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Spam filtern zu Hause

Billiglösung

Mag man sich nicht mit der Installation eines zusätzlichen Programms herumschlagen und im Mailclient Filter einrichten, bringt der Mozilla-Ableger Thunderbird [3] eine einfachere Lösung. Er besitzt einen Mechanismus, der im Lauf der Zeit lernt, was der jeweilige Benutzer Spam als Spam ansieht und was nicht.

Die Konfiguration beginnt bei Extras | Junk-Filter | Einstellungen (Abbildung 4). Im folgenden Dialog sollte die Option Eingehende Nachrichten, die als Junk eingestuft werden, verschieben in: nicht angekreuzt sein, damit Sie den eingebauten Filter erst einmal trainieren können.

Abbildung 4: Die Einstellungen des eingebauten Junk-Filters im Mail-Client Thunderbird.

Schließen Sie den Dialog und holen Sie per Knopfdruck die Mail vom Server. Thunderbird markiert nun alle Emails als Junk, indem es ein Mülltonnen-Icon neben das Datum setzt. Nun gehen Sie aufmerksam durch die Liste und entfernen mit einem Klick das Icon von jeder Nutzmail. Beim nächsten Testlauf wird Thunderbird eine bessere Trefferquote erzielen. Sind Sie mit den Trainingsergebnissen zufrieden, legen Sie im Junk-Filter-Dialog fest, dass Thunderbird die Spam-Mails gleich in den Abfallordner verschiebt.

Lebensaufgabe

Der Spam-Erkenner Spamassassin lässt sich ohne großen Aufwand auf dem eigenen Rechner installieren und als Filter dem eigenen Mailprogramm verfügbar machen. Die Lösung ist nicht optimal, denn die Werbe-E-Mails müssen erst über den Internetanschluss auf den eigenen Rechner. Hat man keinen Zugang zum Server, ist das aber immer noch der beste Weg.

Durch seine Vielzahl an Tests fällt Spamassassins Erfolgsquote recht hoch aus, zumal das Programm aktualisierte Listen im Internet heranzieht. Für Fortgeschrittene bietet Spamassassin eine Menge Potenzial: er lässt sich durch neue Regeln verbessern und mit Werbe-Emails gezielt trainieren. Die Man-Page zum Programm sa-learn gibt dazu Hinweise.

Glossar

Spam

Ursprünglich war Spam ein Markenname für Dosenfleisch, der durch einen Sketch der britischen Komikertruppe Monty Python berühmt wurde. Heute steht Spam für die Flut an Werbe-E-Mail, die jeden Benutzer zum Wahnsinn treibt.

Header

Der E-Mail-Header enthält einige Zeilen an Verwaltungsinformationen. Neben Sender und Empfänger umfasst der Header auch viele Zeilen, die der Benutzer normalerweise nicht zu Gesicht bekommt. E-Mail-Clients erlauben, alle Header-Zeilen einzublenden.

Regular Expression

Sonderzeichen, die viele Linux-Programme als Platzhalter für andere Zeichen verstehen. So vertritt ein ein Punkt ein einzelnes Zeichen, ein Stern (*) dessen beliebig häufige Wiederholung (das schließt auch keinmal mit ein).

Infos

[1] http://www.spamhaus.org/sbl/

[2] In Spamassassin 2.6 eingebaute Tests http://spamassassin.apache.org/tests_2_6x.html

[3] Email-Client Thunderbird: http://www.mozilla.org/products/thunderbird/

[4] Deutsche Sprache für Thunderbird: http://www.mozilla.org/projects/l10n/postinst-notes/tb03.html

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LinuxUser 06/2012

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