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Procmail als Spam-Filter einsetzen
Externe Filterprogramme
Auch für die einzelnen Filterkriterien gibt es Zusatz-Flags. Die wichtigsten sind das Fragezeichen und das Ausrufezeichen. Die Syntax zeigt der vierte und letzte Filter unseres Beispiels aus Listing 2: Das Zeichen wird einfach in der Zeile des Filterkriteriums hinter den einleitenden Stern geschrieben.
Das Ausrufezeichen negiert schlicht das Filterkriterium: Der reguläre Ausdruck dahinter darf nun nicht zutreffen, damit das Kriterium als erfüllt gilt. Das Fragezeichen hingegen eröffnet nahezu grenzenlose Möglichkeiten: Wann immer Procmail auf ein solches Filterkriterium wie in Zeile 21 stößt, ruft es die Befehlszeile hinter dem Fragezeichen auf. Mit dem Such-Flag "w" in Zeile 20 wartet Procmail auf das Ergebnis des Programmaufrufs. Liefert dieser den Rückgabewert 0, gilt das Kriterium als erfüllt, bei allen anderen Werten nicht.
Das Beispiel aus den Zeilen 20 bis 22 verwendet checkaddrbook von [3] auf und übergibt den Kopf der E-Mail auf die Standard-Eingabe des Programms. Bei diesem handelt sich um ein kurzes Perl-Skript, das die Absender-Adresse aus dem übergebenen Kopf der E-Mail daraufhin prüft, ob sie im Adressbuch enthalten ist. Wenn ja, beendet sich das Skript mit dem Rückgabewert 0 und Procmail speichert die E-Mail im Folder bekannte.
Alles im Griff
Die vier Beispiele aus Listing 2 zeigen nur einen Bruchteil der Fähigkeiten von Procmail. Mit der Möglichkeit, externe Programme als Filterkriterium heranzuziehen, können Sie mit Procmail fast beliebig exakt filtern. Sogar selbstlernende Filter wären denkbar, entsprechende Programmierkenntnisse vorausgesetzt. Weitere Beispiele zur Konfiguration finden Sie im Artikel unter [3].
Das Rennen zwischen Spam-Versendern und uns Anwendern haben wir jedoch schon verloren: Die Spam-Industrie lässt sich immer neue Methoden einfallen, um auch den gewieftesten Spam-Filter auszutricksen. Abhilfe ist nicht in Sicht, die Provider scheinen sich nicht einmal auf gemeinsame Standards für Spam-Abwehr verständigen zu können. So bleibt Ihnen als Benutzer nur, Ihre E-Mail-Adresse wie Ihren Augapfel zu hüten.
Infos
[1] Perl Quick Reference Guide: http://www.linux-magazin.de/Artikel/ausgabe/1997/03/Perl/perlref.html
[2] checkaddrbook Adressbücher als Whitelist nutzen: http://www.mirko-doelle.de/linux/checkaddrbook
[3] Andreas Kneib: Mails bearbeiten mit Procmail, LinuxUser 04/2002, http://www.linux-user.de/ausgabe/2002/04/070-procmail/proc.html



