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IM ZEICHEN DER MOBILITäT

Suse Linux 9.2 auf dem Prüfstand

Mobil mit Linux

Bessere Nachrichten kommen von der ACPI-Front: Bei unserem Testgerät von Samsung funktioniert ACPI normalerweise erst nach dem Patchen der ACPI-Tabelle (DSTD) [6], wofür es in YaST einen eigenen Einstellungsdialog gibt. Unabhängig davon fährt Suse Linux 9.2 das Notebook anstandslos in den Suspend-to-Disk-Modus herunter – zumindest wenn vorher nicht der MP3-USB-Stick an den Rechner angeschlossen war. In diesem Fall verhindert das nicht entladbare Modul den Suspend-to-Disk.

Den Computer über Suspend-to-RAM schlafen zu legen gestaltet sich immer noch problematisch, gelingt jedoch mit wesentlich mehr Geräten als in der Vorgängerversion, beispielsweise mit vielen Notebook-Modellen von IBM.

Der neue Infrarot-Einrichtungsdialog unterstützt den Anwender nur unzureichend. Er bietet lediglich die Option, Infrarot-Unterstützung zu aktivieren und Auswahlfeld, in dem Sie den Anschluss markieren (Abbildung 3). Standardmäßig versucht Suse Linux einen SIR-Treiber zu starten. Daher stehen im Anschlussmenü nur die vier serielle Ports /dev/ttyS0 bis /dev/ttyS3 zur Auswahl. Um den schnelleren FIR-Support zu aktivieren, gilt es, das entsprechende Kernelmodul zu laden. Weder das Handbuch noch die Kommentare in der Konfigurationsdatei /etc/sysconfig/irda helfen hierbei weiter. Erfreulicherweise gibt sich das Konfigurationsmodul für Bluetooth-Geräte weniger spartanisch und erlaubt Ihnen, nahezu alle Features grafisch einzurichten. Für Optionen, die Sie dort vermissen, bietet sich das KDE-Programm kbluetooth als Frontend an.

Abbildung 3: Keine echte Hilfe beim Konfigurieren des Infrarot-Ports.

Fazit

Es liegt in der Natur der Dinge, dass jede Distribution beim Verkaufsstart veraltete Softwarepakete enthält. Daher legen Distributoren eher Wert auf die Stabilität des Gesamtsystems und vernachlässigen die neuesten Software-Versionen. Im Fall von Suse 9.2 hätte aber der Einsatz des aktuellen Kernels 2.6.9 zumindest einige der USB-Probleme lösen können. Der fast aktuellen KDE-Version steht ein inzwischen überholter GNOME-Desktop in Version 2.6 gegenüber (aktuelle Version: 2.8). Ähnlich sieht es bei einigen anderen Oberflächen aus, etwa bei WindowMaker 0.8.2 (0.9.1) und FVWM2 2.5.10 (2.5.12).

Wer mit einem Linux-System arbeitet, das alle Hardware-Komponenten unterstützt, sollte von einem Update Abstand nehmen. Zwar ist Suse Linux 9.2 eine runde Sache, was die Software-Auswahl angeht, dem gegenüber steht jedoch das Risiko, dass bisher funktionierende Geräte die Zusammenarbeit verweigern. Da tröstet auch die verbesserte ACPI-Unterstützung nur bedingt.

Sind Sie jetzt schwankend, sollten Sie die Hardware-Datenbank [7] und die Live-CD [8] des Distributors als Entscheidungshilfe heranziehen. Gerade bei USB-Massenspeichergeräten finden Sie wegen der Vielzahl der Hersteller am leichtesten mit dem Live-System heraus, ob Suse Linux Ihre Hardware unterstützt. Besitzen Sie nur USB-Komponenten, mit denen die beschriebenen Probleme nicht auftreten, lohnt sich der Kauf von Suse Linux 9.2 schon allein wegen des Software-Umfangs und den verbesserten Energiesparfunktionen.

Der Autor

Hagen Höpfner ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Technische und Betriebliche Informationssysteme der Fakultät für Informatik an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. In seiner Freizeit spielt der begeisterte Vater Gitarre in der Rockband "Gute Frage" (http://www.gutefrage.de/).

Infos

[1] Suse 9.2 Professional Produktinformationen: http://www.suse.de/de/private/products/suse_linux/prof/index.html

[2] wlan-ng: http://www.linux-wlan.org/

[3] SuSE 9.1 von unnötigem Ballast befreien: Hagen Höpfner, "Linux light", LinuxUser, 08/2004, S. 68 ff., http://www.linux-user.de/ausgabe/2004/08/068-suse-light/

[4] Suse-9.1-Rezension: Patricia Jung, "Die nächste Runde!", LinuxUser 07/2004, S. 56 f.

[5] USB-Massenspeicher und Kernel 2.6.8: http://www.spinics.net/lists/usb/msg01286.html

[6] Timo Hönig: "Einschlaf-Hilfen, Linux Magazin, Sonderheft 02/2004, Hardware S. 57 ff.

[7] Suse-Linux-Hardware-Datenbank: http://cdb.suse.de/

[8] Suse-Linux-Live-CD: ftp://ftp.suse.com/pub/suse/i386/live-cd-9.2/

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