinnvoll, bestimmte Dateien und Verzeichnisse wie /proc oder /dev, die laufende Prozesse oder Geräte enthalten, auszuschließen.

Die Exclude-Option in der Rubrik Files klammert über ein Namensmuster entsprechende Dateien aus. Wollen Sie nur eine einzelne Datei weglassen, müssen Sie einen Trick anwenden: Geben Sie unter Directories nicht nur ein Verzeichnis, sondern auch den Namen der entsprechenden Datei an. Die Include-Option bewirkt das Gegenteil: Nur die inkludierten Verzeichnisse und Dateien wandern ins Backup.

Der Punkt Filesystem kontrolliert dateisystemspezifische Einstellungen. So müssen beispielsweise die No Dump-Flags eines Ext2-Dateisystems deaktiviert sein, damit KDar dort Systemen Daten ablegt.

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