Home / LinuxUser / 2005 / 01 / Klassiker wiederbeleben mit ScummVM

Newsletter abonnieren

Lies uns auf...

Folge LinuxCommunity auf Twitter

Top-Beiträge

Heftarchiv

LinuxUser Heftarchiv

EasyLinux Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Ubuntu User Heftarchiv

Partner-Links:

Das B2B Portal www.Linx.de informiert über Produkte und Dienstleistungen.

aufmacher_dott_scummvm.png

ZEITMASCHINE

Klassiker wiederbeleben mit ScummVM

01.01.2005 Die SCUMM-Engine bildet die Basis fast aller Adventure-Klassiker von Lukasfilm Games/LukasArts. Die vielen Fans starten die Spiele dank ScummVM auch unter Linux.

Die Adventure-Engine SCUMM ("Script Creation Utility for Maniac Mansion") entwickelte seinerzeit Ron Gilbert für das 1987 erschienene Spiel Maniac Mansion von Lukasfilm Games. Diese Firma, später umbenannt in LukasArts, verbesserte die Engine stetig und verwendete sie weiter für ihre nachfolgenden Adventures.

Historisches

Die Adventure-Spiele auf Basis der SCUMM-Engine boten etwas damals sensationell Neues: Der Spieler steuerte die Hauptfigur nicht mehr über die Tastatur durch die Eingabe von Textbefehlen, sondern setzte die Anweisungen durch Mausklicks auf Gegenstände und vorgegebene Verben zusammen. Dieses Genre heißt seitdem "Point & Click Adventures".

Mit ihrer liebevollen Grafik bestechen die Spiele-Klassiker von LukasArts [2] und anderen Firmen noch heute, auch ohne aufwändige 3D-Effekte. Eingängige Musik und Spielwitz runden die SCUMM-Adventures ab. Um diese Spiele auch auf anderen Betriebssystemen zu starten, programmierten die ScummVM-Entwickler [1] die Engine neu. ScummVM lässt sich nicht mit einem Emulator vergleichen; es verwendet die spezifischen Daten jedes Spiels, um damit die Grafiken, Sounds und die Handlung eigenständig wiederzugeben. Nicht nur unter Linux, auch unter fast allen anderen gängigen Betriebssystemen läuft ScummVM (Kasten 1). Kasten 2 listet die derzeit unterstützten Spiele auf.

Kasten 1: ScummVM auf verschiedenen Betriebssystemen

ScummVM startet die unterstützten Spiele auf Basis von SCUMM nicht nur unter Linux. Auf den meisten anderen Unix-Systemen läuft die virtuelle Maschine ebenfalls, darunter Irix, Solaris, Mac OS X und die BSD-Varianten. Handheld-Besitzer mit Palm OS oder Windows CE kommen ebenso in den Genuss der alten Spiele wie Nutzer eines Desktop-Windows. Selbst für die Spielekonsole Dreamcast gibt es eine ScummVM-Version.

Auch Windows-Nutzer greifen gern auf ScummVM zurück, obwohl sie die Adventure-Klassiker nativ abspielen könnten: Die zahlreichen Features von ScummVM verbessern den Komfort deutlich. So gibt es für die meisten neuen Soundkarten keine DOS-Treiber, ohne ScummVM blieben die Spiele im MS-DOS-Modus ohne die neue Engine stumm.

Kasten 2: Unterstützte Spiele

Mit ScummVM spielen Sie die folgenden Adventure-Klassiker von Lukasfilm Games/LukasArts [2] auch unter Linux: * Maniac Mansion * Day of the Tentacle * Zak McKracken * Loom * Monkey Island 1 und 2 * Curse of Monkey Island * Indiana Jones 3 und 4 (Abbildung 1) * The Dig * Full Throttle * Sam & Max (Abbildung 2)

Auch Spiele anderer Firmen benutzen die SCUMM-Engine und laufen unter ScummVM: * Simon the Sorcerer 1 und 2 (Adventure Soft [3]) * Flight of the Amazon Queen (Interactive Binary Illusions; Abbildung 3) * Beneath a Steel Sky (Revolution Software [4]) * Broken Sword (deutscher Titel: Baphomets Fluch) 1 und 2 (ebenfalls Revolution)

Abbildung 1

Abbildung 1: Für den Filmhelden Indiana Jones hat sich LukasArts neue Herausforderungen ausgedacht.

Abbildung 2

Abbildung 2: Sam und Max sorgen für Recht und Unordnung.

Abbildung 3

Abbildung 3: Bei Flight of the Amazon Queen geht's durch südamerikanisches Gangster-Milieu.

Installation

Auf unserer Heft-CD finden Sie das RPM-Paket von der ScummVM-Homepage [1]. Es funktioniert mit allen RPM-basierten Distributionen wie Mandrake, Suse und Fedora von Red Hat. Spielen Sie das Programmpaket mit folgendem Kommando als root ein:

rpm -Uvh scummvm-0.6.1b-1.i386.rpm

Für Debian Sarge und Sid existieren ebenfalls passende Pakete. Nutzer dieser Distribution installieren ScummVM mit apt-get von ihrer Installations-CD oder vom eingestellten Debian-Server übers Internet.

Der Befehl scummvm in der Kommandozeile bringt Sie dann ins Hauptfenster, das beim ersten Start noch keine Spiele enthält. Um hier Adventures hinzuzufügen, kopieren Sie alle benötigten Dateien in ein Verzeichnis. Welche Dateien Sie für die unterstützten Spiele brauchen, steht in der Datei dateien.html im Verzeichnis LinuxUser/scummvm auf der Heft-CD oder unter [5]. Wählen Sie nach dem Kopiervorgang im ScummVM-Hauptfenster Add Game... und navigieren Sie ins entsprechende Verzeichnis. Dort klicken Sie auf Choose und ScummVM fügt das Spiel dem Hauptmenü hinzu (Abbildung 4).

Abbildung 4

Abbildung 4: Über das Hauptmenü konfigurieren Sie ScummVM und starten die Spiele.

Ein Doppelklick auf einen Eintrag startet das entsprechende Spiel. Tabelle 1 listet die wichtigsten Tastenkürzel auf. Eine vollständige Liste der Shortcuts für alle Spiele finden Sie in der README-Datei [6] jeder ScummVM-Version.

Tabelle 1: Shortcuts

[Strg+z] oder [Alt+x] ScummVM beenden
[Alt+Eingabe] Fullscreen-Modus ein- und ausschalten
[F5] Den Speichern-/Laden-/Beenden-Bildschirm aufrufen
[Leertaste] Pause (nur bei Lucasfilm/Lucas Arts-Spielen)
[+] und [-] Textgeschwindigkeit erhöhen und verlangsamen

Leider sind die Point-&-Click-Adventures meist nicht mehr im Handel erhältlich, in Gebrauchtmärkten im Internet gibt es sie jedoch noch häufig. Die beiden Spiele Beneath a Steel Sky und Flight of the Amazon Queen haben die Hersteller Revolution Software bzw. Interactive Binary Illusions inzwischen freigegeben, sie stehen auf der ScummVM-Homepage zum Download bereit. Viele Distributionen liefern die beiden Titel direkt mit aus.

Über das Menü Options konfigurieren Sie ScummVM bezüglich Grafik und Soundausgabe. Im Reiter Graphics schalten Sie den Fullscreen-Modus aus oder ein. Der Reiter Audio definiert die Soundausgabe, die Standardeinstellung funktioniert mit gängigen Soundkarten. Unter Misc schließlich legen Sie das Verzeichnis fest, in dem ScummVM Zwischenstände speichert.

Tip a friend    Druckansicht Bookmark and Share
Kommentare

1826 Hits
Wertung: 110 Punkte (8 Stimmen)

Schlecht Gut

Infos zur Publikation

Infos zur Publikation

LinuxUser 05/2014

Aktuelle Ausgabe kaufen:

Heft als PDF kaufen

LinuxUser erscheint monatlich und kostet in der Nomedia-Ausgabe EUR 5,95 und mit DVD EUR 8,50. Weitere Informationen zum Heft finden Sie auf der LinuxUser-Homepage.

Im LinuxUser-Probeabo erhalten Sie drei Ausgaben für 3 Euro. Das Jahresabo (ab EUR 60,60) können Sie im Medialinx-Shop bestellen.

Tipp der Woche

Bilder vergleichen mit diffimg
Bilder vergleichen mit diffimg
Tim Schürmann, 01.04.2014 12:40, 1 Kommentare

Das kleine Werkzeug diffimg kann zwei (scheinbar) identische Bilder miteinander vergleichen und die Unterschiede optisch hervorheben. Damit lassen sich nicht nur Rätsel a la „Orignial und Fäls...

Aktuelle Fragen

programm suche
Hans-Joachim Köpke, 13.04.2014 10:43, 8 Antworten
suche noch programme die zu windows gibt, die auch unter linux laufen bzw sich ähneln sozusagen a...
Funknetz (Web-Stick)
Hans-Joachim Köpke, 04.04.2014 07:31, 2 Antworten
Bei Windows7 brauche ich den Stick nur ins USB-Fach schieben dann erkennt Windows7 Automatisch, a...
Ubuntu 13.10 überschreibt immer Windows 8 Bootmanager
Thomas Weiss, 15.03.2014 19:20, 8 Antworten
Hallo Leute, ich hoffe das ich richtig bin. Ich habe einen Dell Insipron 660 Ich möchte gerne Ub...
USB-PTP-Class Kamera wird nicht erkannt (Windows-only)
Wimpy *, 14.03.2014 13:04, 15 Antworten
ich habe meiner Frau eine Digitalkamera, AGFA Optima 103, gekauft und wir sind sehr zufrieden dam...
Treiber
Michael Kristahn, 12.03.2014 08:28, 5 Antworten
Habe mir ein Scanner gebraucht gekauft von Canon CanoScan LiDE 70 kein Treiber wie bekomme ich de...