Ein paar Kniffe

Zu Zeiten von Maniac Mansion verwendeten Grafikkarten eine Auflösung von höchstens 640x480 Pixeln, oft auch nur 320x240. Die Spiele enthalten im Original entsprechend begrenzte Grafiken. Damit sie auf neuen Bildschirmen auch im Fullscreen-Modus nicht allzu grob aussehen, entwickelten die ScummVM-Programmierer einen Grafikfilter. Er zeichnet alte Grafiken auch bei einer höheren Auflösung mit weichen Übergängen; ohne dieses Anpassen wären einzelne Pixel deutlich sichtbar. Die zusätzliche Rechenleistung, die der Grafikfilter hq2x benötigt, stellt Prozessoren ab der Pentium-Klasse kaum vor Probleme. Und der zusätzliche Aufwand lohnt sich: Abbildung 5 zeigt in der rechten Hälfte die Originalgrafik, links die Ausgabe unter ScummVM.

Abbildung 5: Links mit Grafikfilter, rechts die Originalausgabe.

Auch für die Soundwiedergabe verwendet ScummVM nicht zwangsweise die Originale. Stattdessen spielt es auch MP3- oder Ogg-Vorbis-Dateien ab. Wichtiger als bei Desktop-PCs ist diese Möglichkeit im Falle von Handhelds mit kleinen Festplatten.

Wer seine früheren Lieblingsspiele im Laufe der Jahre noch nicht weggeworfen hat, erhält mit ScummVM eine Möglichkeit, sie auf großem Bildschirm neu zu erforschen. Trotz der identischen Benutzeroberfläche bieten die alten Adventures abwechslungsreiche Handlungen für jeden Liebhaber des Genres. Ob die wenig feinfühligen Detektive Sam & Max, die zeitreisenden Antihelden aus Day of the Tentacle oder der Möchtegernpirat Guybrush Threepwood aus Monkey Island: In Sachen Kreativität bleiben die Klassiker unübertroffen und machen Lust zum Nochmalspielen.

Der Autor

Christian Baun (http://www.bauni.de) ist Student der Informatik, der (hoffentlich) bald sein Diplom hat und mit seiner Freundin herzhaft über andere Leute Betriebssysteme lacht. Ansonsten schreibt er leidenschaftlich Bücher und Artikel über PHP und LaTeX.

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