Bankgeheimnis

Datenbanken bearbeiten unter KDE

01.01.2005
Datenbanken scheinen unter Linux ein gut gehütetes Geheimnis von Systemadministratoren zu sein. Dabei gibt es mit Knoda ein leicht zu bedienendes KDE-Programm, welches die Handhabung von Datenbanken auch Benutzern erschließt. Dieser Workshop liefert Ihnen den Schlüssel zum Einstieg.

Beim Stichwort Datenbank freut sich der Linux-Guru und schwärmt von der Überlegenheit von Mysql oder Postgresql. Den meisten Linux-Anwendern fehlt hingegen ein einfach zu handhabendes grafisches Tool a là MS Access, mit dem sie Ihre Datenbanken verwalten oder per Drag'n'drop Abfragen erstellen können. Diese Lücke füllt Knoda.

Der erste Teil unseres Workshops stellt die grundlegenden Funktionen des KDE-Programmes vor, und zeigt am Beispiel einer vorhandenen Datenbank, wie Sie auch komplizierte Abfragen über ein paar Mausklicks erledigen. Der zweite Teil, der im kommenden LinuxUser erscheint, zeigt Ihnen, wie Sie Formulare und Berichte erstellen.

SQL leicht gemacht

Knoda ist ein KDE-Datenbankfrontend für die Datenbanken Mysql, Postgresql, Sqlite2 und Sqlite3. Über einen ODBC-Treiber kann es auch auf andere Datenbankserver zugreifen. Dieser Workshop konzentriert sich jedoch auf Sqlite. Für die erwähnten Beispiele finden Sie auf der Heft-CD im Ordner LinuxUser/knoda/ die Sqlite2-Datenbank musik.db. Dabei handelt es sich um eine Musikdatenbank, wie sie der KDE-Player Amarok zur internen Verwaltung verwendet. Kopieren Sie bitte die Datei in Ihr Home-Verzeichnis, bevor Sie mit dem Workshop loslegen. Ebenfalls auf der Heft-CD finden Sie den Quellcode der finalen Knoda-Version 0.7.2, sowie RPM-Pakete für Suse Linux 9.X.

Möchten Sie anstelle der Beispieldatenbank die eigenen Amarok-Datenbank verwenden, kopieren Sie einfach die Datei .kde/share/apps/amarok/collection.db in Ihr Home-Verzeichnis und benennen Sie sie nach musik.db um. Dann benötigen Sie gegebenenfalls auch das Paket sqlite-3.0.8, da der Musikplayer Amarok in der Version 1.1 bereits das Sqlite3-Format benutzt.

Nach dem Start von Knoda über [Alt]+[F2] und die Eingabe von knoda erscheint das Hauptfenster des Programmes mit dem Treiberauswahldialog im Vordergrund. Hier wählen Sie den gewünschten Datenbanktreiber aus (siehe Abbildung 1) und klicken auf Verbinden. Zum Öffnen der Musikdatenbank wählen Sie nun Datei / Öffne lokale Datenbank und klicken dann im Dateibrowser-Dialog doppelt auf die Datenbank musik.db.

Abbildung 1: In diesem Dialogfenster wählen Sie den Datenbanktyp aus.

Knoda zeigt daraufhin die Datenbank mit vollem Pfad unter Aktuelle Datenbank: an. Nach einem Mausklick auf das Plus-Zeichen vor dem Eintrag Tabellen sollten Sie die Tabellen album, artist, directories usw. sehen. Ein Doppelklick auf die jeweilige Tabelle startet den Tabelleneditor und zeigt den Inhalt der Tabelle an. Wählen Sie eine weitere Tabelle aus, öffnet Knoda einen neuen Reiter und zeigt diese ebenfalls an. In Abbildung 2 sehen Sie das Knoda Hauptfenster mit einigen geöffneten Tabellen.

Abbildung 2: Knoda öffnet jedes Element in einem neuen Reiter.

Grundlegende Funktionen

Knoda speichert Abfragen, Formulare und Berichte per default unter .hk_classes/DATENBANK/RECHNERNAME. Dies ermöglicht es Ihnen, Abfragen zu Datenbanken zu speichern, in die Sie nicht schreiben dürfen (zum Beispiel auf einem Mysql-Server). Möchten Sie aber beispielsweise eine Datenbank inklusive Abfrage per E-Mail versenden, ist dies nicht praktisch, da die Abfragen dann nicht Teil der Datenbank sind. Es empfiehlt sich deshalb, Knoda so einzustellen, dass es alle Elemente zentral in der Datenbank speichert. Wählen Sie dazu Einstellungen / Datenbankeinstellungen, und stellen Sie die Einträge unter Laden und Speichern von Lokal auf Zentral. Sie sehen dann hinter den einzelnen Elementen die Ergänzung (Zentral) (siehe Abbildung 2).

Einen weiteren wichtigen Aspekt für die Arbeit mit Knoda bilden die unterschiedlichen Modi, die Sie über Ansicht / Enwurfsmodus respektive Ansicht / Anzeigemodus festlegen. Starten Sie per Doppelklick einen Eintrag unter Aktuelle Datenbank, öffnet Knoda das jeweilige Element im Ansichtsmodus. Bei Tabellen fügen Sie hier neue Datensätze ein oder sortieren die Tabelle durch einen Klick auf den entstprechenden Spaltenkopf. Wechseln Sie zum Enwurfsmodus, sehen Sie aus welchen Feldern die Tabelle besteht, welche Indexe sie enthält, usw. Bei Abfragen zeigt der Entwurfsmodus den grafischen Query-Designer an. Das Resultat der Abfrage erscheint, wenn Sie in den Anzeigemodus wechseln.

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