Suse Linux 9.2 auf dem Prüfstand

IM ZEICHEN DER MOBILITäT

Seit Mitte Oktober ist Suse Linux 9.2 Professional im Handel erhältlich. In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf die Neuerungen und verraten, ob es sich lohnt, zu Version 9.2 zu greifen.

Linux eignet sich nur für pickelige, langhaarige, bleichhäutige Computerfreaks und die Erde ist eine Scheibe. Dass die zweite Aussage nicht stimmt, weiß jedes Kind, die erste Behauptung widerlegt am eindrucksvollsten die Installation der Suse-Distribution. Praktisch ohne Eingriff des Benutzers spielt der Installer ein gut vorkonfiguriertes System auf, das alle Programme enthält, die ein Heimanwender benötigt. Die neu erschienene Version 9.2 [1] soll viele Aufgaben noch zuverlässiger erledigen als die Vorgänger. Besonders im Bereich der mobilen Geräte verspricht der Distributor massive Verbesserungen. Von der Personal-Version heißt es mit Suse Linux 9.2 Abschied nehmen: Der Distributor bietet nur noch die 80 Euro teure Professional-Variante an.

Bunte Vielfalt

Suse stand und steht für Auswahl. Das betrifft sowohl die Installationsmedien als auch den Software-Umfang und die unterstützten Hardware-Plattformen. Der 9.2er-Version liegen daher gleich fünf CDs und zwei DVDs mit über 1000 Anwendungen bei. Bei den erstmalig benutzten Double-Layer-DVDs befinden sich die Pakete für 32- und 64-Bit-Systeme auf derselben Seite der DVD; so besteht keine Gefahr mehr, die Medien durch Fingerabdrücke unlesbar zu machen.

Alternativ installieren Sie von den fünf CDs, die allerdings nur Pakete für 32-Bit-Systeme enthalten. Aus Platzmangel finden Sie dort nicht alle Anwendungen. So liegt etwa das DTP-Programm Scribus und das kdewebdev3-Paket mit dem HTML-Editor Quanta nur auf der DVD. Die umfangreiche, aus Benutzer- und Administrationshandbuch bestehende Dokumentation deckt alle Themen von der Installation bis zur Druckerkonfiguration ab.

Als Zielplattformen unterstützt die Distribution Intel-Systeme ab einem Pentium I sowie die AMD-64-Architektur. Als Systemvoraussetzung empfiehlt Suse 256 MByte Arbeitsspeicher und mindestens 500 MByte freien Festplattenplatz Das genügt gerade einmal für die Minimalinstallation. Für einen Desktop-Arbeitsplatz mit KDE und OpenOffice.org sollten Sie mindestens 2,5 GByte einplanen.

Suse spielt auf

Bei unserem Test kamen ein Desktop-PC (AMD Athlon XP Prozessor, 512 MByte Ram) und ein Notebook (Samsung P10, Pentium 4M, 384 MByte Ram) zum Einsatz. Außerdem wollten wir wissen, wie es um die explizit beworbene, verbesserte WLAN-Unterstützung steht. Wir stellten das System daher mit zwei 11-MBit-Geräten (Netgear MA401 PC-Karte und ein Netgear MA111 WLAN-Adapter für den USB-Anschluss) auf die Probe. Das neue YaST-Modul zur Konfiguration von Infrarot-Geräten musste sein Können im Zusammenspiel mit dem IRDA-Port des Notebooks beweisen.

Die Installationroutine unterscheidet sich optisch kaum von der früherer Versionen und arbeitet ebenso zuverlässig. Die Hardware-Erkennung, die automatische Partitionierung und die vorgeschlagene Programmauswahl richten ein sinnvoll vorkonfiguriertes Linux-System ein. Leider passt Suse Linux die Software-Auswahl nicht an die erkannte Hardware an. Die Distribution installiert auf jedem System, unabhängig von der vorhandenen Hardware, Anwendungen für ISDN, ZIP-Laufwerke und Soundblaster-Karten.

Die einzige Schwäche leistete sich die Hardware-Erkennung auf den Desktop-Rechner, wo sie zwar den nichtverkabelten Onboard-Ethernet-Anschluss unpassenderweise mit DHCP konfigurierte, den funkbereiten WLAN-Adapter jedoch geflissentlich ignorierte. Schon während der Installation besteht jedoch die Möglichkeit nicht erkannte Komponente manuell zu konfigurieren. Der entsprechende Dialog verwirrt bei einem USB-WLAN-Adapter jedoch unerfahrene Benutzer (Abbildung 1).

Abbildung 1: "Drahtlos" oder "USB", das ist hier die Frage.

Suse 9.2 bietet sowohl den Gerätetyp USB als auch Drahtlos an. Nur durch Ausprobieren findet man heraus, dass WLAN die richtige Wahl ist. Der Test der so konfigurierten Netzwerkgeräte während der Installation scheiterte allerdings, obwohl Suse den richtigen Treiber geladen und eine IP-Adresse gesetzt hat. Die Fehlermeldung sollten Sie ignorieren, nach dem ersten Start funktionierte das Netzwerk problemlos. Besonders einfach richten Besitzer eines Centrino-Notebooks das drahtlose Netzwerk ein. Sowohl für die Intel Pro/Wireless 2100 als auch für die Pro/Wireless 2200 bringt Suse Linux den passenden Treiber mit. Sogar die nötige Firmware für die Intel-WLAN-Komponenten befindet sich auf den Installationsmedien. Ähnlich gut schaut es für 54-MBit--Geräte aus, die Sie mit einem Treiber des wlan-ng-Projekts [2] an den Start bringen. Die nötigen Kernelmodule liefert Suse Linux mit, die Firmware laden Sie über das Online Update herunter.

LinuxCommunity kaufen

Einzelne Ausgabe
 
Abonnements
 
TABLET & SMARTPHONE APPS
Bald erhältlich
Get it on Google Play

Deutschland

Ähnliche Artikel

  • SphinxOS 4.0
    SphinxOS will speziell Windows-Benutzern den Umstieg auf Linux versüßen. Wir haben uns Version 4.0 der Distribution angesehen.
  • Mpeg Menu System V2
    Linux und Multimedia, das ist nicht immer eine glückliche Verbindung. Wir stellen das Mpeg Menu System vor, das verspricht, Filme und Musik in vielen Formaten abzuspielen – sogar ohne KDE & Co.
  • Der PC-Emulator VMware Workstation 4.5.2 für Linux
    Der kommerzielle PC-Emulator VMware liegt mittlerweile in der Version 4.5.2 vor. Viele Anwender schätzen ihn als das Non plus ultra in Sachen virtueller PC.
  • KDM und GDM konfigurieren
    Sowohl KDE als auch GNOME bringen einen eigenen Display-Manager mit. Welche Funktionen KDM und GDM bieten und wie man die beiden konfiguriert, erklärt dieser Artikel.
  • Suse 9.1 von unnötigem Ballast befreien
    Mehr Feature, mehr Software – mehr Ballast: Nicht nur Nutzer älterer Hardware wünschen sich ein schlankeres System, als Suse 9.1 es standardmäßig bietet. Beim Abspecken der einmal installierten Distribution gewinnt man zudem ganz nebenbei ein Mehr an Sicherheit und Stabilität.
Kommentare

Infos zur Publikation

LU 12/2017: Perfekte Videos

Digitale Ausgabe: Preis € 5,95
(inkl. 19% MwSt.)

LinuxUser erscheint monatlich und kostet 5,95 Euro (mit DVD 8,50 Euro). Weitere Infos zum Heft finden Sie auf der Homepage.

Das Jahresabo kostet ab 86,70 Euro. Details dazu finden Sie im Computec-Shop. Im Probeabo erhalten Sie zudem drei Ausgaben zum reduzierten Preis.

Bei Google Play finden Sie digitale Ausgaben für Tablet & Smartphone.

HINWEIS ZU PAYPAL: Die Zahlung ist ohne eigenes Paypal-Konto ganz einfach per Kreditkarte oder Lastschrift möglich!

Stellenmarkt

Aktuelle Fragen

Huawei
Pit Hampelmann, 13.12.2017 11:35, 1 Antworten
Welches Smartphone ist für euch momentan das beste? Sehe ja die Huawei gerade ganz weit vorne. Bi...
Fernstudium Informatik
Joe Cole, 12.12.2017 10:36, 2 Antworten
Hallo! habe früher als ich 13 Jahre angefangen mit HTML und später Java zu programmieren. Weit...
Installation Linux mint auf stick
Reiner Schulz, 10.12.2017 17:34, 3 Antworten
Hallo, ich hab ein ISO-image mit Linux Mint auf einem Stick untergebracht Jetzt kann ich auch...
Canon Maxify 2750 oder ähnlicher Drucker
Hannes Richert, 05.12.2017 20:14, 4 Antworten
Hallo, leider hat Canon mich weiterverwiesen, weil sie Linux nicht supporten.. deshalb hier die...
Ubuntu Server
Steffen Seidler, 05.12.2017 12:10, 1 Antworten
Hallo! Hat jemand eine gute Anleitung für mich, wie ich Ubuntu Server einrichte? Habe bisher...